Langenhagen öffnet beim 20. Tag der Architektur die Türen des Stadtarchivs

20. Tag der Architektur in Langenhagen: Vom Siechenhaus zum Stadtarchiv (Foto: Katja Woidtke)
 
Lichtdurchflutete Galerie im ehemaligen Siechenhaus und heutigen Stadtarchiv Langenhagen (Foto: Katja Woidtke)
Langenhagen: Stadtarchiv Langenhagen |

Mitten in Langenhagen liegt der Eichenpark mit der ehemaligen "Provinzial Heil- und Pflegeanstalt", die 1862 noch unter dem Namen „Heil- und Pflegeanstalt für geistesschwache und blödsinnige Kinder zu Langenhagen bei Hannover“ gegründet wurde. Wasserturm, Festsaal, Kapelle und einige Pavillons sind auch heute noch Zeugen dieser Zeit.

Zum 20. Tag der Architektur Ende Juni wurden die Türen des ehemaligen Siechenhauses für Besucher geöffnet. Die konnten bei Führungen einen Blick in das Gebäude werfen, das heute als Stadtarchiv genutzt wird.

Architekt Wilfried Engelke berichtete während der Führung von der Geschichte des Hauses, das vor der Sanierung ab 2013 mehrere Jahre leer stand. Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, diente das im Pavillonstil gebaute Siechenhaus als Kinderlazarett. Typisch für den Baustil waren die weißen Putzflächen kombiniert mit rotem Sichtziegelmauerwerk. Einige der Ziegel mussten im Laufe der Sanierung ausgetauscht werden. Welche das waren, ist wohl nur von Fachleuten zu erkennen. Der vormals ungeheizte Gang zwischen Siechenhaus (heutiges Stadtarchiv) und Pavillon nebenan (heutige VHS) kann nun über eine Fußleistenheizung auf 10°C erwärmt werden. Kleine Details wie die Fenstergriffe und die eigens angefertigten nach außen zu öffnenden Fenster gefielen den Besuchern besonders.

Im Inneren des Gebäudes entstanden Büros und sanitäre Einrichtungen sowie die Präsenzbibliothek, die auch Besuchern offen steht. Dieser Bereich war früher Bettensaal des Siechenhauses. Große Rundbogenfenster dienten hier als Lichtquelle. Sie waren zwischenzeitlich geschlossen oder zugemauert worden und wurden bei der Sanierung wieder freigelegt. Eine Galerie wurde im ehemaligen Bettensaal eingezogen, um zusätzlichen Raum zu gewinnen. Dachfenster lassen Licht in den großen Raum fluten.

Um den historischen Charakter des Gebäudes zu erhalten, musste auf eine Außendämmung der denkmalgeschützten Fassade verzichtet werden. Stattdessen erfolgte die energetische Sanierung des vormals ungeheizten Gebäudes über ein Innendämmsystem mit vorgemauerter und mit Perlit gefüllter Ziegelwand. Während der Sanierungsarbeiten wurden an der nördlichen Ecke des Gebäudes vermeintliche Fenster freigelegt, die sich als Teil einer ehemaligen Außenveranda herausstellten. Bettlägerige Patienten konnten so mit ihren Betten ins Grüne geschoben werden. Die Einbeziehung der Parkanlagen war ein wichtiger Teil der Therapie. Heute sind in diesem Bereich große Fenster eingesetzt.

Auch Frau Dr. Brück-Winkelmann, Leiterin des Stadtarchivs, hatte während des Tags der Architektur interessante Informationen für die Besucher. Sie erzählte von den Aufgaben des Archivs und vermittelte gekonnt und sympathisch wie spannend Stadtgeschichte ist. Der Stadt Langenhagen und den beteiligten Architekten ist der Umbau des Siechenhauses zum Stadtarchiv gut gelungen. Historisches Gebäude und moderne Nachnutzung passen zusammen und erhalten so ein wichtiges Stück aus der Langenhagener Geschichte.

Wer selbst in die Geschichte der Stadt eintauchen möchte, kann gerne mit dem Team des Archivs einen Termin vereinbaren.
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9 Kommentare
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Wilhelm Rommelmann aus Barsinghausen | 30.06.2015 | 15:59  
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Christel Löhle aus Wedemark | 30.06.2015 | 16:51  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 30.06.2015 | 19:46  
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Heike L. aus Springe | 30.06.2015 | 21:27  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 30.06.2015 | 23:21  
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Heike L. aus Springe | 01.07.2015 | 12:08  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 04.07.2015 | 12:50  
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Heike L. aus Springe | 04.07.2015 | 21:22  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 05.07.2015 | 21:19  
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