Mundartabend des Landsberger Autorenkreises in Ellighofen

An buntn Strauß ham mia eich gmacht,
a bissl was von allem,
der wird heut abend überbracht,
i hoff, er wird eich gfallen.
So dichtete Moderator Helmut Glatz am Anfang, und wirklich: Der bunte Strauß fröhlicher, lustiger, ernster, kritischer, nachdenklicher Texte, der da gebunden wurde, gefiel den zahlreichen Zuhörern beim Brunnenwirt in Ellighofen vortrefflich.
Eingeladen hatte der Landsberger Autorenkreis, der einmal im Jahr eine Veranstaltung zum Thema „Mundart“ durchführt. Dabei geht es vor allem darum, auf die Bedeutung der Mundart und die wunderbare Vielfalt unserer Dialekte hinzuweisen.
Begonnen wurde traditionell mit dem Lobgedicht der inzwischen verstorbenen Ellighofener Heimatdichterin Thekla Balser auf das kleine Dorf im Fuchstal, vorgetragen von ihrer Nichte Maria Spengler. Heidi Kjaer aus Schongau besang in schönen bairischen Versen ihre Sehnsucht nach der vergangenen Jugend und der erwachenden Natur im kommenden Frühjahr. An die schon fast vergessenen Mundarten der Heimatverriebenen erinnerte Brigitte Husarek mit einem heiteren Gedicht in „obersächsischer“ Mundart, wie sie von den Deutschen in Nordböhmen gesprochen wurde. Carmen Kraus gar erzählte von der Sprachverwirrung, die sie als Donauschwäbin aus dem Banat in ihrem Bekanntenkreis in Landsberg erlebte. Damit war man wieder (die Reihenfolge der Vortragenden wurde per Los bestimmt) in Bayern angelangt. Claire Guinin interpretierte die Bibel im Münchner Idiom, Hans Schütz aus Roßhaupten schilderte im rauen Allgäuer Dialekt den Lech und beklagte die Zähmung des einst so wilden Gebirgsflusses. Dass man auch in der Mundart tiefe philosophische Gedanken ausdrücken kann, bewies Max Dietz in der altertümlichen, diphtongreichen oberpfälzer-egerländerischen Mundart. Und dann zurück zum heimatlichen Lechrain: Otto Stedele zitierte lustige Fastnachts- und Spottverse, wie sie in den Dörfern zwischen Lech und Ammersee gebräuchlich waren. Sozialkritische Töne schlug der aus Untermühlhausen stammende Roland Greißl an, während das Gespräch der Amateurphilosophen Knacke und Beisel, das Helmut Glatz zum Besten gab, sich mit der tiefsinnigen Frage beschäftigte, ob es adäquat zum Hellsehen auch ein Hellriechen gibt. Und damit war zum guten Schluss der Ring freigegeben für Joachim Giebelhausens (im Kölner Dialekt vorgetragene) Nonsens-Führung durch das völlig durcheinander geratene, alle ernsthaft-geistigen Grenzen überschreitende Städtchen Landsberg.
Die gute Laune der Zuhörer wurde auf das Angenehmste vermehrt von den schönen, stimmungsvollen Klänge des Uttinger Harfenduos mit Edeltraud Dittler und Waltraud Schweyer.
In der Pause führte Maria Spengler eine interessierte Gruppe durch das benachbarte, denkmalgeschützte bäuerliche Weißanwesen.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 20.05.2011
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