Von Schlingnattern und einem versunkenen Schloss - NAJU unternimmt Radtour zum Bissendorfer Moor

In Kaltenweide schwangen sich Mitglieder der NAJU Langenhagen auf ihre Fahrräder, um das Bissendorfer Moor zu erkunden (Foto: Katja Woidtke)
Langenhagen: Bissendorfer Moor |

Schöner hätte das Herbstwetter für die Radtour der Naturschutzjugend (NAJU) zum Bissendorfer Moor nicht sein können. Strahlend blauer Himmel erwartete die Jugendlichen und ihre Betreuer am Treffpunkt in Kaltenweide und die kleine Gruppe startete gut gelaunt durch Felder und Wiesen Richtung Bissendorfer Moor.

Die Moorrandgebiete, die die NAJU an diesem Nachmittag besuchte, sind Lebensraum seltener Reptilien wie Schlingnatter, Blindschleiche und Waldeidechse. Ricky Stankewitz hatte unter anderem spannende Informationen zur Schlingnatter im Gepäck, die durch ihre Zeichnung ein Meister der Tarnung ist. Auf dem Speiseplan der Würgeschlange stehen Reptilien, Mäuse, kleine Vögel und Amphibien, die sie umschlingt und erstickt, ehe sie sie frisst. Gut versteckt unter Steinen tankt die Schlingnatter am Tage die Wärme der Sonne. Auf die ist sie angewiesen, da die Schlange zu den wechselwarmen Tieren zählt. Ricky Stankewitz erklärte den Jugendlichen während ihrer Tour ins Moor, wie wichtig die Erhaltung dieser Lebensräume für die Artenvielfalt ist. So wird beispielsweise die Schlingnatter inzwischen in der nationalen "Roten Liste" als gefährdet eingestuft.

Wie wichtig, der Erhalt der Moore für unsere Umwelt ist, machte Stankewitz den Jugendlichen am Beispiel des Kohlenstoffdioxid-Speichers deutlich. Obwohl Moore weltweit nur 3% der Landfläche einnehmen, wird dort laut Auskunft der Bundesregierung mehr als doppelt soviel Kohlenstoffdioxid gespeichert wie in allen Wäldern der Erde zusammen.

Vom Aussichtsturm aus hatten Annika, Dominik, Felix und Finn einen tollen Blick auf den Muswillensee im Bissendorfer Moor. Um das Moorauge rankt sich eine schaurige Geschichte, die Christine Pracht den Jugendlichen erzählte. Dort, wo heute das Wasser des Muswillensees in der Sonne blitzt, soll einst ein Schloss gestanden haben. Ein Amtmann erhob hohe Sondersteuern, die die Bauern der Umgebung zu zahlen hatten. Schließlich betrog der Amtmann einen armen Bauern, indem er behauptete, die bereits bezahlten Steuern nicht bekommen zu haben. Der Amtmann schwörte bei Gott, sein Schloss solle im Moor versinken, wenn er je einen falschen Eid abgegeben hätte. Daraufhin gluckerte und rumorte es und der Amtmann versank mitsamt Schloss im Moor. Auch heute noch sollen in Vollmondnächten Amtmann und Schloss am Grunde des Sees zu sehen sein.


Quellen:

http://www.nabu.de/nabu/nh/2010/3/12588.html

"Das Schloss im Moor" Anja Weiss, Extra-Verlag
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4 Kommentare
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Kirsten Steuer aus Pattensen | 07.10.2014 | 14:12  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 07.10.2014 | 14:31  
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Sabine Presnitz aus Schwabmünchen | 07.10.2014 | 19:09  
19.609
Katja Woidtke aus Langenhagen | 08.10.2014 | 11:06  
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