Schneelast ruft Baufachberater des THW Hannover/Langehagen auf den Plan
Hannover: THW Hannover/Langenhagen | Schneeräumung durch das THW schützt Hallendach vor dem Einsturz. Am Samstag den 13.02.2010 wurden gegen 11:30 Uhr die Kräfte des THW Ortsverbandes Burgdorf alarmiert, weil im Ortsteil Otze das Dach einer Lagerhalle unter der Schneelast einzustürzen drohte. Der Zugführer erkannte vor Ort, dass sich die Dachbalken schon durchgebogen hatten und akuter Handlungsbedarf bestand. Daraufhin wurden weitere Kräfte des Ortsverbandes alarmiert, um das Dach von der Schneelast zu befreien und den Einsturz des Hallendaches so zu vermeiden. Damit die Spezialisten des THW mit Ihren Fahrzeugen an den Einsatzort gelangen konnten, musste zunächst aber im tiefen Schnee eine Zuwegung für die Einsatzfahrzeuge geschaffen werden.
Um bei der unsicheren Gebäudelage keine Einsatzkräfte zu gefährden und die Lage besser abschätzen zu können, wurde der Baufachberater des THW Hannover/Langenhagen hinzugezogen. Nach Prüfung der Lage gab er die Anzahl der auf dem Dach einzusetzenden Helfer und auch die einzuhaltenden Abstände unter den Teams vor. Die auf dem Dach arbeitenden Kräfte wurden mittels der ebenfalls alarmierten Drehleiter der Feuerwehr Burgdorf und dem Ladekran des THW Kippers gegen ein Abstürzen gesichert..
Insgesamt wurden mehrere hundert Quadratmeter Dach von rund 40 Tonnen Schnee befreit. Gegen 19:30 Uhr war der Einsatz dann beendet und die Einsatzkräfte konnten in die Unterkunft einrücken.
Der Baufachberater des THW berät die örtliche Einsatzleitung in allen bautechnischen Fragen. Dazu zählen neben statischen Einschätzungen geschädigter Gebäude, Brücken und Gräben, Erläuterungen von relevanten Bauverfahren auch die Beratung über die Einssatzmöglichkeiten des THW und die speziellen THW Geräte wie das Einsatz-Sicherungssystem (ESS), Einsatz-Gerüstsystem (EGS) und das Abstützsystem Holz (ASH) sowie THW-fremden Maschinen und Geräten.
Bei dem lasergestützten Einsatz-Sicherungssystem (ESS) handelt es sich um eine Entwicklung des THW, mit deren Hilfe kleinste Bewegungen von Trümmern erkannt werden können. Mit Hilfe von Winkel- und Distanzmessgeräten werden die Verschiebung von Mauern oder Trümmerteilen berechnet. Dadurch trägt das System zur Sicherheit der Einsatzkräfte bei.
Die Vorteile des Einsatz-Gerüstsystem (EGS) liegen neben dem vergleichsweise geringen Handlinggewicht in der Vielseitigkeit. Neben der Kernaufgabe Abstützen von einsturzgefährdeten Gebäuden (Gebäudeteile) ist das EGS auch für zahlreiche andere Aufgaben im Bergungs- und Rettungswesen einsetzbar.
Mit dem Abstützsystem Holz (ASH) können Wände oder Mauern abgestützt werden. Das System kann flexibel an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden
Aufgaben des Baufachberater
o Einschätzung von Gebäudestruktur und der Resttragfähigkeit
o Taktisches Vorgehen bei Ortungs-, Rettungs- und Abstützaufgabe
o Festlegen von Gefahrenbereichen und No-Go-Area
o Überwachung der Gebäudestruktur und der Einsatzkräfte
Bestes Beispiel für das weitläufige Aufgabengebiet im Einsatz sind die Einstürze der Eishalle in Bad Reichenhall 2005 und des Stadtmuseum in Köln 2009, wo Baufachberater des THW die Einsatzleitung unterstützten und so die Sicherheit des Einsatzpersonals mit gewährleisteten.

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