Landesweite Großübung des THW bei Westerstede

  Großsander. Mitte Oktober, ein starkes Gewitter setzt eine große Moor- und Heidefläche in Brand. Die Feuerwehr bekämpft die Brandherde, hat aber Probleme bei der Wasserversorgung, da nicht ausreichend Hydranten zur Verfügung stehen. Das Technische Hilfswerk (THW) wird alarmiert und erhält den Auftrag, aus dem Großsander Badesee über eine längere Strecke das Löschwasser für die Feuerwehr zu fördern. Mit mehreren Großpumpen und Übergabestellen werden über 1,8 Kilometer Schlauchstrecke gelegt und Wasser aus dem See entnommen.

Dieses Szenario bildete den Rahmen für die landesweite Großübung „Goldener Herbst“. Hierbei kamen alle 12 Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen (WP) und das High-Capacity-Pumping (HCP)-Modul aus dem THW-Landesverband Bremen, Niedersachsen zum Einsatz. Vorbereitung, Durchführung und Organisation dieser Großveranstaltung lag in den Händen der Lehrfachgruppe WP des Landesverbandes aus dem OV Varel sowie bei der Geschäftsstelle (GSt) Oldenburg. Zum ersten Mal fand eine Pumpübung in dieser Dimension statt: Über 175 THW-Helferinnen und Helfer, 40 Fahrzeuge und 10 Großpumpen übten gemeinsam das Vorgehen bei der Wasserförderung über weite Strecken.

Neben der Zusammenarbeit der Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen, sollte vor allem auch der Umgang mit der eigenen Großpumpe geübt und ein Kennenlernen der anderen Pumpentypen ermöglicht werden. Das THW verfügt in seinen Fachgruppen bundesweit über drei verschiedene Typen Großpumpen (DIA, Börger, Hannibal), mit einer maximalen Förderleistungen von 5.000 bis 15.000 Liter pro Minute. Ein gemeinsamer Testlauf auf der Förderstrecke rund um den Badesee zeigte, dass alle Pumpen und Übergabestellen gut zusammen arbeiteten, so dass die Feuerwehr am Ende der Strecke das Löschwasser übernehmen konnte. Neben den Pumparbeiten gab es verschiedene Stationen, wie einen Workshop zur Wartung der Pumpe vom Typ Börger, der durch die THW-Bundesschule Hoya ausgerichtet wurde. Auch eine Einweisung in die Arbeit des mobilen Hochwasserpegels, mit dem Pegelstände überwacht werden können, fand durch einen THW-Helfer des Ortsverbandes Berlin Treptow-Köpenick statt.

Unterstützt wurde die gesamte Übung durch das HCP-Modul aus Bremen und Niedersachsen. Diese Spezialisten für THW-Pumpeinsätze im Ausland setzen sich aus Mitgliedern der Fachgruppen WP und weiteren THW-Spezialisten aus anderen Ortsverbänden zusammen. Diese Module kommen auf Anforderung der betroffenen Länder zum Einsatz, wenn diese durch große Flutkatastrophen heimgesucht werden, wie 2010 in Polen und 2014 in Bosnien und Serbien.

Rolf Bartsch, THW-Geschäftsführer im Bereich Oldenburg, zog als verantwortlicher Planer ein positives Fazit über die erste Pumpübung dieser Art: „Nur mit solchen Großübungen können wir das Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten und Pumpen für den Ernstfall optimal üben. Dabei muss man Fehler machen und erkennen, um aus diesen dann zu lernen und sie im Einsatz zu vermeiden. Diese Übung wird nicht die letzte ihrer Art bleiben.“

An der Übung „Goldener Herbst“ nahmen die Fachgruppen WP aus Braunschweig, Bremen-Nord, Bremen-Ost, Fallingbostel-Walsrode, Göttingen, Hannover/Langenhagen, Lingen, Peine, Stade, Stelle-Winsen, Varel und Wunstorf teil. Unterstützt wurden sie durch das Media Team des Landesverbandes, die Fachgruppe Wassergefahren aus dem Ortsverband Leer und deren Informations- und Kommunikationstrupp. Die Unterbringung der THW-Helfer und die Materialerhaltung wurden durch den Ortsverband Westerstede sichergestellt. Für das leibliche Wohl sorgte der Verpflegungszug der Feuerwehr Heisfelde und für die Abnahme des Löschwassers die Feuerwehr Großsander.

Text: Cedrik Schlag (Media Team LV HBNI)
Fotos: Pierre Graser (Media Team LV HBNI)
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