In den Ferien Reporter sein

Fabian Müller und Alina Laars bei einer Interviewübung. (Foto: Sandra Schmidt)
 
Workshopteilnehmer und Referentinnen „Erzähl deine Geschichte“ Von vorne: Irene Lopez, Alina Laars, linke Reihe nach hinten: Lisa Kempter, Sandra Schmerold, Jennifer Kemmerer, Franziska Zehentbauer, rechte Reihe nach hinten: Susanne Zehentbauer und Andrea Schmelzle (Referentinnen), Fabian Müller, Carina Gebhard. Auf dem Bild fehlt krankheitsbedingt: Jenna Hildebrand. (Foto: Sandra Schmidt)

Kulturelle Bildung in Graben: Im Projekt „Erzähl deine Geschichte“ sind Jugendliche als Reporter unterwegs und erzählen Lebensgeschichten von „Zugereisten“.

Fragen Sie sich auch, warum Ihnen vor kurzem Teenager mit Mikrofon und Aufnahmegerät beim Einkaufen begegnet sind und Sie vielleicht sogar befragt haben? Carina, Franzi, Sandra, Jennifer, Fabian, Irene, Alina, Jenna und Lisa – so heißen die neun engagierten „Journalisten von Morgen“, die Ende Oktober als Reporter auf dem Lechfeld unterwegs waren. Für das Projekt „Erzähl deine Geschichte“ haben sie Interviews geführt, Umfragen produziert und gefragt „Wo sind Ihre Wurzeln und wo fühlen Sie sich zu Hause?“ Organisiert und initiiert wurde das Projekt vom Landsberger Kulturverein „dieKunstBauStelle e.V. gemeinsam mit den zwei Bündnispartnern, der Gemeinde Graben und dem Deutsch-Türkischen Freundschaftsverein Bobingen e.V.

Zusammen mit Profijournalisten aus Hörfunk und Print erlernten die engagierten Schülerinnen und Schüler, wie man Interviews und Umfragen durchführt, Printartikel schreibt und Hörfunkbeiträge produziert. Dabei beschäftigten sie sich mit Lebensgeschichten von „Zugereisten“ – von Menschen mit Migrationshintergrund, die heute in Graben und Umgebung wohnen. Wie fühlen sich diese Menschen hier in Deutschland? Mit welchen Schwierigkeiten haben sie zu kämpfen? Was bedeutet Heimat für sie? Das waren die Fragen, die die jugendlichen Reporter interessierten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation gewinnt das Thema ganz neue Aktualität.

Spannende und berührende Lebensgeschichten

Die Jugendlichen haben dabei spannende Lebensgeschichten erfahren: Der türkische Friseur, der zwischen den Kulturen lebt und mittlerweile zwei Geschäfte betreibt, die polnische Hausfrau, die aus Liebe ihr Heimatland verlassen hat, die kroatische Arbeiterin, die mit ihrem Mann der dortigen Arbeitslosigkeit entflohen ist und von Deutschland so begeistert war, dass sie glaubte sie sei im Himmel. Hochspannend war auch die Geschichte des kolumbianischen Ingenieurs, der immer schon ins Ausland wollte, aber aus reinem Zufall in Deutschland und schließlich in Graben landete.

„Es liegt eine tolle, spannende und emotionale Woche hinter uns. Die Geschichten hatten uns teilweise so berührt, dass uns die Tränen in den Augen standen und wir Gänsehaut hatten. Wir freuen uns schon alle sehr auf die audiovisuelle Ausstellung, in der wir alle unsere Produktionen und Arbeiten präsentieren können“, erzählt Susanne Zehentbauer aus Untermeitingen, Radiomoderatorin bei Hitradio RT1. Zusammen mit Kulturwissenschaftlerin Andrea Schmelzle aus Landsberg am Lech hat sie den Workshop geleitet und durchgeführt.

Die Schüler haben ihre Ferien engagiert genutzt, um an diesem kulturellen Bildungsprojekt teilhaben zu können. „Es hat sich gelohnt“, sagt der 14-jährige Fabian Müller aus Langerringen, „Das Projekt hat mir großen Spaß gemacht“. Besonders interessant fand die 15-jährige Carina Gebhard aus Reinhartshofen das Aufnehmen und Bearbeiten der Interviews. „Es war spannend zu sehen, was daraus entstehen kann“, so Carina. Die 15-jährige Lisa Kempter aus Langerringen ist jetzt sogar einen Schritt weiter, was ihre Berufswahl angeht: „Ich kann mir gut vorstellen, Journalistin zu werden“.

Auch Projektleiterin Barbara Helleis ist begeistert: „Es ist toll, wie intensiv sich die Jugendlichen beteiligen. Immerhin ist es auch ein Pilotprojekt für moderne, zeitgemäße Jugendarbeit. Das soll, das darf Schule machen. Auch wir haben dabei viel gelernt, mit den Jugendlichen, mit den Interviewpartner und deren Lebenslinie. Das macht Mut für alle die auf dem Weg sind und noch länger brauchen werden, bis sie ihre Heimat finden oder wiederfinden. "

Nun wird das Projekt mit dem Schwerpunkt Fotografie fortgesetzt: Im ersten Teil wurden die Biografien von Menschen recherchiert und von den Jugendlichen erzählt. So wird das Sprechen und Texten der Jugendlichen gefördert. Im zweiten Teil „Zeig deine Geschichte“ geht es um das Visuelle: graphische Gestaltung, Fotografie und Design. Im Januar 2015 werden die Werke der Jugendlichen dann zu einer audiovisuellen Ausstellung mit dem Titel „Erleb meine Geschichte“ zusammengefasst und präsentiert.

Wer Interesse hat bei dem zweiten Teil „Zeig deine Geschichte“ dabei zu sein, kann sich noch anmelden unter: info@diekunstbaustelle.de.

Gefördert wird „Erzähl deine Geschichte“ durch das Programm Mein Land – Zeit für Zukunft der Türkischen Gemeinde in Deutschland im Rahmen des Bundesprogramms Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Weiterhin kann es über das Spendenportal „betterplace“ gezielt unterstützt werden:
http://is.gd/dieKunstBauStelle




Pressekontakt:
Andrea Schmelzle und Susanne Zehentbauer
presse@dieKunstBauStelle.de




Termine:


Teil 1: „Erzähl deine Geschichte“ - 27.-31.10.2014

Teil 2: „Zeig deine Geschichte“ - 15.-16.11.2014 und 28.-30.11.2014 – Es können noch Teilnehmer mitmachen!!

Teil 3: „Erleb meine Geschichte“ - Januar 2015, genauer Termin wird noch bekannt gegeben



«dieKunstBauStelle e.V.»

Der Verein „dieKunstBauStelle“ wurde im Januar 2014 gegründet. Ziel ist die Initiierung, Organisation und Durchführung von Projekten im Bereich der Kultur und Kunst; die Förderung des Erfahrungsaustausches im organisatorischen und ökonomischen Bereich der Kunst, der Kulturvermittlung, kulturellen Bildung und der kulturellen Jugendarbeit; Durchführung, Förderung, Unterstützung, Organisation von Veranstaltungen und Projekten zur Präsentation; Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit von Kunst- und Kulturschaffenden; Bildung von kulturellen und künstlerischen Bündnissen und Kooperationen für die Kunst- und Kulturschaffenden oder gemeinsame Projekte; Ausstellung, Kongresse, Publikation und Veröffentlichungen zur Darstellung und Dokumentation von Kunst- und Kultur.
Der Verein ist gemeinnützig im Sinne des Vereinszwecks zur Förderung von Kunst und Kultur tätig. Vorstandsvorsitzender ist Wolfgang Hauck aus Landsberg am Lech, Initiator und Leiter des Ausstellungsprojekts «dieKunstBauStelle».
Besonders Projekte des Förderprogramms „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wird der Verein als Träger organisatorisch, leitend und begleitend umsetzen.

Programm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Das BMBF fördert mit "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" bis Ende 2017 außerschulische Angebote zur kulturellen Bildung, die von Bündnissen für Bildung in ganz Deutschland durchgeführt werden. Umgesetzt wird das Programm gemeinsam mit Verbänden und Initiativen, die bundesweit tätig sind und über Kompetenzen in der außerschulischen Bildung verfügen.

www.buendnisse-fuer-bildung.de
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