Mythos - Baum
Wie der Baum - so der Mensch .....
aufrecht steht er da, mit den Füßen - Wurzeln zur Erde und mit dem Kopf - bzw. der Krone zum Himmel. Um ihn herum die Umwelt mit all ihren Einflüssen, Stimmungen, und Wetterlagen. Werden, Wachsen, Blühen und Vergehen, dies alles im Einklang mit den Naturgesetzen. Und doch ist er mehr als nur rein physische Existenz. Was wir in ihm sehen, was wir in ihn interpretieren, entspringt aus unserem Geiste. Seit jeher hat die Natur den Menschen mit ihrer Mystik angesprochen. Der Baum - auch Inbegriff von Flexibilität, gleichzeitig auch Kraft und Stärke. Biegsam im Sturm der Gezeiten aber auch widerstandsfähig. Kraft aber auch Schatten spendend im Sonnenschein des Lebens, Trost und Mahnung in Zeiten des Nachdenkens und Ruhens. Nicht umsonst glaubten manche Völker in ihren Mythen, "sich vom Bäumen abstammend".
Auch das Wort "Germanen" wird vom lateinischen "germinare" (auswachsen) abgeleitet.
Gedanken - und Photos, aufgenommen Anfang April 2008 während Spaziergang meines Kuraufenthaltes am Chiemsee....
Ein schöner und wertvoller Beitrag!
Ja, der Baum im Mythos präsentiert u. a. auch den ganzen Kosmos! So veranschaulicht er für uns auch einen anderen Komsos, den Menschen nämlich als Mikrokosmos.
Vortrefflich beschrieben und veranschaulicht.-
Grüße aus Donauwörth
Wolfgang
schöne aufnahmen, echt!
aber, nix für ungut, ich muss da doch einsteigen.
warum die natur mystifizieren („Mythos: Sage, Dichtung von Göttern“; Duden S. 712)?
die gemütvolle wahrnehmung ist zwar sicher eine ganz reale regung, die durchaus glücksempfinden auslöst.
allerdings ist ein gefühl so eine wandelbare angelegenheit, also etwas, warauf zu bauen bekanntlich nicht sicher ist.
und darin sind wir uns irgendwie einig, habe ich nach dem lesen deiner zeilen das „gefühl“: die natur benötigt die sicherheit der einsicht, dass wir menschen nur eines ihrer elemente sind. so wäre es erforderlich, sich z. b. immer wieder klar zu machen, dass alles natur-grün viel kohlendioxid aufnimmt und zu kohlehydratverbindungen verwandelt und dabei sauerstoff ausscheidet ... und lauter so’ne schlauen sachen sollten einem gelgentlich durch den kopf gehen – und weitergesagt werden. vielleicht kommt das dann irgendwann auch bei den idioten – pardon – an, die ...
noch eine anmerkung zu deiner interpretation des wortes „Germanen“: du erinnerst vielleicht, dass die uraltdeutschen sich allenfalls mit ihren stammesbezeichnungen benannten. Tacitus führte den sammelbegriff für diese sich irgendwie ähnelnden (aus sicht der Römer) wilden ein („germanitas: Brüder-, Schwesterschaft; Verbrüderung ...“ S.182 Langenscheidts Schulwörterbuch Latein).
noch mal: nix für ungut – sollte keine schulstunde werden.
ps: du hast doch mal mit einer Lechrain-Geschichte angefangen – oder täusche ich mich da? -, geht es mit der hier in Myheimat weiter?
Vielleicht darf ich da vermitteln, obgleich sich letzter Kommentar ja ziemlich "intensiv" an Alfred richtet:
Natur zu "mystifizieren", also in ein bewusst diffuses Begriffswirrwarr zu tauchen, läge nicht in meiner Intention.
Ebenso fern ist es mir persönlich, Natur allein materialistisch-primitiv zu erklären, auf der Basis des oben angedeuteten Chemismus z. B.
Wer in der Natur nur eine sich modifizierende Ansammlung chemischer Verbindungen sieht, ist weit entfernt, auch eine nur halbwegs tiefgründige Auffassung sich zu erarbeiten.
Es ist zuweilen recht bequem, sich hinter diversen Paradigmen und Worthülsen der Naturwissenschaften zu verschanzen, anstatt sich wissenschaftlicher Anschauungen und Ideen zu bedienen, um Natur zu verstehen.
Grüße
Wolfgang
Ps: Hätte jemand in diesem Ton einen meiner Beiträge kommentiert, hätte ich die Redaktion gebeten, den Kommentar zu löschen.
Anstand, Respekt und Höflichkeit ist viel grundlegender und wichtiger als irgendein Kauderwelsch an Diskussion, hinter der sich doch nur schnöde Zanksucht verbirgt.
Hallo -
zunächst mal herzlichen Dank für die bisherigen Kommentare. ich denke ein Forum lebt mit verschiedenen Ansichten (die nicht immer 100% identisch mit dem Autoren sind..), das macht ja die Würze aus.
Die Natur in ihrer Physik/Botanik existierte bislang auch gut ohne den Menschen, das hat sie ja lange genug bewiesen. Aber alles existiert auch in einer Art Dualität. Schönheit für sich selbst kann sich nicht entdecken, und das ist mit allen Dingen, auch Menschen so (Ursache-Wirkung-Prinzip). Umsomehr braucht es immer ein "Gegenüber" das dies erkennt und auch ausdrückt und empfindet.... Mit all unseren Sinnen erkennen wir die Schönheiten des Lebens und alles Existierende, und die Antwort der Natur ist unsere Freude und Dankbarkeit für unser Leben....Dadurch daß wir unsere Gedanken und Gefühle in Worte kleiden, geben wir den Dingen und Menschen Wert und Anerkennung.
Dieter - was den Beitrag "Lechrain Geschichte" angeht, dieser wird fortgesetzt, leider nur etwas zu kurz gekommen in den letzten Monaten, wegen meiner Knie-OP. Man hat den Computer leider nicht immer (überall) verfügbar - ist aber auch manchmal gut so. Für jeden Interessierten gibts in der Rubrik "Aktuelles" immer die laufenden (letzten) Beiträge die jeweils ins Web hochgeladen werden.
Also in diesem Sinne, Dank für jede Reaktion, Kommentar etc. weiterso......
Alfred Platschka
lieber Alfred, freilich, diskussion lebt vom austausch gegensätzlicher meinungen und macht auch darin erst sinn. und diese binsenweisheit zu erinnern, sei auch noch erlaubt: man kann, muss sich aber nicht treffen, allein andere anschauungen kennen zu lernen und ggf. voneinander zu lernen, ist schon enorm viel wert. (wobei ich sehe, dass unsere meinungen gar nicht so weit auseinander liegen - was im übrigen auch für die "intention" von Wolfgang gilt, wenn man ihm seine formulierungen nachsieht.)
ich fragte mich allerdings, ob Wolfgang meinen kommentar richtig gelesen hatte. bei seiner einlassung ("vielleicht darf ich da vermitteln") ging ihm wohl der gaul durch. mit solchen begriffsmonstern wie "materialistisch-primitiv", "Chemismus", "Paradigmen" und "Worthülsen" ereiferte er sich und begab sich schließlich in parteinahme für dich, Alfred, dass er sich quasi "in diesem Ton" nicht hätte kritisieren lassen wollen.
aber noch mal: nix für ungut - ma sagt ja nix, ma red ja bloß!
warum solche Diskussionen???? ich genieße die wunderschönen Aufnahmen -danke für die Bilder und noch eine schöne Woche
grüße von Hannelore
Hannelore: Gut gesprochen :-)
Tolle stimmungsvolle Bilder!
weshalb keine diskussion?
ändert das sprechen darüber etwas an der schönheit der bilder?
"Was wir in ihm sehen, was wir in ihn interpretieren, entspringt aus unserem Geiste", schreibt Alfred. Und Recht hast du, Alfred. Mehr Worte brauch es bei solchen Bildern nicht. Die Diskussion in dieser Form finde ich da geradezu schrecklich und zerstörerisch.
na ja, liebe Doris, man kann es ja so stehen lassen, wie du es darstellst.
es ist aber eigenartig, dass gerade zeitgenossen, die vorgeben, sich der empfindsamkeit zu befleißigen und eher aus dem bauch heraus zu urteilen, unsensibel zu worthämmern, wie z. b. "schrecklich", "zerstörerisch", greifen. ich beobachte das immer wieder (und den ersten beweis für diese sprachgewalttätigkeit hier lieferte ja ein mitdiskutant, s. o.).
ich sehe das alles unter dem gesichtspunkt der allgemeinen sprachlosigkeit hinter der gegenwartsgeschwätzigkeit (man möge mir diese sprachbrutalität nachsehen): viele kommunizieren fast in einer art SMSstil; sehr viele sind nicht "willens und in der lage"(?), der aussage eines textes wirklich nachzuspüren, lesen allenfalls "diagonal", urteilen jedoch im "brustton der überzeugung" über das (nicht-)gelesene ...
soll sich das in dem medium MYHEIMAT auch noch weiter ausbreiten?
ich denke, man sollte seinen eigenen urteilen immer mit misstrauen begegnen (was ich im übrigen gegenüber meiner o. a. meinung auch tue). daher müsste einem die meinung anderer eher willkommen sein, auch wenn sie das selbstwertempfinden etwas ankratzen sollte.
zum schluss noch eine anmerkung zu den aus dem gefühl heraus getroffenen bewertungen: ihnen tut die sachliche auseinandersetzung sehr gut, denn diese bildet soz. den rahmen um die empfindung - und einem bild schadet ein rahmen nicht unbedingt (er kann es halten, deutlicher zur geltung bringen ...).
täte mir leid, dass du jetzt womöglich wegen meines beitrags um "Hilfe" SMSen musstest.
In Afrika (spezielle im Sudan und in dieser Region) ist es üblich, dass sich die weisen Frauen unter dem "Baobab" treffen, dem Baum der Weisheit und der Erkenntnis. Dort werden alle wichtigen Beschlüssen gefasst, versammeln sich die Dorfältesten usw.
Die könnten über die gesamte obige Diskussion nur den Kopf schütteln - wissen sie doch seit alters über die Bäume als Kraftorte und nutzen diese für ihre Entscheidungen. Man sollte einfach auch ein paar alate Naturgesetze gelten lassen, ohne zu fragen, wieviel Tonnen CO2 der Baobab absorbiert.
Auch bei uns in Fuchstal / Welden gibt es diese Kraftorte unter Buchenansammlungen. Von der VHS Krumbach wurde sogar ein Seminar darüber veranstaltet. Ich selbst tanke dort immer wieder - spürbar - Kraft. Basta.
is ja okay, lieber Roland. Und es existieren in kulturen, die wir leider auch heute noch als primitiv bezeichnen, reservate der weisheit, die wir längst aufklärerisch zugeschüttet haben.
ich erinnere mich aber an den bericht einer rüstigen alten frau, die auf ihren bergwanderungen immer wieder mit beiden händen die zirbelzweige entlangstrich und fast wie ein gebet sprach, der baum möge ihr ein wenig von seiner kraft schenken. andere umarmen bäume in gleicher absicht ...
über glaubensfragen kann man zwar - wie auch über schönheit - streiten, sollte es jedoch eher sein lassen - denke ich.
in meiner einlassung stellte ich darauf ab, dass man vielen zeitgenossen nicht mit emotionalien kommen kann. diese menschen haben darin sogar recht, denn gefühle kann nicht herbeireden, man kann nur offen sein für sie.
will man uninformierte, daher nachlässige mitmenschen für naturpflege, zumindest für rücksichtnahme auf die natur gewinnen, muss man mit argumenten kommen. und die sind nun mal naturwissenschaftlicher art – denn wir haben ja zumeist den bei den sog. naturvölkern noch vorhandenen draht zu den tiefer liegenden strömen des seelenlebens häufig verloren.
Siehst Du, Dietrich, so geht's auch.
Diese Argumentation ist in jeder Hinsicht nachzuvollziehen, auch wenn man sie nicht in allen Einzelheiten teilen muss. Aber die Argumentation mit Bücher-Definitionen war dem Beitrag schlichtweg nicht angemessen, meine ich.
Vielleicht geben Laub-Bäume ja a u c h deshalb so viel Kraft, weil sie so viel Sauerstoff produzieren und uns diesen zuführen, wenn wir unter ihnen stehen ... Ist doch auch ein schöner Gedanke, oder?
"Schönheit für sich selbst kann sich nicht entdecken,..."
Alfred, diese Aussage nehme ich von hier mit!
Und ansonsten...warum nicht mal streiten? Ich schaue mir inzwischen die schönen Baumbilder an.
Urte
Der Mensch ist gepflanzt wie ein Baum an den Wasserbächen. (Psalm 1)






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