Frühförderung in Landsberg unter neuer Leitung - Dr. Susanne Dillitzer zieht erste Bilanz nach 100 Tagen im Amt
Landsberg. Die SOS-Entwicklungsdiagnostische Beratungsstelle in der Spöttinger Straße 4 steht unter neuer Führung: Dr. Susanne Dillitzer ist jetzt Bereichsleiterin der Einrichtung, in der Kinder von Geburt bis zum Schulalter betreut und gefördert werden. Nach 100 Tagen im Amt zieht sie eine erste, positive Bilanz – und hat sich für die Zukunft viel vorgenommen.
„Es macht total Spaß, hier zu arbeiten“, sagt Susanne Dillitzer. Nicht nur, dass ihr neues Aufgabenfeld in der Beratungsstelle, die zum Verbund SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech gehört, so vielseitig ist. Außerdem steht ihr ein „wahnsinnig nettes, kompetentes und motiviertes Team“ von 20 Mitarbeitern zur Seite, das ihr die Einarbeitung sehr erleichtert hat.
Immerhin war der Bereich der Frühförderung für die promovierte Diplom-Psychologin ganz neu. Hier werden Frühgeborene, Säuglinge und Kleinkinder betreut, die Entwicklungsverzögerungen, Teilleistungsstörungen oder Behinderungen zeigen. Für die 35-jährige, die zuvor im Kinderzentrum München-Großhadern unter anderem mit verhaltensauffälligen, autistischen, behinderten und entwicklungsverzögerten Kindern und Jugendlichen gearbeitet hatte, ist die Frühförderung eine „wichtige und spannende“ Aufgabe. Denn es gehe darum, Auffälligkeiten in der Entwicklung möglichst früh zu erkennen und zu behandeln, um dadurch „die größtmögliche Chance zu haben, die Kinder positiv zu fördern“. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet Dillitzer mit einem interdisziplinären Team – auf der einen Seite heilpädagogisch-psychologisch, auf der anderen Seite medizinisch-therapeutisch inklusive Physiotherapie, Sprachheiltherapie und Ergotherapie.
Bei den niedergelassenen Therapeuten und Kinderärzten, mit denen die Beratungsstelle zusammenarbeitet, hat sich die neue Leiterin bereits vorgestellt. Und auch bei einigen Kindergärten im Landkreis ist sie schon bekannt. Schließlich ist der Fachdienst für Kindergärten der zweite große Aufgabenbereich „ihrer“ Beratungsstelle. Er bietet Kindern, bei denen ein erhöhter Förderbedarf, eine Behinderung oder eine Auffälligkeit in der Entwicklung festgestellt wurde, eine heilpädagogische Förderung und Therapie im Kindergarten an. Außerdem begleiten, beraten und unterstützen die Fachkräfte das Personal im Kindergarten sowie die Eltern.
Gerade die Zusammenarbeit mit den Eltern will die Psychologin in der gesamten Einrichtung noch weiter ausbauen und verstärken. Sie sollen dabei in ihrem Bemühen um eine Förderung ihrer Kinder unterstützt werden. Das entspricht auch dem Grundgedanken des SOS-Kinderdorf-Gründers Hermann Gmeiner, der vorrangig heimatlosen Kindern in den Kinderdörfern ein Zuhause geben, aber auch stets die Herkunftsfamilien stärken wollte.
In diesem Sinne ist auch das dritte Standbein der Beratungsstelle, der offene Treffpunkt „MiniMax“, ausgelegt. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und eine Fachkraft bieten Eltern von behinderten und nicht behinderten Kindern unter anderem ein Elterncafé, Spielgruppen, eine Bücherei, einen Bazar und eine Kinderbetreuung an.
Nachdem sich die gebürtige Münchnerin in den vergangenen Wochen vor allem mit Einarbeitung und administrativen Dingen beschäftigt hat, konnte sie inzwischen ihre ersten Therapiestunden halten – und will das weiter intensivieren. Denn die psychologisch-therapeutische Arbeit mit Kindern und El-tern liegt der Psychologin mit Zusatzausbildungen in Familientherapie und Traumatherapie besonders am Herzen. Außerdem will sie neben der Elternarbeit auch die Zusammenarbeit mit den zahlreichen anderen sozialen Einrichtungen in und um Landsberg aufbauen beziehungsweise intensivieren. Denn nur über eine enge Zusammenarbeit könne man aus den zahlreichen verschiedenen Angeboten „das Bestmögliche für Eltern und Kinder“ herausholen, erklärt Dillitzer.


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