Jürgen Fleßner hört nach sechs Jahren auf - Scheidender HSB-Manager im Interview
Im Anschluss an das letzte Saisonspiel am Samstag vor einer Woche gab Jürgen Fleßner, seines Zeichens sechs Jahre lang Manager der Heimerer Schulen Basket Landsberg in der 1. Regionalliga, bekannt, dass er dem Verein in diesem Amt nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Im Kreisboten-Interview spricht er über die Gründe und viele schöne Jahre, in denen er den Landsberger Basketball wie kein anderer prägte.
Kreisbote: Sie haben letzte Woche Ihren Rücktritt vom Managerposten bekannt gegeben. Wann und warum haben Sie den Entschluss gefällt, nach dieser Saison aufzuhören?
Fleßner: Es gibt viele Gründe. Es gibt eigentlich immer mehr Gründe aufzuhören, als die Sache weiterzumachen. (…) Der Schluss hat sich dann dadurch ergeben, dass es im Winter zu der Situation gekommen ist, dass ich gesagt habe, es sollten jetzt vielleicht andere mal versuchen das weiter zu machen. Die Gründe privater, familiärer Natur. Meine Tochter wechselt die Schule – das ist ein sehr wichtiger Teil, wo ich mehr Zeit investieren muss. Auch die Entscheidung, nicht in die ProB zu gehen finde ich schade, denn die Liga wird wieder abgewertet. Das zweite Mal in drei Jahren, was ich auch vom Verband her nicht besonders toll finde, aber der Ehrgeiz muss da sein und auch die Vision muss da sein im Verein, das Aushängeschild voran zu bringen.
Letztendlich konnten Sie sich mit einem Sieg und einem guten 4. Platz verabschieden. War das ein Abschluss nach Maß oder hätten Sie sich etwas anders gewünscht?
Hätten wir vor der Saison gesagt, wir sehen uns auf Platz 5, wäre das ein Erfolg gewesen. Jetzt ist es Platz 4 geworden und man hat auch gesehen, wie wir immer besser geworden sind in der 2. Saisonhälfte. So ist es ein sehr schöner Abschluss.
In den letzten Jahren gab es immer wieder Höhen und Tiefen – so auch diese Saison – aber letztendlich spielte man jedes Jahr in der Regionalliga oben mit. Was ist das Rezept zum Erfolg trotz häufiger Personalwechsel?
Das Erfolgsrezept ist, nah an der Mannschaft dran zu sein. Vielleicht auch grundsätzlich bei der Zusammensetzung darauf zu achten, dass der Charakter der Spieler so ist, dass sie sich in den Mannschaftssport einfügen können. Und dann muss man natürlich einen Trainer haben, der in der Lage ist, das pädagogisch zu betreuen, und so aus den verschiedenen Charakteren eine Mannschaft zu bilden.
Welche Spielzeit hat sich bei Ihnen besonders eingeprägt und warum?
Einprägend im Sinne von erfolgreich war die 1. Saison in der Regionalliga I, wo man mit Edo Vizemeister wurde, wir begeisternde Spiele abgeliefert haben, aber auch einfach aus der Euphorie des Aufstiegs heraus den Basketball hier zu platzieren - auf einem Liganiveau, das es vorher hier noch nicht gegeben hat und einfach auch in Summe so attraktiv zu machen, dass die Leute das auch wahrnehmen und auch annehmen – das haben wir alles geschafft in dieser Zeit. (…)
Was hat Sie nach Rückschlägen immer wieder motiviert?
Die Motivation für mich war zum einen zu zeigen, dass wenn man gemeinsam an einem Ziel arbeitet, dieses auch erreichen kann. Die Motivation kam auch sehr stark von den ganz kleinen Kids, die beim Spiel mit leuchtenden Augen neben ihrer Mama oder Papa sitzen und sagen „stell dir mal vor, die rufen meinen Namen in 10 Jahren“; wenn du es schaffst, bei den Kindern so eine Begeisterung für das Spiel aufzubauen, in diesem Moment macht das alles Sinn. (…)
Wie hat das damals eigentlich angefangen? Vom Handball zum Basketball, vom Hallensprecher zum Manager; wie ging das?
Ich hab 1993 die Europameisterschaft im Fernsehen verfolgt. Das hat mich sehr motiviert selber zu spielen und so hab ich bei der DJK angefangen. Nach und nach habe ich viele Leute im Verein kennengelernt, mit denen ich mich super verstanden habe. (…) Und dann hab ich im Hintergrund der Oberliga-, Regionalliga2-Mannschaften Sachen gemacht. Meine Hauptaufgabe war, dass ich Sitzungen einberufen habe, in den Sitzungen zwischen Spielern, Trainern, Vorstand vermittelt. (…) Ich war Mediator, Stadionsprecher zwei oder drei Jahre lang. Und dann kam es beim Regionalliga2-Regionalliga1-Aufstieg zu der Frage, wer die 1. Herren macht wenn sie aufsteigt. Da hab ich gesagt „ich mach das“ und dann ist die Erfolgsgeschichte richtig durchgestartet.
Wie meinen Sie, wird sich die DJK nach diesem grundlegenden Wechsel entwickeln?
Das muss nicht einschneidend sein. Es ist zwar so, dass viel an meiner Person hing, aber es ist ja nicht so, dass das nicht ersetzbar wäre. Es steht allen frei, sich daran zu versuchen, sich da rein zu arbeiten. Ich habe mich ja auch von Null auf 100 in das Management eingearbeitet. Wieso sollten das andere nicht können? Die Frage ist, ob man das will. Man muss halt die Leute finden, die an einem Strang ziehen und die Sache in den Vordergrund stellen. Das kann und darf man ja hoffen, dass das eine Fortsetzung findet in der Regionalliga. Das muss nicht einschneidend sein.


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