Wilde Bä(ee)ren, freundliche Kühe
Wilde Bä(ee)ren, freundliche Kühe
Die ersten Sonnenstrahlen kämpften sich durch den Morgennebel, als sich fröhliche Kinderstimmen dem Kandler Hof in Landsberied näherten.
Nach und nach füllte sich der Hof mit großen und kleinen Menschen, alle neugierig, was sie heute unter dem Motto: Wilde Bä(ee)ren, freundliche Kühe- erwartete.
In der großen Maschinenhalle waren Erlebnisbäuerin Christine Haas und Kräuterpädagogin Daniela Gottstein beschäftigt, die im Anschluss an die Führung anstehende Brotzeit vorzubereiten.
Punkt 10 Uhr ging es für die Kinder in den Stall, um dort die Bewohner des Bauernhofes kennen zulernen. Es wurden große Maschinen untersucht, begutachtet und erklommen, manch kleiner Junge stellte sich vor, wie es sein würde wenn er erst selbst so einen Mähdrescher fahren dürfte und spontan beschlossen viele der Kinder: Wir werden Bauer!!
Natürlich waren auch die kräftigen Arme der Kinder gefordert, denn die Butter für`s Brot musste erst selbst „geschüttelt“ , Kartoffel geschruppt und gekocht werden. Geduldig beantwortete Frau Haas alle Fragen der Kinder.
Zwischenzeitlich begaben sich die mutigen Bä(ee)rensucher mit Kräuterpädagogin Daniela Gottstein zu Hecken und Sträucher immer achtsam das Auge auf das Dickicht gerichtet, in denen sich die Objekte der Begierde in diesem Jahr in Hülle und Fülle befanden.
Da gab es dann dunkelblaue Schlehen zu bestaunen, die halb so groß wie Zwetschgen, allerdings noch ziemlich herb und sauer schmeckten. „Wann werden die denn süß?.. waren die Fragen , oder „schmecken Schlehen immer so“? „Nein“!...die Schlehen entwickeln ihr wunderbares Aroma nach den ersten...“wer weiß es?...Richtig, -nach den ersten Frösten“! Dann allerdings müssen wir schnell sein, denn auch unser gefiederten Freunde wissen um den guten Geschmack. Da wir uns aber alle tierfreundlich nennen, wird natürlich nur unter dem Motto gesammelt: Früchte in erreichbarer Nähe für uns Zweibeiner, die in höheren Gefilden für unsere gefiederten Freunde und die Früchte im unteren Drittel für die kleineren Bewohner der Hecken und Waldränder.
Ein paar Schritte weiter, befanden sich dann die tief rot leuchtenden Kornelkirschen, auch Dirndl oder Hahnenhoden genannt.
In großes Erstaunen versetzte Frau Gottstein die Teilnehmer als sie erste Vogelbeeren in den Mund steckte und somit dem Wissen aus Kindertagen wiedersprach, dass Vogelbeeren giftig seien!
Den Holunder kannten alle schon, dass in ihm aber die Mutter/Schutzgöttin Holda wohnt und dass, das uns allen bekannte Märchen -Frau Holle -daraus entstand, war vielen neu.
Als der Weg an Brennnesseln mit wunderbaren „Früchtchen“ vorbeiführte, wurde auch diese alte Heilpflanze besprochen. Ganz wichtig—sie schützt uns vor Hexen--, ist neben ihre großen Heilwirkung auch ein altes Aphrotisiaka, welches innerlich und äußerlich zur Anwendung kam.
Die Zeit verging wie im Flug und man hätte noch lange zuhören können, wenn da nicht die Kinder mit der selbst hergestellten Butter und den gekochten Kartoffeln gewartet hätten.
Zufrieden, gestärkt und mit viel neu erworbenem Wissen, verliesen die Besucher 3 Stunden später den Kandler Hof, um ganz bestimmt im nächsten Jahr wieder die freundlichen Kühe zu besuchen oder um bei einer der nächsten Wildkräuter- Führungen mit Frau Gottstein den biologischen Wundern und Geschichten zu lauschen.




Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .