Nur ein paar Watschn
Nur ein paar Watschn
... und die wären gar keine richtige körperliche Züchtigung gewesen.
Gelegentlich wird ja das NT erinnert, in dem Jesus mit dem Rat zitiert ist, auch noch die andere Wange hinzuhalten, wenn man auf die eine geschlagen worden war.
Kann man davon ausgehen, dass damit dem Aggressor die Gelegenheit gegeben werden sollte, sich an seinem Opfer auszutoben?
Bestimmt nicht.
Auch die Aufforderung zur Duldung des Unrechts, die immerhin eine Vorstufe von dessen Annahme wäre, kann nicht unterstellt werden.
Es ist sicher anzunehmen, dass Jesus den Irrtum hasste, den Irrenden jedoch liebte wie jeden Menschen. Aus dieser Sicht muss doch gesehen werden, dass dieser Andere-Wange-hinhalten-Rat die Empfehlung zum passiven Widerstand ist. Die Zurückhaltung des Gedemütigten gäbe dem Peiniger nämlich die Möglichkeit, sein Fehlverhalten einzusehen und im Idealfall im moralischen Sinne umzukehren. Das hieße auch, die Folgen seines Fehlverhaltens zu beseitigen versuchen.
Diese Einsicht ist Herrn Mixa - nach dessen Bekunden - auch nach etlichen Jahrzehnten noch nicht zuteil geworden. Er stellt zwar richtig dar, dass damals körperliche Züchtigung zum pädagogischen Handwerkszeug zählte. Zum Grundgesetz und seiner Forderung der Achtung der Würde und körperlichen Unversehrtheit eines jeden Menschen fand man in der Erziehung erst etwa in den Siebzigern. Der geistliche Herr hätte das GG aber gar nicht im Kopf zu haben brauchen, er hätte nur an seinen höchsten Auftraggeber denken müssen - oder an das, was er selber immer wieder predigt.
Nun aber: Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein - heißt es auch im NT.
Ich gebe zu, dass mir (in meinem Umgang mit jungen Erwachsenen) auch etliche Male die Sicherung durchgebrannt war und ich fest "hingelangt" hatte. Ich habe diese Fehler - wieder bei Verstand - so zu bereinigen versucht: Nach einem Vier-Augen-Gespräch bat ich vor der Klasse, in der das geschehen war, den Misshandelten um Entschuldigung. Und zwar nach dem eindeutigen Bekenntnis, dass ich falsch, ja widerrechtlich gehandelt hatte und es auf keinen Fall hätte sein dürfen. Ich verrate, für mich gar kein einfacher Parcours.
Kann man etwas Ähnliches von einem geistlichen Würdenträger - der auch mein Bischof ist - nicht erwarten? In frühen christlichen Gemeinden soll man die öffentliche Beichte gepflegt haben, heißt es!
Das kann man sehen wie man will. Ich meine nur, es gehen die "Glaubenskriege" wieder an ... ?
Endlich kann ich dem Pfarrer die vielen Beichten meiner Sünden und vorallem die ellenlangen "Ablaßgebete" wieder "heimzahlen"!
Nach dem Kriege waren Schläge in den Schulen und sonst wo an der Tagesordnung - auch bei mir - und zwar mit dem Rohrstock. Waren sogar amtlicherseits erlaubt!!!
Heute hört man landauf und landab von ehemaligen Erziehern, "Ich nicht", die "anderen haben es gemacht. Sogar der "Pfarrer"!!!" Mir" wäre die
Hand nur fast mal ausgerutscht!!! Ich gehören zu den "Guten".
Schauen wir doch mal mal in die Elternhäuser rein, da gibt auch keiner etwas zu. Manchmal, zu oft meine ich, findet man aber zum Beispiel "tote Kinder" in Kühltruhen!!!
Vergewaltigungen und "Kindesmisshandlungen" sind ein gesellschaftpolitisches Problem, das uns a l l e angeht.
Erst im März sind sind in Lünen zwei Kinder durch ihre Mutter ums Leben gekommen. Sie verübte Selbstmord.
Sind denn die Namen wie Natscha, Ursula, Vanessa und viele, viele andere vergessen...???
Die Jagd auf "unbequeme" Priester ist leider zu wenig.
Nix für ungut
Willi
Lieber Wilfried Bauer,
ich denke nicht an Glaubenskriege und an Jagden, auf wen auch immer ...
Doch ich sehe einen Fortschritt darin, dass immer mehr Menschen den Mut haben, Unrecht offen zu benennen und Rechtfertigung, Wiedergutmachung - soweit eben möglich - und vor allem Verhaltensänderung zu fordern. Es ist eventuell sogar so, dass man einsehen muss, dass einem (der sich im Unrecht befindet) Einsicht nicht immer von selber kommt. Man muss ihn mitunter dahin drängen.
Nur so ändert sich unsere Gesellschaft - vielleicht sogar etwas zum Guten hin.
Mag ja auch richtig sein, Dietrich,
mir fällt aber auf, dass man sich beim Mixa und den kirchlichen "Anstalten" besonders anstrengt um sie zu "Verteufeln".
Verteufelung?
Aber die starke Kritikwelle rührt vielleicht daher, dass diese (meist älteren) Herren (Frauen werden ja in der katholischen Kirche ruhiggehalten) die Gesellschaft stets mit hohen moralischen Forderungen konfrontieren und ihrerseits den Menschen Kritik um die Ohren hauen.
Die "Schäflein" haben aber in Erinnerung, irgendwann gehört zu haben: "An ihren Taten sollt ihr sie messen!"
Nun ja, da blökt die Herde halt ein wenig - vielleicht (und hoffentlich) so lange, bis ihre Hirten zur Einsicht kommen ... vielleicht sogar z. B. in die Richtung zu denken und zu handeln beginnen, den Frauen den Weg ins Pesbyterium (den Entscheidungsraum der Kirche) zu öffnen, und zwar nicht nur um dort mit dem Putzlappen tätig zu sein.
Jedenfalls scheint mir, dass sich die Kritik nur scheinbar an Gewalt und Missbrauch festbeißt. Es ist ja so viel faul im Kirchenstaat, aber man kommt sonst so schlecht ans vatikanische Bollwerk heran. Daran haben schon so gute Köpfe wie Drewermann und Küng ihre Munition verschossen.
Und lauter solche Sachen ...
Wenn die geweihten Herren nicht handeln, wird vielleicht aus der Kritikwelle ein Tsunami. Und das wäre schade.
Also geht es doch gegen "die" Kirche, vornehmlich der "Katholischen" ...!
Wie schaut es denn bei den anderen Glaubensgemeinschaften aus? Ist dort alles in Ordnung? Beim Islam vielleicht??
Oder beginnt doch eine neue Reformationszeit!
Nein, nein, es geht nicht "gegen" die (katholische) Kirche, jedenfalls mir nicht! Es geht mir viel mehr "um" die Kirche, nämlich um ihre Glaubwürdigkeit, und zwar im Sinne ihres Gründers, wie man es mich gelehrt hatte, z. B. in den vielen Jahren klösterlichen Internats.
Über andere Glaubensgemeinschaften mache ich mir ein Bild, urteile aber nicht!
Ob eine neue Reformationszeit beginnt?
Ich hoffe es nur zu sehr. Ich hoffe, sie möge im Sinne des guten Johannes XXIII. anheben, der das II. Vatikanische Konzil einleitete und "die Fenster öffnen" wollte.
(Im Übrigen finde ich es interessant, dass wir so in einen Dialog geraten sind! Eigentlich sollten sich dazu noch andere Zeitgenossen eingeladen fühlen. Denn es geht um unsere Kirche und darum zu glauben, dass auch beim Laien der Heilige Geist gelegentlich mal vorbeischaut.)
Mir geht es hier nicht um die Kirche. Es geht auch nicht darum, ob Herr Mixa "nur" Watschn verteilt hat oder auch andere Formen der "Züchtigung" gefunden hat. Mir geht es nur darum, dass er gelogen hat. Und das kann er sich als Bischof m.E. nicht leisten. Ich denke, dass er nicht mehr tragbar ist.
... und die Politiker, die Bänker, Deine Mitmenschen ... und und und ....?
Klar, die Sache da mit der Wahrheit.
Der einzig bis jetzt erwiesene Fehler des Bischofs ist die Watschn-Angelegenheit, da er sie eingestanden hat. Da finde ich allerdings eher die Tollpatschigkeit dieses Herrn im Umgang mit den Fakten wunderlich: erst absolut verneinen, dann halbherzig eingestehen und im selben Atemzug den relativierenden Rückzieher machen (es hätte sich dabei gar nicht um eine richtige Misshandlung gehandelt, da das Zuhauen damals gebräuchlich gewesen sei).
Ich denke, dass das Hauptproblem dieses Geistlichen darin besteht, dass er sich selber beschwindelt. Und das ist bei vielen Moralisten der Fall. Denn diese Träger und Verkünder höchster sittlicher Ansprüche müssen sich so verhalten, da sie ja wissen, dass sie meist außer Stande sind, die den Anderen dargestellten Höchstnormen auch selber zu erreichen.
Viel schlimmer, ja geradezu abstoßend fände ich es, wenn sich der Vorwurf des misswirtschaftlichen Umgangs mit den Waisenhausgeldern bewahrheiten würde! Doch vorerst gilt die Unschuldsvermutung.
Das heißt also, alle anderen dürfen lügen ("kraft Amtes") ...!
lügen und betrügen ..., eine höllische Vorstellung, wenn das in unserer Gesellschaft zur Norm erhoben werden würde (was viele allerdings bereits vollzogen haben, so unter dem Aufmacher: erlaubt ist alles, man darf sich nur nicht erwischen lassen)





Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .