Auf dem Friedhof gesehen
In Kaufering gesehen, auf dem Friedhof, dritte Reihe links:
"komm
komm
in meinen Schoß
ewiger Friede
allen Leides bloß"
Dieser Spruch steht auf einer Grabplatte.
Da lässt es sich darüber nachdenken, dass hier das Grab lockt - die Erde, aus der wir sind und in die wir zurückkehren werden, wie es heißt.
Der Schoß als bedeutungsreicher Begriff: Ort des Vertrauens (komm auf meinen Schoß, sagt die Mutter); Ort des Werdens, der Lust, des Schmerzes ...
"Ewiger Friede" stellt ab aufs Weitersein - und Friede ist mehr als nur Abwesenheit von Streit. An den inneren Frieden kann gedacht werden, ein starkes Ruhen in sich ...
"Allen Leides bloß" sagt auch nicht nur etwas über die Abwesenheit von äußeren Schmerzen aus. Es spricht auch das Leiden an sich selber an, von dem man befreit sein wird ...
Diese Versöhnung mit unserem irdischen Ende bringt den lyrischen Dialog von Matthias Claudius "Der Tod und das Mädchen" in Erinnerung: Der Tod als Freund. Und Franz Schuberts wunderbares gleichnamiges Quartett kommt einem in den Sinn.
Ist das alles zu kompliziert? Zu verkopft gegenüber der schönen, einfachen Pflanzenpracht, die zu der Zeit auf den Gräbern zu bewundern ist?



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