Reicher Kulturkalender im Gedenken an Sir Hubert von Herkomer

Ganz im Zeichen des Gedenkens an Sir Hubert von Herkomer stand das Jahr 2014 in der Kulturstadt Landsberg
 
Sonderausstellung „Dieter O. Klama, Ohne Worte“
 
Ausstellung der Künstlergruppe „art@rational“
Der Todestag des Landsberger Ehrenbürgers Sir Hubert von Herkomer jährte sich 2014 zum 100. Mal. Herkomer war ein wahrhaftes Multigenie; er widmete sich der Malerei, der Architektur, Grafik, Musik und auch dem Film. Er war begeistert von Technik und den Neuerungen seiner Zeit. So vielseitig das Genie Herkomer war, so vielseitig waren die kulturellen Veranstaltungen, die in seinem Gedenken im Jubiläumsjahr 2014 stattfanden.
Mit der Ausstellung „Hubert von Herkomer. Malerfürst und Grafiker“ im Historischen Rathaus würdigte die Stadt Landsberg ihren Ehrenbürger Sir Hubert Ritter von Herkomer. Sie konzentrierte sich auf die Portraitkunst Herkomers, mit der er die finanzielle Grundlage für die Vielzahl seiner kreativen Unterfangen schuf. In Ergänzung dazu beleuchtete das Herkomer Museum schwerpunktmäßig Leben und Werk der vielseitig talentierten Persönlichkeit. Im Stadtmuseum legte die große Grafiksammlung der Herkomerstiftung Zeugnis ab von der souveränen Beherrschung der grafischen Verfahren und Herkomers Experimentierfreude in diesem Bereich.
Neben den Ausstellungen fanden im Rahmen der Kulturwoche vom 29. März – 6. April 2014 auch Führungen in den Herkomer-Anlagen statt. Der Park am Mutterturm wurde von Herkomer als „Englischer Garten“ direkt nach der Fertigstellung des Turms angelegt. Der Landschaftspark ist heute denkmalgeschützt. Klein und fein präsentieren sich die typischen Elemente dieses Gartenstils. Als „Anziehungspunkt für Freunde“ hat Herkomer den Park vor 123 Jahren angelegt. Noch heute sorgen Brunnen und Bachläufe im Zusammenspiel mit mächtigen Bäumen und dem Rauschen des Lechs für eine verwunschene Atmosphäre, die sich viele Brautpaare für ihre Trauung im Mutterturm wünschen.
Die architektonischen Aspekte seines Schaffens konnten hautnah bei Führungen und Veranstaltungen in den Herkomer-Anlagen erlebt werden. Zur „Teatime im Mutterturm“ lud eine Führung mit historischem Kostüm ein. Wie auf Zeitreise erhielt man interessante Informationen zum Turmbau und spannende Geschichten zum Verhältnis zwischen dem Steinmetzmeister und Turmbauer Sepp und Herkomer an den Originalschauplätzen. Der Geburtstag von Herkomer, der teils in Landsberg am Lech, teils in Bushey, England lebte, wurde mit „Croquet and Cake“ am 29. Mai feierlich begangen. Bei Teehausmusik der Städtischen Musikschule Landsberg wurde Kuchen und Tee an festlichen Tafeln im Herkomerpark gereicht.
Wenn die Rede von Herkomer ist, kann seine Leidenschaft für das Automobil nicht unerwähnt bleiben. Das moderne Fortbewegungsmittel hatte es ihm besonders angetan und so initiierte Herkomer bereits 1905 die erste Tourenwagen-Rallye. Die Herkomer-Konkurrenz als ältestes Tourenwagenrennen der Welt findet auch heute noch statt. Außerhalb des üblichen Zwei-Jahres-Turnus fand vom 10. - 13.07.2014 sogar eine Sonderfahrt statt. Es ist immer eine große Aufregung und ein besonderes Highlight, wenn die Automobile bis Baujahr 1930 am Hauptplatz zur allgemeinen Besichtigung eintreffen.
Herkomers Wahlspruch "in propriis alis", also "auf eigenen Schwingen" verdeutlicht den Stolz des in einfachen Verhältnissen aufgewachsenen Künstlers auf seinen Werdegang zum Porträtmaler mit Weltruhm. „Auf eigenen Schwingen“ heißt auch der gleichnamige Titel eines Fakten- und anekdotenreichen Filmportraits, geschaffen von Robert Fischer. Es beleuchtet die Visionen Hubert von Herkomers und wurde am 5. April 2014 im Stadttheater uraufgeführt. Robert Fischers Film war auch einer der Beiträge zum diesjährigen Ellinor Holland Kunstpreis. Der Preis wurde im Rahmen der 14. Langen Kunstnacht unter dem Motto „Hubert von Herkomer heute“ ausgelobt. Die Filmbiographie ging mit 7 weiteren Wettbewerbern ins Rennen und wurde von der sechsköpfigen Jury am Ende zum Sieger gekürt.
Ein weiterer wunderbarer Beitrag zum Herkomerjahr ist das Theaterstück „Kehrwasser“ von Herbert Walter. Die gelungene Eigenproduktion des Stadttheaters wurde am 26. September 2014 unter der Regie von Florian Werner uraufgeführt.
Die 14. Lange Kunstnacht am 20. September war auch abseits Herkomers Gedenken ein Highlight im kulturellen Leben Landsbergs. Das bunte Treiben in den Straßen entsprach dem bunten Potpourri der Ausstellungen, musikalischen Darbietungen und Performances in den Läden. Nur langsam voran kam man in den Räumen der VR-Bank. Im dichten Gedränge hatte man viel Zeit zum Betrachten der Ausstellung der Künstlergruppe „art@rational“. Die Räumlichkeiten wurden gerade renoviert und boten mit dem Baustellencharakter und der musikalischen Umrahmung ein ganz besonderes künstlerisches Ambiente.
Zeuge von „VerFORMung“ konnten die Besucher im Foyer des Historischen Rathauses werden. Auf der Suche nach Möglichkeiten und Unmöglichkeiten fand ein interdisziplinärer Austausch zwischen performativen und visuellen Kunstformen statt. Passend zur laufenden Sonderausstellung „Dieter O. Klama, Ohne Worte“ fand zur Kunstnacht Stephan Lanius' Kleinkunstbühne im Neuen Stadtmuseum Heimat. Der Kontrabassist und Improvisator zeigte seine Musikperformance „Hans im Glück“. Hüpfend, klopfend, sägend, mitreißend und erfrischend war sein Auftritt. Der Zuschauer blieb wie Hans im Glück zurück. Klama selbst war auch anwesend. Besonders die Alte Bergstraße lud als Gesamtkunstwerk zum Hören, Staunen und Bleiben und Feiern ein.

Herkomer-Preis 2014

Auch der Herkomer-Preis wurde 2014 verliehen. Der Preis ging an den Organisten Johannes Skudlik. Das Preisgremium ehrte damit Skudliks Wirken. Er beeinflusst und prägt damit seit vielen Jahren maßgeblich das kulturelle Leben in Landsberg. Sein Landsberger Orgelsommer mit internationalen Organisten von Weltruhm begeistert das Publikum jedes Jahr aufs Neue. Schlussveranstaltung im Herkomerjahr war das Große Oratorium „Herkomers Freunde und Zeitgenossen“ am 12. Oktober 2014. Der Landsberger Oratorienchor sang in Begleitung des Orchesters Symphony Prag unter der Leitung von Johannes Skudlik. In der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt erklangen so Mahlers Symphonie Nr. 5, letzte Lieder von Richard Strauss und Hugo Wolfs geistliche Lieder. Mit dem traditionellen Christkindlmarkt klang das Jahr aus. Bereits vor der offiziellen Eröffnung am 28. November 2014 drängten sich viele Menschen durch die festlich beleuchteten Gassen. Groß und Klein bestaunten die weihnachtlich geschmückten Buden und den feierlichen Lichterschein, der den Hellmairplatz heimelig erstrahlen ließ. Getragen von dieser feierlichen Stimmung darf man sich an dieser Stelle bereits auf das nächste Jahr freuen. Zum Jahresanfang findet zum zweiten Male das „Snowdance Filmfestival“ statt. Ein Independent Festival fernab großer Produktionen.
Im Frühling startet die Moreth Theater Company in Zusammenarbeit mit dem Landsberger Stadttheater. Nachdem Moreth im Januar 2014 mit großem Erfolg „Das Weiße Rössl“ aufgeführt hat, ist am 9. April 2015 die Premiere von „Gefährlich Liebschaften“. Das Ensemble um den Schauspieler und Regisseur Konstantin Moreth besteht aus Berufsschauspielern. Die Stücke werden im Stadttheater geprobt. Auch die Premieren werden hier gefeiert. Danach geht das Ensemble deutschlandweit auf Tournee.

Ausblick: Ruethenfest 2015

Ein außergewöhnliches Highlight für die ganze Familie wird im kommenden Jahr das Ruethenfest sein. Alle vier Jahre findet es Landsberg statt. Im Mittelpunkt steht der prachtvolle Festumzug mit Pferdegespannen. Wir freuen uns schon jetzt, wenn die Landsberger Kinder uns mitnehmen auf eine Reise durch die Geschichte unserer Stadt! Text und Bilder: Stadt Landsberg
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 09.01.2015
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