Übertritt oder Verbleib - Jubel oder Katastrophenstimmung
Liebe Mütter & Väter!
1. Wenn es nicht geklappt haben sollte mit dem Übertritt des Kindes ins Gymi oder in die Realschule, dann bitte nicht verzagen!
Es stimmt nicht, dass der Verbleib in der Haupt- bzw. in der dazu umetikettierten Mittelschule den sozialen Abstieg bedeutet.
Denn da gibt es seit langem DEN BERUFLICHEN WEG, der gleichfalls (und ohne Verzögerung) zur Uni führen kann: HS/MS-Abschluss (nicht unbedingt schon mit der Mittleren Reife!) + Ausbildung (mindestens 2 Jahre) und dabei den zur Mittlerem Reife führenden Berufsschulabschluss mit 2,5 (und einer 3 in Englisch) + Berufsoberschule mit dem Abschluss der fachgebundenen Hochschulreife (oder mit einer zweiten Fremdsprache mit der allgemeinen Hochschulreife) ...
2. Wenn es geklappt haben sollte: Viel Glück und Spaß, auch nach dem Übertritt. Wenn es dann aber zu kriseln beginnt: Nicht durchpeitschen wollen, sondern ... s. 1.
3. Vielleicht sollte man doch auf die Kulturpolitik Einfluss zu nehmen versuchen und bewirken wollen, dass dieses altertümlich gegliederte Schulsystem geändert wird. Zumindest sollten die Übertritte später erfolgen. Denn alle PISA-Spitzenstaaten haben das längst erkannt und realisiert.
> "Vielleicht sollte man doch auf die Kulturpolitik Einfluss zu nehmen versuchen und bewirken wollen, dass dieses altertümlich gegliederte Schulsystem geändert wird"
Das wäre schön!
M.E. sollte man beim Studium schlicht Eignungstests durchführen und nicht irgendwelche "Scheine" oder alten Schul- oder Bildungskarrieren beachten.
Dann könnte jeder es auf die Uni schaffen, egal, wie er sich darauf vorbereitet hat.
... wäre auch denkbar, denn bei diesen Tests käme ja die Eignung zum Vorschein (die natürlich ohne Vorbereitung - wo auch immer betrieben - nicht aufzeigbar ist).
... wenn die Uni überhaupt das einzig empfehlbare Ziel aller Vorstellungen von Erfolg, Wohlhabenheit und Ansehen ist (irgendwer hat mir mal gesagt, er kenne in seinem Betrieb eine Reihe qualifizierter, zufriedener Meister und ebenso nahezu stümperhafte, frustrierte Ingenieure).
Klar gäbe es noch weitere Alternativen zur Uni oder überhaupt zu allen klassischen Ausbildungswegen - und wenn es jemand wäre, der sich alles selbst beibebracht hat. Aber dafür müssen Arbeitgeber (und Volk!) offen sein.
Das denke ich auch. Denn nicht erworbene Scheine sollten entscheidend sein, sondern das, was jemand daraus zu machen versteht. D. h. dass die erbrachte Leistung ausschlaggebend sein sollte für die Achtung, die man jemandem entgegenbringt, und für das Entgelt, das man jemandem zukommen lässt. Das alles ist allerdings nur ansatzweise vorhanden in unserer (Arbeits-)Gesellschaft.
Naja, dem Stino-Arbeitgeber sei verziehen - der hat oft weder Zeit noch Durchblick, die Bewerber nach Wissen und Leistung zu bewerten und verlässt sich eher auf "Scheine".
Solche Arbeitgeber übersehen, dass in ihren Mitarbeitern oft mehr steckt, als es frühere Beurteilungen, die unter ganz anderen Gegebenheiten (z. B. in Schulen und Studieneinrichtungen) entstanden, zum Ausdruck bringen können. Sie verzichten auf die Aktivierung wertvollen Potentials, wenn sie nicht auf ihre Leute eingehen. Obendrein dämpfen sie durch respektlose Oberflächlichkeit den Leistungswillen. Ich denke, dass jeder Mensch als Persönlichkeit anerkannt werden will und muss. (Und das bezieht sich auch auf unser Thema "Übertritt". Denn das praktizierte Verfahren unter Ängste auslösendem Probenstress ist hochgradig unpädagogisch. Es wird den wahren Anlagen der Kinder selten gerecht.)




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