Kulturaustausch auf Stelzen: Istanbul goes Landsberg

Jugendliche beim Workshop in Istanbul im Januar

«Die Stelzer»: Der erste Internationale Stelzen-Theater-Workshop in Landsberg – Auftakt für das spätere Sommercamp 2014 „Karawane in die Zukunft – Kreativität grenzenlos“ in Istanbul

Im Rahmen der Vorbereitungen für das Sommercamp „Karawane in die Zukunft – Kreativität grenzenlos“ in Istanbul findet im April ein internationaler Stelzen-Theater-Workshop in Landsberg statt. 16 Jugendliche aus zwei Gymnasien in Istanbul werden nach Landsberg reisen, um zusammen mit zwölf Stelzen-erfahrenen Jugendlichen aus Landsberg vier Tage lang zu trainieren, Theater zu spielen und die Stadt zu erkunden: Vom 14. bis 17. April wird die Turnhalle des IKG zum Theaterlabor.

Den Workshop leitet Wolfgang Hauck, Theaterleiter der Stelzer, zusammen mit zwei Schauspielern des Ensembles. Zur Vorbereitung reist er selbst noch nach Istanbul, um mit den Jugendlichen dort das Training zu vertiefen. Gemeinsam mit den türkischen Jugendlichen kommen Lehrer, Vertreter des Goethe-Instituts und Generaldirektoren des türkischen Erziehungsministeriums aus Ankara dann nach Landsberg.

„Dabei geht es in diesem Abschnitt um die Vermittlung deutscher Sprache und Kul-tur sowie um das gegenseitige Kennenlernen,“ betont Wolfgang Hauck. Die Jugendlichen wohnen bei Gastfamilien in Landsberg. Dort sollen sie am Familienleben teilnehmen und natürlich viel deutsch sprechen.

Umfangreiches Begleitprogramm

Zum Workshop gibt es ein Rahmenprogramm: Am 15. April findet zur Begrüßung der türkischen Gäste ein offizieller Empfang im Festsaal des historischen Rathauses mit der Delegation aus Ankara statt.

Im Jugendzentrum Landsberg wird am 16. April der Episodenfilm „Points of View“ von Mario von Grumbkow präsentiert. Der Film ist auch Programm: Einerseits zeigen sich unterschiedliche Nationen und Blickwinkel, andererseits ist er aus zehn Teams im Rahmen eines Jugendprojekts entstanden. Natürlich ist auch ein Filmbeitrag zur Türkei dabei.

Am Donnerstag, den 17. April zeigen die Jugendlichen von 11 bis 12 Uhr in einem großen Umzug auf Stelzen durch die Landsberger Innenstadt ihr Können.


«Die Stelzer» als Kulturbotschafter

Eine Beziehung zwischen Deutschland – speziell Bayern – und der Türkei gebe es schon seit Jahrhunderten, so Wolfgang Hauck. „Mit unserem Projekt möchten wir alte Kulturbeziehungen aktivieren, eine Brücke bauen und sprachliche sowie kultu-relle Gemeinsamkeiten aufdecken. Theater auf Stelzen ist ein hervorragendes Mittel hierfür, weil man einerseits verantwortungsbewusst agieren, aber auch viel kommunizieren muss.“

Eine Fremdsprache sprechen und dabei auf einen Meter hohen Stelzen zu gehen, sei eine gute Voraussetzung, um ein unmittelbares Erlernen und Erlebnis zu verbinden, so Hauck weiter. Mit dieser einzigartigen Verbindung von künstlerischen, pädagogi-schen und didaktischen Merkmalen habe sich diese Ausdrucksform bereits in unter-schiedlichsten sozialen und kulturellen Gegebenheiten bewährt.

Einer der Gründe, warum sich die für Partnerschulen Deutschlands Verantwortlichen am Goethe-Institut Ankara für die Integration einer Stelzen-Gruppe in das Angebot des großen Sommercamps in Istanbul entschieden haben. „Das Theaterspiel auf Stelzen erfordert hohe Konzentration und spricht verschiedene Sinne an, was letztlich dem Lernverhalten zugute kommt,“ betont Stephan Reischl, Experte für Unter-richt "Schulen : Partner der Zukunft" am Goethe-Institut Ankara.

Ging es bei der Wahl der Partnerstädte zunächst um Großstädte wie Berlin oder München, hat sich Wolfgang Hauck jedoch für Landsberg eingesetzt: „Wir sind davon überzeugt, dass ein solches Projekt auch in unserer Stadt möglich ist.“ Die Stadt Landsberg bietet Unterstützung in Form von Sachleistungen – etwa die Nutzung der Turnhalle, des Jugendzentrums, des Rathauses. „Dies ermöglicht es uns, in der Ferienzeit kurzfristig und mit überschaubarem Aufwand einen Workshop in solcher Dimension durchzuführen,“ so Hauck.

Damit setzen «Die Stelzer» ihre Funktion als Kulturbotschafter fort – nicht nur für Landsberg, sondern diesmal auch als Gastgeber. Es entsteht ein interkultureller Aus-tausch der besonderen Art, der in Bayern seinen Anfang nimmt und durch die Teilnahme der neu entstehenden „bayerisch-türkischen Stelzer-Gruppe“ am Sommercamp sowie der Abschlussaufführung in Istanbul einen ersten Höhepunkt finden wird.

Darüber hinaus ist geplant, die Partnerschaft in den nächsten Jahren fortzusetzen. Angestrebt wird darüber hinaus ein internationales „Jugend-Stelzen-Theatertreffen“ in Landsberg. „Ein längerfristiges Engagement ist in jedem Fall eine spannende Idee,“ sagt Stephan Reischl. „Der Austausch mit Deutschland ist für uns immer interessant. Vielleicht können Schüler auch aus anderen PASCH-Ländern nach Landsberg kommen, um sich auszutauschen.“

Gesucht werden immer noch Sponsoren für das Projekt. „Wir sind für jede Unter-stützung dankbar“, betont Wolfgang Hauck. „Zum einen für den Workshop im April, zum anderen auch für unseren Gegenbesuch im Sommer in Istanbul und natürlich für zukünftige spannende Austauschprojekte.“
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