Vespa Road Trip nach Kroatien

  Landsberg am Lech: SIP Scootershop GmbH |

Die Prognosen waren von Beginn an nicht sonderlich rosig. Trotzdem machten sich sieben unerschrockene Vespisten Anfang September, morgens früh um acht, fest entschlossen dem dunklen Wetter zu trotzen, auf den Weg gen Süden. Als Tagesziel war der Weißensee anvisiert. Als Endziel die Cro-Vespa 2014 unserer Freunde vom Vespaclub Rijeka in Opatija.

Das erste Mal mussten wir bereits im Zillertal zum regendichten Umhang greifen und schoben gefühlter maßen den Regen vor uns her wie Schneeräumer, denn immer wenn wir ein Cappuccino Päuschen einlegten, holte uns die strahlende Sonne wieder ein und auch die Gemüter hellten sich regelrecht auf. Am Weißensee angekommen beschlossen wir unsere Reise nach Villach fortzusetzen da wir wie jedes Jahr ohne geplantes Nachtlager unterwegs waren und uns dort mehr Möglichkeiten auf Unterschlupf versprachen. Das Hotel Goldenes Lamm nahm uns dann auch selbstverständlich mit offenen Armen auf und nach knochenerwärmenden Duscheinheiten feierten wir uns selbst bei Schnitzel und Hendl im hiesigen Brauhaus.
Am nächsten Morgen ging es nach ein paar Happen Frühstück und dem schlechtesten Kaffee der Welt über den slowenischen Wurzenpass sowie den Vrsic Pass ins italienische Triest, der Geburtsstadt des Espresso. „Guided by the Blind“ nahmen wir natürlich den gefühlt mehrstündigen Fußmarsch durch das nächtliche Triest und stetigen Nieselregen humorvoll in Kauf und folgten dem TripAdvisor Tip zur „Best Pizza in Town“. Volltreffer!

Der Tag küsste die friaulische Küstenstadt wach und wir starten in voller TUCANO URBANO Montur - denn es regnet. Erst dezent, später in Strömen. Mahnende Worte des Abwartens aus der Gruppe verhallen ungehört. Wie auf Eiern gurken wir die engen, unübersichtlichen, schlecht ausgebauten, slowenischen Straßen nach Buzet und belohnen uns dort mit reichlich Trüffelnudel. Bei sonnigem Wetter ist diese Küstenstraße teils direkt am Meer übrigens ein Kracher mit der Vespa. Der übrige Weg nach Opatija verläuft selbstredend ebenfalls nicht trocken. Ein etwas verwahrlost wirkender kroatischer Zöllner, der wohl bereits die Slibowitz Flasche entkorkt hatte, weist uns den Weg also wir ihn verloren glaubten. Umso größer dann die Erleichterung als wir durchnässt und unterkühlt endlich das bereits in Buzet telefonisch reservierte Hotel Bellevue erreichten und auf direktem Wege in den dortigen Wellness- und Saunabereich eincheckten.

Der Himmel wollte sich einfach nicht aufhellen doch der hoteleigene Alleinunterhalter spielte unbeirrt auf seine Hammond-Orgel ein und entertainte uns sowie ca. 1000 Lebensjahre in verschiedene Couchecken aufgeteilt. Draussen blieb es dunkel und nass. Wir besuchten die Welcomeparty der Cro-Vespa des Vespa Club Rijeka und, weil die ganze Reise über unsere Kisten mucken frei durchgehalten hatten, war es endlich an der Zeit für eine ordentliche Zangelei. Ein Zahn war aus dem Kupplungskranz einer der Kisten gebrochen. Also die alte Kupplung raus, neue rein, Motor auf, Zahn raus, Motor zu, Getriebeöl rein, zweimal Kicken, Brumm!

Auch mehrmalige Wetterchecks über die Wetterapp versprachen keine Besserung der Lage und wir beschlossen den sonst so sonnenstarken Küstenteil der Adria zu verlassen und schossen uns über die italienische Autostrada wieder vorbei an Triest an den Lago di Garda. Auf dem Weg, bei Gashahnanschlag, ein kleines Klemmerchen bei dem weiß Gott was hätte passieren können, doch Reiter und Ross hatten die Lage fest im Griff. Kuppeln, ausrollen lassen, Kolben wechseln, zweimal kicken, Brumm! Dazu bester Cappuccino vom Autogrill sowie fachmännische Zuschauerschaft. In Garda warteten bereits die Sonne und sommerliche Wärme auf uns und liessen uns zwei Tage lang nicht mehr aus den Augen.

Die Rückreiserote stand schon vor Abfahrt fest und wir nahmen uns wie im Jahr zuvor das wunderschöne Sarntal sowie das Penser Joch zur Brust. Nach Sterzing und Innsbruck noch ein kleiner Schlenker durch das sehenswerte Leutasch Tal, durch Garmisch-Partenkirchen und ab Peiting auf die B17 zurück, nach Landsberg am Lech.
Feucht war´s, nass war´s, schön war´s, definitiv nie langweilig und mit Sicherheit unvergesslich.
Auf die Schnelle in die Pelle,
Christian vom SIP Scootershop

Danke an TUCANO URBANO, ohne Euch hätten wir jetzt Schwimmflügel!



SIP TV Video vom Kroatien Vespa Road Trip

Alle Bilder von unserer Tour: https://www.flickr.com/photos/sipscootershop/sets/72157647808160406/

http://www.sip-scootershop.com/Community/blogs/klassik_szene-blog_de/archive/2014/10/07/vespa-road-trip-kroatien-2014-sip-team-on-tour.aspx
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Volker Beilborn aus Marburg | 09.10.2014 | 17:57  
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