Nur ein paar Watschn

von Dietrich Kothe aus Landsberg am Lech | am 18.04.2010 | 180 mal gelesen | 12 Kommentare | 0 Bildkommentare | 0 Bilder

Nur ein paar Watschn
... und die wären gar keine richtige körperliche Züchtigung gewesen.
Gelegentlich wird ja das NT erinnert, in dem Jesus mit dem Rat zitiert ist, auch noch die andere Wange hinzuhalten, wenn man auf die eine geschlagen worden war.
Kann man davon ausgehen, dass damit dem Aggressor die Gelegenheit gegeben werden sollte, sich an seinem Opfer auszutoben?
Bestimmt nicht.
Auch die Aufforderung zur Duldung des Unrechts, die immerhin eine Vorstufe von dessen Annahme wäre, kann nicht unterstellt werden.
Es ist sicher anzunehmen, dass Jesus den Irrtum hasste, den Irrenden jedoch liebte wie jeden Menschen. Aus dieser Sicht muss doch gesehen werden, dass dieser Andere-Wange-hinhalten-Rat die Empfehlung zum passiven Widerstand ist. Die Zurückhaltung des Gedemütigten gäbe dem Peiniger nämlich die Möglichkeit, sein Fehlverhalten einzusehen und im Idealfall im moralischen Sinne umzukehren. Das hieße auch, die Folgen seines Fehlverhaltens zu beseitigen versuchen.
Diese Einsicht ist Herrn Mixa - nach dessen Bekunden - auch nach etlichen Jahrzehnten noch nicht zuteil geworden. Er stellt zwar richtig dar, dass damals körperliche Züchtigung zum pädagogischen Handwerkszeug zählte. Zum Grundgesetz und seiner Forderung der Achtung der Würde und körperlichen Unversehrtheit eines jeden Menschen fand man in der Erziehung erst etwa in den Siebzigern. Der geistliche Herr hätte das GG aber gar nicht im Kopf zu haben brauchen, er hätte nur an seinen höchsten Auftraggeber denken müssen - oder an das, was er selber immer wieder predigt.
Nun aber: Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein - heißt es auch im NT.
Ich gebe zu, dass mir (in meinem Umgang mit jungen Erwachsenen) auch etliche Male die Sicherung durchgebrannt war und ich fest "hingelangt" hatte. Ich habe diese Fehler - wieder bei Verstand - so zu bereinigen versucht: Nach einem Vier-Augen-Gespräch bat ich vor der Klasse, in der das geschehen war, den Misshandelten um Entschuldigung. Und zwar nach dem eindeutigen Bekenntnis, dass ich falsch, ja widerrechtlich gehandelt hatte und es auf keinen Fall hätte sein dürfen. Ich verrate, für mich gar kein einfacher Parcours.
Kann man etwas Ähnliches von einem geistlichen Würdenträger - der auch mein Bischof ist - nicht erwarten? In frühen christlichen Gemeinden soll man die öffentliche Beichte gepflegt haben, heißt es!

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