Schön, dass man miteinander geredet, gesungen, getanzt, gebetet hat!
Im Nachgang zur ökumenischen Veranstaltung in München
Ökumenische/katholische Kernthemen sind seit Langem:
1. Diskussion um den Zölibat (nun auch unter führenden Klerikern)
Über alle Jahrhunderte hinweg wurde im Katholischen die Ehelosigkeit der Priester angesprochen, zuletzt beharrte Paul VI. 1967 erneut darauf mit einer Enzyklika.
(1022 Benedikt VIII. und Heinrich II.: Zölibatspflicht wg. "kultischer Reinheit", so der Kirchenmann, wg. des Erbrechts der möglichen Priesterkinder,so der Staatenlenker - 1059 verbot Nikolaus II. das Messelesen von im "Konkubinat" lebenden Priestern.)
Der Konziltheologe Hans Küng fordert, dass unterschieden werden sollte zwischen der freiwilligen Entscheidung für die Ehelosigkeit und der eidlichen Verpflichtung. Er sieht den Zölibat zwar im Sinne Jesus, findet aber sogar auch bei Paulus nur eine Empfehlung dazu. Küng spricht dem (kirchen-)gesetzlichen Zwang dazu die biblische Legitimation ab.
Wie dem auch sei, die katholische Kirche begibt sich jedenfalls durch die Radikalität des Zölibats der Möglichkeit, dass ihre Priester einer menschlichen Grunderfahrung teilhaftig werden: des familiären Zusammenlebens als wesentlichem Element des Lebens, und zwar weit über die Sexualität hinaus. Der Vatikan drängt viele im wirklichen Leben stehende "Eideunuchen" (Prof. Dr.theol. Jutta Ranke-Heinemann) mitunter in schwere seelische Not. Und dem inneren Zirkel der katholischen Kirche gehen durch diese Willkür wertvollste theologische Köpfe verloren – ganz abgesehen davon, dass dies auch die Weigerung, Frauen zu ordinieren, betrifft.
2. Gemeinsames Abendmahl
Die Auseinandersetzung um die Wandlung (Transsubstanziation) zielt auf die Kernaussage der Eucharistie: Die Ver-Wandlung von Brot und Wein (so die katholische Sicht) steht zur Erörterung.
Hierbei ist es überflüssig anzumerken, dass die menschliche Wahrnehmung außer Stande ist, soz. eine "Metamorphose" des Brotes in den Leib Christi zu erfassen.
Für die Katholiken gilt jedoch, dass die gottesdienstliche Wandlung ein Wirklichkeit schaffender Vorgang sei. Wobei ein Katholik natürlich nicht auf Rationalität abstellen kann, sondern auf eine Art innerer Wirklichkeit setzen muss.
Die Lutheraner gehen hingegen davon aus, dass es sich um einen quasi symbolischen Akt handle, bei dem Christus (in den Gaben) anwesend ist.
Es liegt im Wesen von Religion schlechthin, dass die Vertreter der einen wie der anderen Richtung gehalten sind, den rationalen Bereich der Wahrnehmung zu überschreiten, um auf die emotionale Ebene des Glaubens zu gelangen. Im Bereich des Glaubens jedoch fallen die Gegensätze der theologischen Auffassungen zusammen. Sie heben sich auf. Gleichgültig also, wie formuliert wird, beide Richtungen finden sich im Glauben wieder - und vor allem finden sie dort zueinander.
Ist demnach unter Gläubigen die wahre Ökumene nicht bereits gestiftet?
(Zum Glaubensweg: Man muss nicht glauben können, sondern man muss "nur" glauben wollen, um gerechtfertigt zu sein.)
Dass dies auch von den römischen Fundamentalisten so oder so ähnlich gesehen wird, ist anzunehmen. So steht zu vermuten, dass es Rom um eine andere Qualität geht, sozusagen um eine Begleitgröße des Dissenses. Auf katholischer Seite wird der Verlust der Exklusivität des Sakramentempfangs in der Ökumene befürchtet. Es wird unterstellt, dass das Kommunizieren in eine Beliebigkeit "abgleitet" und der voranzusetzende "Reinigungsakt" in Beichte und Buße nicht mehr (ausreichend) gepflegt wird. Ein führender Katholik wurde immerhin mit der zynischen Bemerkung "Brötchen essen" als Bezeichnung für das evangelische Abendmahl zitiert.
Anmerkung 1 zur wohl wichtigsten Aufgabe von Kirche: Sie hat die Atmosphäre zu schaffen, in welcher der Glaube beim Einzelnen entstehen kann.
Anmerkung 2 zur Historie: Schon Luther und Zwingli konnten sich bezüglich der Transsubstantiation nicht einigen. Während Z. darin den rein symbolischen Akt sah, erblickte L. die wirkliche Anwesenheit von Christus (in den Gaben).
Anmerkung 3 zur möglichen Synthese: Die Transsubstantiation ist ein Prozedere, das mit den Worten des Priesters bei der Wandlung beginnt, seinen Fortgang über die Hostienaufnahme nimmt und im Glauben des Kommunizierenden sein Ziel hat?






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