Buchtipp: Der Roman "Mauertänzer" zeigt Hintergründe auf
MAUERTÄNZER, ein Roman von Andrea Busfield, erschienen im Aufbauverlag als Paperback zu 9.95 €.
Eine Geschichte, die ins Afghanistan unserer Zeit führt. In ihrer lebendigen Figurenzeichnung zeigt Andrea Busfield Welten auf, die unterschiedlicher nicht sein können. Da sind natürlich die Jahrtausende alten muslimisch geprägten Stammesgesellschaften Gegenstand, denen Fortschritt im Sinne westlich-industriegesellschaftlicher Prägung beschert werden soll.
Der elfjährige Fawad wirkt als Ich-Erzähler (allerdings ein wenig zu gescheit für sein Alter). Er erlebt sein vom Krieg zerrüttetes Heimatland und muss sich zurechtfinden. Dabei trifft er auf allerlei Landsleute, aber auch auf westliche "Typen": auf den trinkfreudigen Journalisten, die lesbische Entwicklungshelferin, die in einen Stammesoberen Verliebte - die alle in einer WG leben. Gerade an diesen Kontrasten kann Andrea Busfield ein überzeugendes, episodenreiches Panorama aufbauen.
Der Roman ist lesenswert (man könnte ihn sogar den Führungskräften der USA zur Lektüre empfohlen gehabt haben, bevor sie ihre Orientabenteuer eingefädelt hatten dem Vorsatz, in Demokratie zu missionieren - ging mir bei der Lektüre gelegentlich durch den Kopf). Der Autorin gelingt es nämlich, die Gegebenheiten der Ethnien, die dort aufeinander stoßen, in ihre Story sehr wirkungvoll einzubauen. Dabei erzählt Andrea Busfield spannend und vor allem, und zwar trotz der geballten Information, in einem äußerst lesefreundlichen Stil.

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