Reservisten besuchen Untertageanlage in Landsberg
Der Bunker in Landsberg, war das Ziel einer geschichtlich interessierten Gruppe mit Gästen der Reservisten aus Landsberg und der Kreisgruppe Oberland.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Welfen Kaserne, wurden die Besucher durch einen Vortrag auf die Geschichte der Bunkerentstehung Landsberg - Kaufering vorbereitet.
Oberstabsfeldwebel Helmut Müller, führte die Besucher mittels eines hervorragenden Vortrages in die Zeit von 1944 zurück.
Unter dem Projektnamen „Ringeltaube“ sollte ein neues Rüstungsvorhaben des III. Reiches stehen. 400 Meter lang,
85 Meter hoch und 25 Meter breit, sollte die halbunterirdische Produktionsanlage für die Flugzeugtypen Me-262, Do-335 und Fw-190 des III Reiches werden.
Die Leitung zur Umsetzung dieser Pläne stand unter Albert Speer. Zur Unterstützung des Vorhabens wurde die Organisation Todt, das Architekturbüro der Fa. Schlempp in Berlin und die Fa. Moll aus München mit der Bauausführung beauftragt.
Welche Mittel das III Reich anwandte, um das hochgesteckte Ziel zu erreichen, wurden den Besuchern anhand von Originalfotos und fundierten Kenntnissen über
das Bauvorhaben durch OSFw Müller ergänzt.
Dass im Raum Landsberg drei Bunker dieser Art geplant waren, war vielen Teilnehmern nicht bekannt. Diana II und Walnuss II wurden aufgrund logistischer Probleme zugunsten des Bunkers Weingut II gestrichen. Ein weiterer Bunker, Weingut I wurde in der Nähe von Mühldorf begonnen. Kein Bunker wurde fertig gestellt und konnte somit auch nicht die gestellten Forderungen bis zum Kriegsende im Mai 1945 erfüllen.
Für das Bauvorhaben in Landsberg waren 30 000 Arbeiter erforderlich, die hauptsächlich aus Juden bestanden und in insgesamt elf Außenlagern um Landsberg/Kaufering
(Kaufering I bis XI) unter unmenschlichen Verhältnissen untergebracht wurden.
Vom Baubeginn des Bunkers „Weingut II“ in Landsberg am
15. Mai 1944 bis zum Baustopp am 23. April 1945 wurden
1 Million Kubikmeter Erde bewegt, 210 000 cbm Kies für die Aufschüttung, 310 000 cbm Beton für die Verschalung und 7500 Tonnen Stahl für die Armierung verwendet.
Von den 30 000 Arbeitskräften haben 14 500 Menschen das Konzept des III. Reiches „Vernichtung durch Arbeit“ nicht überlebt.
Von der geforderten 400 Meter Gesamtlänge des „Weingut II“ waren zu Kriegsende 226 Meter fertig gestellt.
Im Jahr 1960 wurde die Anlage durch die Bundeswehr übernommen und bis 1966 durch die Luftwaffe in der heutigen Form ausgebaut.



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