Blühende Vielfalt am Wegesrand – NABU Langenhagen lud zu botanischer Führung ein

Dr. Oliver Katenhusen (zweiter von links) erläutert den interessierten Gästen die Pflanzen am Wegesrand (Foto: Ricky Stankewitz)
Langenhagen: Kananohe |

Zu einer spannenden Führung hatte der Naturschutzbund Langenhagen (NABU) Anfang Juli nach Kananohe eingeladen. Der Botaniker Dr. Oliver Katenhusen zeigte den interessierten Teilnehmern der ausgebuchten Veranstaltung, welche Vielfalt am Wegesrand blüht und konnte auch Seltenheiten wie die Raue Nelke (Dianthus armeria) präsentieren. Die Art ist auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen in Niedersachsen in der Kategorie "3 - gefährdet" geführt und nach Bundesartenschutzverordnung "besonders geschützt". Wegen ihrer dichten zu Büscheln vereinigten Blüten wird sie auch Büschelnelke genannt. Typische Pflanzen an den Wegrändern sind z.B. die Wilde Möhre (Daucus carota), die Wildform unser Karotten und Möhren, oder auch das von Juni bis August blühende Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum). Aufgrund seiner medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe wird das Echte Johanniskraut als Heilpflanze genutzt. Die gelben Blütenknospen verbergen eine Besonderheit: Beim Zerreiben dieser Knospen färben sich durch das austretende Hypericin die Finger blutrot.

Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) mit seinen leuchtend gelben Blüten ist eine heimische Wildpflanze, die trotz ihrer Giftigkeit für Pferde und anderes Weidevieh nicht verteufelt werden sollte. Die Raupen des Jakobskrautbären (Tyria jacobaeae) ernähren sich hauptsächlich von dem Jakobskreuzkraut. Der Schmetterling ist auch als Blutbär oder Karminbär bekannt. Typisch sind die beiden roten Flecken und der rote Streifen auf schwarzem Grund am Flügelrand des Nachtfalters. Wie wichtig die blühende Vielfalt am Wegesrand für die heimische Insektenwelt wie z.B. für die Schmetterlinge ist, zeigten die weiteren Beobachtungen der Gruppe, die den Schmetterling Brauner Waldvogel (Aphantopus hyperantus), auch bekannt als Schornsteinfeger, auf einer Brennessel und einen Schwarzkolbigen Braun-Dickkopffalter (Thymelicus lineola) auf Wiesen-Flockenblumen entdeckte. „Viel Strecke haben wir heute nicht geschafft, konnten dafür aber tolle Beobachtungen machen“, freute sich Ricky Stankewitz, erster Vorsitzender des NABU Langenhagen, abschließend.
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Renate Croissier aus Lünen | 10.07.2016 | 18:26  
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