Mal Kopfstand gemacht und alles andersrum gesehen
Von der wahren Zeit allen Ernstes und so.
Und mit Grüßen auch aus dem Jenseits von Abraham a Santa Clara.
Mal Kopfstand gemacht und alles andersrum gesehen
Die wahre Zeit des Ernstes hebt allen Ernstes entgegen der landläufigen Meinung doch wohl im Fasching an. Es ist nämlich die Zeit der wirklichen Wahrheit. Jetzt kann doch der Mensch sein, was und wer er immer wahrlich sein will. Er kann die Figur herauslassen, die er sonst immer verstecken muss.
Neben den vielen Bravheiten, mag sein im Gewand von Nonnen, Bischöfen, Buchhaltern, Engeln, Marienkäfern erregen uns doch eher:
Beinchen, die endlich aus kurzen Röckchen heraus geschwungen werden;
Clowns, die mit ihrem Outfit endlich aller Formatierung spotten dürfen;
Strolche, die sich nun zu ihren Sauigeleien endlich offen bekennen können;
Oberschlaue, die aus der Bütt den Anderen endlich ihre Fehler um die Ohren hauen dürfen;
das Weib im Manne, das nun endlich im Männerballett herumhüpfen darf ...
Der angebliche Fasching, das ist nun mal die wirkliche Zeit des wahren Ernstes.
Und das Lächeln dazu ist der Pulsschlag, das Lachen der Herzschlag der Wahrheit.
Am Aschermittwoch begänne dann wieder die ernste Zeit – sagt man allen Ernstes.
Aber nein! Mit dem Aschermittwoch hebt der wahre Fasching an! Zurück in die Alltagsrolle, heißt da doch die Parole! Die alte Maske aufgesetzt: von unserem Umfeld geformt, durch unsere immerwährende Erziehung zurechtgedrückt, von unseren Gewohnheiten geschminkt! Die Komödie des Versteckens der Wünsche und Träume von sich hebt aufs Neue an.
Also zu seiner alten Rolle des Pflichterfüllers und Weisungsgebers wie Weisungsnehmers zurückgekehrt! Die Krawatte geschnürt, die Arbeitsklamotten übergestülpt!
m. f. G. Abraham A Santa Clara, Bußprediger, barocklich
(nach dem Diktat wieder in die Ewigkeit verreist)
PS: Für den Muffel und die Muffeline noch ein Wort des Trostes und der Erbauung: Er/Sie ist immer im – wie oben dargstellt - wahren Fasching hinter seiner/ihrer Verkleidung, seiner/ihrer Maske, seiner/ihrer Verschminkung, die er/sie ja, züchtig, wie er/sie zu sein vorgibt, nie ablegt.
Es sei denn, Muffel oder Muffeline betätigt sich mit Schreiben und breitet seine/ihre Wahrheit mittels Dichtung aus auf dem Papier, das Muffel oder Muffeline beschreibt, und betreibt so ständig allen Ernstes den Ernst, der sich für die Anderen auf die so genannte Faschingszeit beschränk!
Aber Papier ist dem Vernehmen nach zum einen geduldig, zum anderen leicht entzündbar.

Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .