Das Ruethenfest wirft seine Schatten voraus - Die Spielmannszüge der Landsknechte und der Schweden werden vorgestellt

Spielmannszug der Landsknechte
 
Klaus Schmid beobachtet die Schlagtechnik von Florian Scharnagel

Landsberg am Lech: Stadtbücherei | Sie sind das akustische Erkennungszeichen des Landsberger Ruethenfestes. Die Trommler und Pfeifer der Landsknechte und der Schweden marschieren ihren Fähnlein voraus. Und lange noch bevor man sie in den engen Gassen der Landsberger Altstadt zu Gesicht bekommt, hört man ihre einprägsamen Marschrhythmen. Doch wie wird man ein Trommler, oder Pfeifer? Wo lernen die Jungen und Mädchen eigentlich ihr „Handwerk“?

Ich begebe mich auf Spurensuche. Im Probenraum der Stadtkapelle über der Stadtbücherei werde ich schließlich fündig. Schon außerhalb des Gebäudes dröhnen die Trommeln und singen die Pfeifen. Im Probenraum selbst ist der Geräuschpegel ohrenbetäubend.

In einer Pause erfahre ich von den Ausbildern, dass die 42 Trommler schon seit Ende Oktober 2010 jeden Samstag mit Ausnahme der Ferien Rhythmusgefühl, Schlagtechnik und Melodien proben. Die Ausbilder sind Klaus Schmid und Armin Deiler bei den Landsknechten, sowie Max Hirschvogl und Stefanie Murr bei den Schweden. Der Leiter der Trommler- und Pfeifergruppen, Herr Schmid, kann somit auf ein Team aus bewährten und jungen Helfern zurückgreifen. Erwähnenswert ist, das Max Hirschvogl schon seit 1950 mit Herzblut die Trommler begleitet. Dagegen ist Stefanie Murr zum ersten Mal dabei.

Heute findet eine Stell- und Musikprobe gemeinsam mit den 35 Pfeifern statt. Diese Gruppe wird ebenfalls seit vielen Jahren von Frau Stefanie Brandthaus betreut. Die Mädchen und Buben tragen alle noch keine Kostüme. Nur an der unterschiedlichen Farbgebung der Trommeln sind Landsknechte und Schweden auseinanderzuhalten. Die Aufstellung in dem lang gestreckten Probenraum verrät zusätzlich, in welchem der gegnerischen Lager sie später einmal musizieren werden.

Nun geht es im wahrsten Sinne des Wortes Schlag auf Schlag. Zuerst donnern die schweren Faßtrommeln los, die später in den vorderen Reihen marschieren werden. Dann setzen die leichteren Marschtrommeln ein und schließlich die Pfeifer. Die Ausbilder rudern mit den Armen und geben Zeichen, denn Rufen ist nahezu aussichtslos bei der Geräuschkulisse im Raum.

Nacheinander üben die Spielmannszüge die Märsche. Ein Marsch ist charakteristisch für die Landsknechte, einer für die Schweden. Ihre Erkennungsmelodie sozusagen. Einen weiteren Marsch üben die Gruppen gemeinsam. Zusammen mit einem ausschließlich den Trommlern vorbehaltenen Rhythmus muß jeder Spielmannszug also nur drei Märsche beherrschen. In einer der kurzen Pausen erklärt Max Hirschvogl: „Das ist trotzdem eine Menge Arbeit, den Kindern das notwendige Repertoire in der relativ kurzen Zeit beizubringen! Aber die Mädchen und Jungen stellen sich gar nicht so schlecht an. Der eine lernt´s halt schneller und der andere braucht ein wenig länger.“

Unter den Schweden sind denn auch zwei Veteranen des Ruethenfestes. Der 14-jährige Maximilian Kieß war bereits vor vier Jahren für die Schweden im Einsatz. „Es macht einfach Spaß!“, wie er erzählt. Für den 15-jährigen Florian Scharnagel dagegen ist es das dritte Fest. 2003 war er auf dem Kampfwagen als Stadtsoldat dabei und 2007 fand er auch den Weg ins Lager der Schweden.

Am Ende der Probe verkündet Leiter Klaus Schmid, dass ab dem 14. Mai die letzten sechs Proben im Sportzentrum stattfinden werden. „Dann lernen wir Euch das Marschieren!“
Traditionell haben die Spielmannszüge beim Ruethenfest das umfangreichste Programm zu absolvieren. So marschieren sie als Einzige der Ruethenfestgruppen beim Kaufbeurer Tänzelfest mit. Zwei mal geht es dazu nach Kaufbeuren. Aber auch beim Ruethenfest selbst sind sie nahezu bei jeder Veranstaltung dabei: Eröffnung, Tänze und nicht zu vergessen die großen Umzüge am Hauptwochenende.

Die Serie wird fortgesetzt im Juni mit einem Bericht über die Tänzergruppen und im Juli folgt ein Stimmungsbild einer Familie über die Freuden und Leiden des Ruethenfestes und seinen Vorbereitungen.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 20.05.2011
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