Zu Besuch bei den Pfeffersäcken

Teeverkostung der Langenhagener Segler
Hanseatische Tradition in einem Handelshaus kennenzulernen, das 1792 gegründet wurde, ist sicher ungewöhnlich. Man erwartet altehrwürdiges Gemäuer, wo die Koggen als Modelle von der Decke hängen und Teakhölzer die Wände verzieren. Die Überraschung ist dann groß, wenn man sich, in einer Bremer Seitenstraße, vor einem von außen unscheinbaren Gebäude wiederfindet. Unscheinbar das Firmenschild, Joh. Gottfr. Schütte & Co., seit 1792 und der Zusatz einiger Firmen und das Konsulat der Republique du Congo. Eine dieser unscheinbaren Firmen war das Ziel der Segler des Segelclub Passat aus Langenhagen.
Sinass Tee Handel aus dem Haus Schütte & Co. importiert seit 1841 Tee aus allen Teeanbaugebieten der Welt. In gleichbleibend höchster Qualität. Und das durften die Segler selber testen.
Im ersten Probenraum wurden nur reine Teesorten zum Probieren aufgebrüht. Beim Parfum ist es eine „Nase“ die Kreationen mischt. Beim Tee ist Nase, Gaumen und Auge, die einen perfekten Geschmack und damit die richtige Mischung erschaffen. Alleine die reinen Teesorten wie Darjeeling, Assam, Ceylon und viele andere, sind je nach Erntezeit im Frühjahr oder Herbst und Bodenbeschaffenheit des Gartens schon Unterschiede auch für den Laien erkennbar. Wie aber die richtige Mischung im gleichen Geschmack in die Teetüte kommt, ist nur mit der ausgereiften Erfahrung und den geschulten Geschmacksnerven des Teeverkosters möglich.
Räumlich getrennt, um eine Irritation der Geschmacks- und Geruchsnerven zu vermeiden ist im nächsten Probenraum eine Teevielfalt zu finden, die man schon als künstlerische Creationen bezeichnen darf. Nur um einen Schietwettertee zu kreieren benötigt man Fenchel, Erdbeerblätter, Brombeerblätter, Apfelstücke, Himbeerblätter, Anis, Hagebutte, Haselnussblätter, Sonnenblumenblütenblätter, Holunderbeeren, Melissenkraut, Ringelblumenblütenblätter, Breitwegerich, Holunderblüten, Pfefferminze und Rosenblumenblütenblätter. Im Katalog nennt sich der Tee dann Anis, mit einem Schuss Honiggeschmack. Die Segler fanden das eine unwahrscheinliche Untertreibung für einen reinen Kräutertee.
Die Segler probierten natürlich auch Alibabas 40 Düfte. Eine Mischung aus schwarzem Tee, grünem Tee, Rosenblütenblättern, Sonnenblumenblüten und Jasminblüten. Ein Jakobsfrucht-Pfirsich-Vanille Geschmack.
Waren im ersten Probenraum „nur“ hunderte von Teesorten, Ernten und Gärten zu unterscheiden, so wurden die Segler im 2. Probenraum nur mit einem kleinen Teil der möglichen Geschmackrichtungen bereits überfordert. Deshalb war unser Fazit, Tee wirklich im Fachhandel zu kaufen und die Beratung der Spezialisten in Anspruch zu nehmen. Hoffentlich wurden sie von Sinass geschult.
Abschließend ist dann immer die Frage, wie die Qualität und Reinheit gewährleistet wird. Natürlich hat ein modernes Unternehmen, auch wenn es 1792 gegründet wurde, eine Qualitätssicherung, die im IFS Standard weitere Kriterien als DIN ISO 9001.2008 erfüllen muss. Und reine Bio Produkte, wie ein Assam First Flush Banaspaty ist nicht nur „Bio“, sondern auch ein harmonisch weich malziger Tee von vorbildlich gedrehtem Blatt, der durch die frühe Pflückung eine zusätzlich betont frische Note in die Tasse bringt. Das hat den Seglern nicht nur der Teeverkoster gesagt, sie konnten es selber schmecken.

Weitere Informationen über die Aktivitäten des Segelclubs mit Flair erhalten Sie auf der Webseite des Vereins unter http://www.segelclub-passat.de
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