Und das war's
Die Ausstellung am 11., 12. und 13. Juli 2008 im Schönachhof in Hohenfurch.
Eine Eröffnungsrede:
"Ja mei, jetzt soll eigentlich eine Literatur kommen. Aber Leut, ich hab zwar mein Nasenfahrrad dabei, aber das Büchl vergessn. Und da erzähl ich euch halt was; weil vom Lesn, da verdirbt man sich bloß die Augen. Auch wenn da einer sogar hier Bücher anbietet! Und ich sag euch, wo man früher seine Info, wie man dees heut nennt, was man halt so wissn muss, herkriegt.
Gut. Den Radio hat man schon lang gehabt, so ein schwarzes Bakelitkastl, als er noch Göbbelsschnauze g'heißen hat, wo's allerweil rausgelogn ham.
Und als dee Gaudi vorbei war, da hat es den AmiJazz gegeben ausm Radio und demokratisch ham sie einen machn wolln, wo man heut noch nicht weiß, was eine Demokratie is. Manchmal hat man schon auch den WeißFerdl, den Valentin gehört im Radio drin und die ganzen Gaudi-Veteranen. Aber was du wissen hast wolln, dees hams dir nicht g'sagt.
Und eine Zeitung hat man schon g'habt, weil du hast ja ein Papier braucht zum was einwickeln. Und ein Papier hast ja auch braucht, um auf dem Aborthäusl ein Papier zum haben, weil dees schon besser war als wie dees Schüppl Gruamat, dees wo's früher gebn hat vor der Zeitung.
Aber eigntlich is nix dring'standn in dem Blatl. Und wenn doch, dann hättstes ja lesn müssn und dir die Augen ruiniert.
Ja, wo bist dann hin, wenn du wissen hast wollen, was man halt wissn muss, was im Dorf los is und was so geredt wird und worüber man net redt und in der Politik, der bucklign, dees war da auch net drin?
Da bist zum Wirt gegangen.
Ja aber dee Mutter hat schon g'jammert: 'Dees schöne Geld, was man allerweil zum Wirt tragt. Und dee fetzn Räusch, dee man heimziagt und des sau grantig sein tags drauf mit seim Schädlweh!'
Aber was sein muss, dees muss sein! Und du bist hingangen.
Bevor du aber neigangen bist, da hast doch g'schaut, ob der Unsympath drinsitzt oder gar der Feind, mit dem du erst g'stritten hast. Da bist halt zum andern Wirt g'angen. Aber wenn dee Luft rein war, nacher bist nei und hast dir eine Halbe gekauft. Schee dunkl hats Bier sein müssn, weil wennst ein Helles trinkst, hat der WeißFerdl g'sagt, nacher bist eh schon ein halberter Preiß.
Und dee erste Halbe hast ein bissl schneller neizogn, wegn dem Durscht, den man allerweil hat und dem Hergehn, dees durschtig g'macht hat. Und nacher hast dir glei noch eine Halbe kauft.
Und du hast zugehört und auch was g'sagt. Und mit der Zeit, da hast dann gewusst, was die Säu kosten, was du für die Eier kriegst und wost noch ein bissl was dazuverdienen kannst. Und nacher hast dir noch eine Halbe kauft. Und man hat freilich auch g'redt, was im Dorf los war und über den einen oder andern. Nicht dass man dee Leut ausgericht hätt! Denn man redt ja bloß und sagt ja nix ... Vorsicht! hast dir eh denkt, sag nicht zu viel, hab eher die Ohren auf als die Goschn. Und hast dir lieber noch eine Halbe kommen lassn.
Und es hat schon sein können, dass einer auch mal politisch worn is. Oh, da hast dich besser zrückg'haltn. weil, net dass man dich einschätzt. Obwohl, wenns dich für einen Schwarzn haltn, nacher macht dees nix aufm Dorf heraußen. Aber einen Rotn? Naa, ein solcherner möcht keiner nicht heißen, da tät man sich ja sündign fürchtn. Schon den Gedankn dran hast dir mit einem ordentlichen Schluck nunterg'schwappt und gleich noch eine Halbe kommen lassn.
Und schon auch einmal über dee Madln hat man auch g'redt, weil dee ham ja mit der Zeit immer weniger ang'habt. Und da muss der Mann schon auch einmal Maß nehmen. Aber nicht, dass man gesauiglt hätt! Bloß ein paar Witz hat man schon g'hört und selber einen rauslassn und g'lacht, weil's eine Gaudi ist. Und dees hat freilich wieder einen Durst g'macht.
Ja, was soll man noch sag'n? Freilich, diamal is auch ein schöner Schafkopf zamgangen. Da hast dann halt g'spielt und deine Freud g'habt. Aber aufpassn hast müssn, dass dir deine Zehnerl nicht alle wegkommen sind. Und auch dees hat einen Durst g'macht.
Und dann bist doch einmal heimg'angen wieder. Und dee mehrer Zeit hast dich sauwohl g'fühlt dabei und richtig beschwingt bist g'wesn, dass du fast abg'hobn hättst und die Bodenhaftung, wie's heut heißt, verlorn hättst. Und bloß die Neidign heißen dees eine Schwankung und lauter solche Bosheitn. Jendnfalls hast dann gewußt, wennst heimgangen bist, was alles läuft im Dorf. Oder hast es schon wieder vergessn gehabt, bist daheim gewesen bist, aber zufrieden bist allemal gewesen.
An den Willkommensgruß daheim bist eh g'wöhnt g'wesn und hast ihn wegg'steckt: 'So, is man jetzt wieder da, bsoffns Waagscheitl!'"
Aber heut, dees sag ich euch, liebe Leut! Da kauft sich einer seinen Kastn Bier im Großmarkt und setzt sich vorn Fernsehr und merkt gar nicht, wie alles allerweil leerer wird und nicht bloß in die Bierflaschl drin, sondern auch im Kopf und im Dorf.
Und wenn er einen Blödn findt, der wo den ganzn Abend Wasser sauft, daweil sich dee andern zuschüttn, dann fahrt man mit dee Freund mitm Auto gottweißwohin, denn da gibts ein Stadlfest, ein Bierzelt, ein Volksfest und da gibt's die Poolpartie und die Beachpartie ... Aber bei derer, da braucht man eigntlich gar kein Bier nicht, weil die narrische Musik macht dich im Hirn so blöd, dass du meinst, du hast einen Rausch.
Bloß dees sag ich euch, ihr lieben Leut: heut, wo der Sprit so viel kost, dass dir das Wegfahrn vergeht und wo sie dich vom Radl holn, wennst dir bloß ein paar Halbe neizogn hast, und dir den Führerschein wegnehmen: Da wirst noch froh sein, wenn im Dorf einen Wirt gibt, wost zu Fuß hingehn kannst ... und besser zwei Wirtn oder drei. Und jetzt schenkts mir eine Halbe ein und dann trink ich einen drauf, bevor mir vor lauter Redn die Gurgl eintrocknet. Prost! Und einen schönen Abend noch!"


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