Wegweiser für die weitere Entwicklung der Nationalparkregion

Anlässlich der Präsentation des „1. SÖM-Berichts (2004-2010)" stellen Fachgebietsleiter Kommunikation und Naturerleben in der Nationalparkverwaltung Eifel Michael Lammertz, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel Henning Walter und Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW Andreas Wiebe gemeinsam mit dem Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Geschäftsführer der Eifel Tourismus (ET) GmbH (von links nach rechts) die für die Nationalparkregion wertvollen Ergebnisse vor. (Foto: Nationalparkverwaltung)

Erster umfassender Bericht zu soziökonomischen Untersuchungen im Nationalpark Eifel veröffentlicht

Kall-Urft, 8. Februar 2012. Wie viele Besucher hat der Nationalpark? Gibt er der Region wirtschaftliche Impulse? Wirken sich Naturerlebnisangebote im Park negativ auf die sensible Natur aus? Diese und weitere Fragen sind Gegenstand der seit Nationalparkgründung fortwährenden Evaluierung des Nationalparks Eifel und seiner Angebote. Die Untersuchung der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur, das sogenannte Sozioökonomische Monitoring (SÖM), gibt Aufschluss über Chancen und Defizite des Nationalparks Eifel und ist Grundlage für seine optimale Entwicklung. Ein umfassender Bericht fasst nun erstmals alle Ergebnisse während der ersten sieben Nationalparkjahre durchgeführten Untersuchungen im Nationalpark zusammen.

Anlässlich der Präsentation dieses „1. SÖM-Berichts (2004-2010)“ betont Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW: „Für die positive Entwicklung des bislang einzigen Nationalparks Nordrhein-Westfalen ist das Aufgabenfeld SÖM von großer Bedeutung. Ohne die stetige Qualitätskontrolle der eigenen Arbeit wüssten wir nicht, ob unsere Naturerlebnisangebote die Menschen für den Nationalpark begeistern, und wir Aufgaben und Ziele des Nationalparks verständlich vermitteln.“ Der Bericht zeigt beispielsweise auf, dass Rangerführungen Spaß machen und Wissen zum Nationalpark vermitteln. Nationalpark-Gäste fühlen sich in den Nationalpark-Toren gut beraten und schätzen die Ausstellungen zum Nationalpark. Die Anzahl der festgestellten Verstöße gegen die Ge- und Verbote im Nationalpark geht zurück – die ergriffenen Maßnahmen zur Besucherlenkung wie Infotafeln, Beschilderung der Wege und gezielte Präsenz der Ranger scheinen Früchte zu tragen.

Ebenso gibt das Sozioökonomische Monitoring Aufschluss über die Einstellung, Wahrnehmung und Akzeptanz von Anwohnern und Gästen gegenüber dem Schutzgebiet. Auf Basis dieser Ergebnisse kann die Kommunikationsstrategie kontinuierlich optimiert werden. Als Vorsitzender des Kommunalen Nationalparkausschusses zeigt sich der Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick beeindruckt: „Die Akzeptanz des Schutzgebiets bei Anwohnern und Gästen ist erfreulich. Dass der Nationalpark für fast 90% der Gäste wichtig ist und sich die Anwohner mit den Ge- und Verboten überwiegend einverstanden erklären, weist auf entsprechend gute Aufklärung hin. Dieses Niveau gilt es mit einer dauerhaft intensiven Kommunikation zu halten.“

Für den Tourismus in der Region ist ein ganz anderer Aspekt dieser Publikation bemerkenswert: Die sozioökonomischen Untersuchungen zeigen, dass der Nationalpark die Region um neue Zielgruppen erweitert hat. Die eigens für den Nationalpark angereisten Touristen verbleiben länger in der Region, geben mehr Geld aus und sind umweltbewusster als der durchschnittliche Besucher. Um diese Zielgruppe zu halten, war das in Kooperation zwischen Nationalparkverwaltung und touristischen Partnern entwickelte, viertägige Wanderarrangement „Wildnis-Trail“ erst der Anfang. Geschäftsführer der Eifel Tourismus (ET) GmbH Klaus Schäfer betont: „Mit den zum Thema fortgebildeten und zertifizierten Nationalpark-Gastgebern und den eigens für Nationalparktouristen entwickelten Tages- und Mehrtagesarrangements sind wir auf dem richtigen Weg, diesen anspruchsvollen und gewinnbringenden Touristen zunehmend für die Eifel zu begeistern.“ Die Beteiligten sind sich einig, dass sie das regionalwirtschaftliche Potenzial des Nationalparks zum Wohle der Region nutzen möchten, ohne sein „Kapital“, die einmalige Natur und den Lebensraum von mehr als 6.200 Tier- und Pflanzenarten, zu gefährden.

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5 Kommentare zum Beitrag
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Heidi K. aus Schongau am 08.02.2012 um 14:55 Uhr  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden am 09.02.2012 um 00:59 Uhr  
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Karl-Heinz Huber aus Langenfeld am 09.02.2012 um 09:10 Uhr  
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