Der Iran heute.

Dr. Hans-Jürgen Tzschaschel am Pult
Der Iran heute.
Ein nicht alltägliches Reiseziel, das sich Dr. Jürgen Tzschaschel vorgenommen hatte.
In einem interessanten und spannenden Vortrag vor Mitgliedern der Arbeitsgruppe 60plus der Landsberger SPD schilderte er in einem fast 2-stündigem Lichtbildervortrag Eindrücke aus einem Land in dem die unterschiedlichsten Kulturen aufeinandertreffen. Nicht nur unterschiedliche Kulturen auch völlig gegensätzliche geografische Formationen kamen ihm vor die Linse. Berge, die an die Viertausender reichen, Wüstenlandschaften und mediterrane Zonen lösten sich während der Reise ab.

Mit Grenzen an Pakistan, Afghanistan, Turkmenistan, Aserbaijan, Armenien, Türkei, Irak bis in den arabischen Teil Afrikas sind in den Grenzregionen Kulturen unterschiedlichster Couleur anzutreffen. Tatsächlich zählt der Iran in religionsgeschichtlicher Hinsicht zu den interessantesten Ländern der Welt. Von Zoroastrismus, der auf Zarathustra zurückführt über die große Verehrung des Gottes Mithra bis hin in die Zeit des Propheten Mani, vielfältigen christlichen Strömungen und des Judentums sind heute noch Zeitzeugen zu besichtigen.

Der Iran lässt sich heute offiziell als islamische Republik bezeichnen. Von Frauen in schwarzer Burka bis zu westlich gekleideten Frauen, aber immer mit Kopftuch, ist alles anzutreffen. Wobei sich der westliche Trend auf Großstädte wie die Hauptstadt Teheran, Isfahan, Shiraz usw. beschränken lässt. Aber auch in ländlicheren Gegenden war zu bemerken, dass das Kopftuch von jungen Frauen zentimeterweise von der bedeckten Stirn in den Nacken verschoben wird und das Handy am Ohr Einzug gehalten hat.

Der Iran produziert zwar kleinere Autos, dennoch kann man ihn nicht als Industrienation bezeichnen. Seine Haupteinahmequellen sind Öl und Gas. Reis, Obst-, Gewürz- und Getreideanbau werden vor allem am Kaspischen Meer angebaut. Weitere Einnahmequellen sind das Teppichgeschäft und das Kunsthandwerk. Nicht zu übersehen ist eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, die bei Männern um die 25% und bei Frauen bei etwa 30% liegt. Viele der gut ausgebildeten jungen Menschen zieht es in die USA oder nach Westeuropa. Ein Grund ist die Perspektivlosigkeit im eigenen Land. Dieser Exodus der geistigen Elite bereitet dem Iran Sorgen. Ein weiteres Problem ist die Versorgung von etwa 1,3 Mio. Flüchtlingen aus Afghanistan.

Dr. Tzschaschel bereiste ein Land in dem er sich frei bewegen konnte. Begegnungen auf der Straße verliefen zuvorkommend und gastfreundlich, obwohl vornehmlich die Gestensprache die Unterhaltung prägte. In Reisestationen wie Teheran, Shiraz, Isfahan oder Yazd besuchte seine Reisgruppe prächtige fließen-, mosaik- und stuckgeschmückte Moscheen und Paläste. Gärten, Parks, Museen und antike Ruinen zählten zu weiteren Sehenswürdigkeiten des Landes. Im Übrigen war der Eindruck unverkennbar, dass ohne Zustimmung des obersten religiösen Führers,nichts läuft.

Werner Gutmann, der Leiter der Arbeitsgruppe 60plus der Landsberger SPD bedankte sich bei Dr. Jürgen Tzschaschel für einen Reisebericht anderer Art. Die durchaus üblichen Urlaubsbilder wurden durch kulturelle, religiöse, wirtschaftliche bis hin zu politischen Blickwinkeln hervorragend dargestellt.
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