S 4 und 2. Stammstreckentunnel: CSU steckt den Kopf in den Sand.

Der Streit zwischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und dem Landtagsabgeordneten Dr. Herbert Kränzlein (SPD) zum Ausbau der 2. S-Bahn-Stammstrecke und des viergleisigen Ausbaus der S 4 zwi-schen Pasing und Fürstenfeldbruck geht in die nächste Runde. Dr. Kränzlein hat einen Dringlichkeitsantrag ausgearbeitet, der vom Minister im Wirtschaftsausschuss des Landtags beantwortet werden muss.

Der SPD-Abgeordnete hat bereits im Plenum ausführlich und faktenreich dargelegt, dass sowohl der Bedarf als auch die dringende Notwendigkeit und Machbarkeit für den Ausbau der 2. Stammstrecke gegeben sind. Über 800.000 Fahrgäste benutzen das S-Bahn-System und durch den rasanten Bevölkerungszuwachs in der Region wird der heute schon an seine Grenzen gelangte ÖPNV heillos überlastet sein. Auf die CSU ist in dieser Sache kein Verlass, so Dr. Kränzlein. Erst kürzlich hat die CSU-Mehrheit im Verkehrsausschuss des Landtags eine Petition des Fürstenfeldbrucker Kreistags grundlos abgeschmettert. Bedauerlicher Weise waren die CSU-Abgeordneten Goppel, Dorow und Bocklet bei der Ausschussabstimmung im Verkehrsaus-schuss nicht einmal anwesend. Eine Verbesserung für die Pendler im Landkreis werden sie damit nicht herbeiführen.

Schon die vor Jahren aus dem Büro Viereck und Rössler stammenden Gutachten, die die Landkreisbürgermeister an der S4-Strecke auf Anregung des damaligen Puchheimer Bürgermeisters, Dr. Kränzlein in Auftrag gaben, zeigten eine praktikable Lösung im Grundsatz auf. Wer von den CSU-Politikern die Express-S-Bahn will, braucht nur in den Gremien dafür zu stimmen, argumentiert Dr. Kränzlein.

Völlig unverständlich erklärt Minister Joachim Herrmann heute auch noch, dass die Staatsregierung nur Höchstkosten für die zweite Stammstreckenröhre von 2,1 Milliarden Euro akzeptieren würde. Dies ist aber die derzeit schon geschätzte Bausumme für ein Bauwerk, das im Hinblick auf den ständig hinausgeschobenen Baubeginn allein inflationsbedingt bei der Endabrechnung sicher teurer sein wird. Soll das nun heißen, dass der Minister den Ausstieg aus diesem unver-zichtbaren Infrastrukturprojekt vorbereitet, ohne das der öffentliche Nahverkehr in der Region München nicht mehr funktionieren wird? Oder wird der Minister in gewohnter Manier auch diese Aussage alsbald wieder revidieren, fragt Dr. Kränzlein

Mit satten Wahlversprechen, kurz vor Wahlen, mit Internetauftritten, einer Wanderausstellung oder mit der Einsetzung von Ausschüssen wird der Pendler seit Jahren bei der Stange gehalten, um nicht von überfüllten S-Bahnzügen auf die Straße umzusteigen. Es scheint, der Elan beim Innen- und Verkehrsministerium für die Münchner S-Bahn ist verflogen. Früher war man stolz: “Woanders baut man noch, München fährt” war der Werbespruch zur Olympiade von 1972 bei der Bauabteilung der Münchner Verkehrsbetriebe, erinnert sich Dr. Kränz-lein. Und was ist heute?
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