wegsperren und rausschmeißen
Man könnte zornig werden. Da hauen feige jugendliche Burtalos auf einen Pensionisten ein - da fällt Politikern offenbar nichts anderes ein, als die alte Leier vom Rausschmeißen und Wegsperren anzuschlagen .
Ich habe eben einen Kommentar in Königsbrunn abgegeben.
Zuerst meine Polemik:
Natürlich haben Koch & Co wieder die Lufthoheit über den Stammtischen errungen und werden fette Wahlergebnisse einfahren mit ihrer Draufhau- und Rausschmeißpropaganda.
Und es sind genau diese Kreise, die bis vor ein paar Jahren nicht sehen wollten, dass aus Gastarbeitern längst Zuwanderer geworden sind, deren einer Teil zwischen Entwurzelung, missglückter Assimilation und extremer Kulturkreispflege pendelt.
Und schließlich doch etwas argumentativer:
Der Ausdruck "Camp" ist natürlich modern und stellt auf die Verhältnisse in den USA ab, die man aus Fernsehreportagen zu kennen glaubt. ob man aber mit extremem Drill in einem System autoritätsbetonten und gruppendynamischen Drucks die Sozialisationsdefizite nachhaltig abbauen kann, darf bezweifelt werden. Fällt dieses organisierende, künstliche Umfeld nach der "Verbüßung" weg, werden die fremden Regulative nur bei wenigen nachwirken. Denn die in diesen Camps konstruierte Wirklichkeit entspricht kaum jener der Außenwelt!
Für jugendliche Straftäter ist unser auf (Re-)Sozialisierung setzender Jugendstrafvollzug, der mit seinen reichhaltigen Qualifizierungsangeboten auf Integration in die Gesellschaft setzt, ein Institut, das nicht kleingeredet werden darf. Man sollte anerkennen, was dort geleistet wird, und man sollte vor allem staatlicherseits an der Weiterentwicklung dieser Einrichtung arbeiten: (Sozial-)Pädagogik und ausreichende Alimentierung (lt. Duden Unterstützung mit Geldmitteln) ist angesagt.
Zum Ende kommend:
Dazu wäre freilich noch viel zu sagen, ja, das müsste durchforscht und in der Gesellschaft diskutiert und dann vor allem praktiziert werden. Dabei ginge es dann um Abbau von Vorurteilen, Beseitigung von Ausgrenzung, Frühintegrations(an)gebote ...
(Ein kleines Outing, garantiert ohne Prahlversuch: Ich habe in meiner Penne Jahrzehnte mit sog. Problemschülern gearbeitet ...)



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