Die PrimaTonnen bringen Gewichtigtes auf die Bühne
Johanna Wolff v. Schutter und Bettina v. Haken sehen sich als kabarettistische Gegenbewegung zum Schlankheitswahn. Das allein ist schon ein Thema um den Frust an den Folgen guten Essens abzubauen. In ihrem Programm „B(e)reit sein ist alles“ beweisen die PrimaTonnen, welche Chancen ein stabiler Körperbau in dieser Welt bietet. An den verkümmerten Brüsten unterernährter Essensverweigererinnen kann kein kräftiger Nachwuchs von künftigen Rentenkassenaufbesserern entstehen. Eine gesunde erotische Ausstrahlung kann man von Bügelbrettern auch nicht erwarten.
Für Damen mit barocken Körperbau haben sie einleuchtenden Trost:
„Sie sind nicht zu Dick, sie leben nur im falschen Jahrhundert“. Ob als Domina oder schlichtes Strichmädchen, die PrimaTonnen haben zu ihrem Outfit die passenden Dialoge. Auf bairisch gesagt „ A gfetzerte Goschn“, die, wenn einmal in Fahrt, kaum aufzuhalten ist. Selbst Zurufe der Besucher werden umgehend kommentiert.
Die Lachsalven, am Fließband produziert, verlängern manche Nummer wesentlich.
Unterstützung bekommen die PrimaTonnen von Edeltraud Rey, die zu diesem Thema viel zu singen hat. Zu den Spitzennummern der drei gehört ihre Musikantenstadlparodie: „Das Edelweiß vom Wendelstein“. In dieser tragischen Gebirgsballade schwängert ein kerniger Hüatabua eine unschuldige Sennerin, die sich, ob dieser Schande, in eine Schlucht zum Tode stürzt. Von solchen Schicksalen ist jeder Zuschauer berührt. Da bleibt kein Auge trocken, die Freudentränen fließen wie Bergbäche am Wendelstein.



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