Hart durchgreifen?

Ja, aber wie?
(Auf Wunsch noch einmal meine Einlassung "wegsperren und rausschmeißen", die ich mangels Leserinteresses herausgenommen hatte .)


Zuerst meine Polemik:
Natürlich haben Koch & Co wieder die Lufthoheit über den Stammtischen errungen und werden fette Wahlergebnisse einfahren mit ihrer Draufhau- und Rausschmeißpropaganda.
Und es sind genau diese Kreise, die bis vor ein paar Jahren nicht sehen wollten, dass aus Gastarbeitern längst Zuwanderer geworden sind, deren einer Teil zwischen Entwurzelung, missglückter Assimilation und extremer Kulturkreispflege pendelt.

Und schließlich doch etwas argumentativer:
Der Ausdruck "Camp", in das junge Straftäter gesteckt werden sollen, ist natürlich modern und stellt auf die Verhältnisse in den USA ab, die man aus Fernsehreportagen zu kennen glaubt. Ob man aber mit extremem Drill in einem System autoritätsbetonten und gruppendynamischen Drucks die Sozialisationsdefizite nachhaltig abbauen kann, darf bezweifelt werden. Fällt dieses organisierende, künstliche Umfeld nach der "Verbüßung" weg, werden die fremden Regulative nur bei wenigen nachwirken. Denn die in diesen Camps konstruierte Wirklichkeit entspricht kaum jener der Außenwelt!
Für jugendliche Straftäter ist unser auf (Re-)Sozialisierung setzender Jugendstrafvollzug, der mit seinen reichhaltigen Qualifizierungsangeboten auf Integration in die Gesellschaft setzt, ein Instrument, das nicht kleingeredet werden darf. Man sollte anerkennen, was dort geleistet wird, und man sollte staatlicherseits an der Weiterentwicklung dieser Einrichtungen arbeiten.
Ob jedoch die z. B. in Hessen praktizierte Maßnahme, einen Jungen in Begleitung eines Sozialpädagogen im Rahmen von Erlebnispädagogik nach Sibirien zu schicken, einen sozialisierenden Effekt hat, sei dahingestellt (auch wenn dies Psychologen befürwortet hatten).

Zum Ende kommend:
Dazu wäre freilich noch viel zu sagen, ja, das müsste durchforscht und in der Gesellschaft diskutiert und dann vor allem praktiziert werden. Dabei ginge es zunächst um Abbau von Vorurteilen, Beseitigung von Ausgrenzung, vor allem um Frühintegrations(an)gebote ...

(Ein kleines Outing, garantiert ohne Prahlversuch: Ich habe in meiner Penne Jahrzehnte mit sog. Problemschülern gearbeitet ...)

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17 Kommentare zum Beitrag
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Roland Greißl aus Fuchstal am 17.01.2008 um 13:29 Uhr  
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Max Bils aus Aichach am 17.01.2008 um 14:36 Uhr  
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Thomas Jacobi aus Annaberg-Buchholz am 17.01.2008 um 14:39 Uhr  
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Roland Greißl aus Fuchstal am 17.01.2008 um 15:42 Uhr  
826
Dietrich Kothe aus Landsberg am Lech am 17.01.2008 um 16:25 Uhr  
3.273
Roland Greißl aus Fuchstal am 17.01.2008 um 17:09 Uhr  
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Dietrich Kothe aus Landsberg am Lech am 17.01.2008 um 18:08 Uhr  
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Robert Weiß aus Königsbrunn am 17.01.2008 um 21:33 Uhr  
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Roland Greißl aus Fuchstal am 17.01.2008 um 22:21 Uhr  
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Dietrich Kothe aus Landsberg am Lech am 18.01.2008 um 09:11 Uhr  
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Roland Greißl aus Fuchstal am 18.01.2008 um 09:51 Uhr  
826
Dietrich Kothe aus Landsberg am Lech am 18.01.2008 um 13:12 Uhr  
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Thomas Jacobi aus Annaberg-Buchholz am 18.01.2008 um 15:37 Uhr  
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Markus Christian Maiwald aus Meitingen am 18.01.2008 um 22:58 Uhr  
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Markus Christian Maiwald aus Meitingen am 18.01.2008 um 23:12 Uhr  
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Dietrich Kothe aus Landsberg am Lech am 19.01.2008 um 11:22 Uhr  
35.838
Markus Christian Maiwald aus Meitingen am 19.01.2008 um 11:29 Uhr  
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