Lesung "Der Baumeister von Landsberg" in den Klösterl Stub`n

Vorderseite Buchcover von Andrea Skorpil
 
Vortragende von links: Andrea Skorpil, Uschi Pfaffeneder, Barde Erik Müller
Landsberg: Klösterl | Das Spätmittelalter wird lebendig

Zahlreiche Besucher fanden sich am 25. September in der Klösterl Stub`n zu einer Lesung ein. Die Gastwirtschaft wurde bewusst für die Veranstaltung gewählt, da einer der Protagonisten des historischen Romans von Klaus Pfaffeneder im Spätmittelalter dort gelebt hat. Die Viertel der Landsberger Altstadt ´Klösterl´ und ´Seelberg´ waren nämlich im Mittelalter eine bevorzugte Wohngegend für die Bauhandwerker der kleinen Stadt am Lech. Deren Tätigkeit bildet zusammen mit dem Bau der Stadtpfarrkirche die Rahmenhandlung des Romans. Der Kirchenbau ab 1457 ist es auch, der Landsberg in die politischen Wirren der damaligen Zeit hineingezogen hat. Laut Ingrid Asam von Buch Hansa, die die Lesung mitveranstaltet hat, ist der Baumeister von Landsberg „ein genau recherchierter historischer Roman, der jeden begeistern wird, dem die Geschichte Landsbergs am Herzen liegt.“
Für die Lesung wurden aus der vielschichtigen Handlung vier Abschnitte aufbereitet, die die Zuhörer augenblicklich in den Bann zogen. Dabei erläuterte der Autor Klaus Pfaffeneder jeweils vor einem Leseabschnitt den geschichtlichen Hintergrund. Im Anschluss daran lasen Andrea Skorpil und Uschi Pfaffeneder mit verteilten Rollen, wodurch die Protagonisten zum Leben erweckt wurden. Der bekannte Barde Erik Müller lieferte dazu die passende Hintergrundmusik auf seiner Laute.
Gleich zu Beginn sorgte ein Mord in der mittlerweile nicht mehr bestehenden Heilig-Geist-Kirche am Spitalplatz für Spannung. Wie das Leben jedoch manchmal spielt, wurde im zweiten Lesungsabschnitt dem Falschen ein Geständnis durch die Folter abgepresst. Anhand dieser Textpassage erläuterten die Vortragenden das mittelalterliche Rechtssystem speziell in Landsberg. Die Beschreibung der sogenannten ´peinlichen Befragung´ führte dabei den Zuhörern vor Augen, dass in der heutigen Zeit durchaus auch die Abendnachrichten derartige Gräuel in unsere Wohnzimmer bringen.
Etwas gefühlsbetonter ging es im dritten Leseabschnitt weiter. Hier rückt die Person des zweiten Baumeisters und seiner Familie in den Blick, die, wie sollte es auch anders sein, mit ähnlichen Schwierigkeiten wie heute zu kämpfen hatte. Die dazu gelieferten historischen Fakten erklärten dann auch, dass insgesamt vier Baumeister beteiligt waren und woher zum Beispiel die Funktion des ´Poliers´ auf einer Baustelle kommt.
Stand im dritten Abschnitt noch eine hoffnungslose Liebe im Fokus, so ging es im letzten Abschnitt um die hoffnungslose finanzielle Situation der eigentlich reichen Salzhandelsstadt. 1475 geriet Landsberg in finanzielle Schwierigkeiten, was die Zuhörer zum Schmunzeln brachte. Das verschwenderische Verhalten des Herzogs Christoph brachte letztlich den Kirchenbau über zehn Jahre fast zum Erliegen.
Uschi Pfaffeneder vom Liccaratur Verlag gab dem Publikum folgendes mit auf den Heimweg: „Wir wünschen Ihnen, dass Sie nach dem Lesen des Buches mit wachen Augen durch unsere schöne Stadt am Lech gehen. Und vielleicht entdecken Sie ja das ein oder andere historische Detail völlig neu“.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 18.10.2014
myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 09.01.2015
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