Weihnachtslesung des Landsberger Autorenkreises
Am vergangenen Freitag fand die traditionelle Weihnachtslesung des Landsberger Autorenkreises statt. Trotz Schneefalls hatten sich die festlich geschmückten Tische im Gasthaus Siebentisch gefüllt. Für weihnachtliche Stimmung sorgten mit teils ruhigen, teils lebhaften Saitenklängen die „Vielsaitigen“ um Gerd Plotz und Irmi Dirscherl. Mit ihrem breiten Repertoire von mittelalterlich anmutenden Stücken bis hin zu traditionellen Weihnachtsliedern ernteten die sieben Musiker viel Applaus.
Gekonnt moderierte Roland Greißl den Abend, wobei er zwischen den Lesungen immer wieder informative Häppchen über die weihnachtlichen Gestalten von Nikolaus, Christkind und Weihnachtsmann beisteuerte.
Acht Mitglieder des Landsberger Autorenkreises hatten Texte und Gedichte zu Advent und Weihnachten mitgebracht. Gerwin Degmair aus Utting begann nachdenklich-besinnlich mit dem Gedicht „Ein Clown wollt ich sein“, um im weiteren Verlauf des Abends noch humorvoll- satirische „Weihnachtsgrüße“ ins Publikum zu senden. Die Lyrikerin Carmen Kraus überraschte mit einem berührenden Prosatext über ihre Jugend im kommunistischen Rumänien („Weihnachten im Land ohne Gott“). Ullrich Regele trug nacheinander Texte seiner Mutter Gertraud und seines Vaters Herbert Regele vor. Gertraud Regele schaute in einem Auszug aus ihrem Buch „Unter meinem Regenbogen“ auf ein Weihnachtsfest in einem Dorf im Dachauer Hinterland vor über siebzig Jahren zurück. In einem Ausschnitt aus „An Friedn für alle“ zeigte Herbert Regele die möglichen Gedanken der Hirten am Heiligen Abend auf. Die Bairische Mundart harmonierte dabei auf wundervolle Weise mit dem Wesen der Hirten. Renate Exsz hatte Nikolaus- und Engelsbilder ausgehängt, die von Kindern des Kinderheims Sankt Alban gezeichnet worden waren, eines sogar millionenfach als Briefmarke veröffentlicht. Außerdem las sie einige besinnliche Texte von Florian Horky (15 Jahre), der sich in Gedichten und Geschichten Gedanken über Weihnachten machte.
Nach der Pause persiflierte Helmut Glatz auf humorvolle Weise den Casting-Wahn, der mittlerweile sogar vor dem Landsberger Christkindl nicht mehr halt macht. Corinne Haberl hatte ein Art Hardcore-Nonsens – von Besinnungsgedichten bis hin zu einem „Steueralphabet“ – mitgebracht. Bevor die „Vielsaitigen“ mit einer Variation über „Nehmt Abschied Brüder“ den Abend beschlossen, begleitete der Buchloer Boris Schneider in seiner Kindergeschichte „Eine Schneeflocke für Afrika“ die Schneeflocke Glita bei ihrer Lebensaufgabe, ein Kind auf dem schwarzen Kontinent glücklich zu machen.
Mit einigen von Publikum und den „Vielsaitigen“ gemeinsam gesungenen Weihnachtsweisen klang ein Abend aus, der – so der Wunsch des Moderators Greißl - ein wenig Ruhe und Freude in die oft so hektische Vorweihnachtszeit bringen sollte.
(Boris Schneider)





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