Kletterschiff wirft den Anker in Utting
Utting. Strahlender Sonnenschein und eine leichte Brise ließen letzten Samstag bei der Eröffnung des neuen Klettergartens in Utting bei den zahlreichen Besuchern ein Südsee-Flair aufkommen. Bürgermeister Josef Lutzenberger schnitt in fünfeinhalb Metern Höhe, nach einigen Strapazen die Schleife durch.
Die „Abenteuer Ammersee GmbH“, gegründet von Steffen Pfau und Uli Ernst, die von ihren Partnerinnen Corinne Ernst und Corinna Höltzig unterstützt werden, war lange auf der Suche nach einem geeigneten Platz für die neue Anlage. Nach der vierten Absage stellte sich dann das Uttinger Freizeitgelände als passender Standort heraus.
Seit September wurde fleißig gearbeitet: 15 Douglasienstämme aus dem Schwarzwald wurden aufgestellt und bilden nun das 16Meter hohe Grundgerüst. Damit dieses auch stabil steht, wurde ein Fundament aus mehr als 150 Kubikmetern Beton aufgegossen.
Gebaut wurde die Anlage vom Marktführer für Hochseilgärten, der Firma Bergwolf. Die neue Freizeiteinrichtung gilt als Vorzeigemodell und ist natürlich tüvgeprüft.
Auf dem Stahlseil, von dem mehrere hundert Meter gespannt wurden, können die Kletterbegeisterten ihrem Hobby nachgehen und verschiedene Übungen bewältigen. Gestartet wird von einem Sonnendeck am Heck des Schiffes. Nach einer umfangreichen Einweisung und unter ständiger Beobachtung von geschulten Trainern können die Kraxler dann in verschiedenen Höhen ihre Ängste überwinden. Im Teambereich neben dem Schiff können sich beispielsweise Schulklassen oder Vereine an Geräten wie der „Himmelsleiter“ erproben. Die Betreiber sind stolz auf ihren, ihrer Meinung nach deutschlandweit einzigartigen Hochseilgarten mit seinen drei Ebenen. Jedem sei es freigestellt ob er in 5,5 Meter Höhe, 8,2 Meter oder, für die mutigen, in 12,4 Metern Höhe kraxeln möchte, erklärt Steffen Pfau den interessierten Besuchern. Danach gibt er die erste Ebene zum „Probeklettern“ frei. Binnen weniger Minuten legen zahlreiche Besucher selbst Klettergurt und Schutzausrüstung an und wagen sich in luftige 5,5 Meter Höhe. Um zwölf Uhr wird der Kletterbetrieb für die ökumenische Einweihung durch Pfarrerin Claudia Steuerer-Wünsche und Monsignore Heinrich Weiß unterbrochen. Nach einem kleinen Gebet zum Abschluss der Segnung übernimmt Bürgermeister Josef Lutzenberger das Wort. Er bedankt sich herzlich bei den Gesellschaftern für diese neue Attraktion. „Wenn man im Zug sitzt und im Vorbeifahren diesen tollen Hochseilgarten sieht, bekommt man mit Sicherheit Lust auf einen Besuch in Utting und im neuen Klettergarten.“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Lutzenberger vergleicht zudem die Politik mit der Sporteinrichtung: auch hier wolle man hoch hinaus, müsse sich aber zugleich immer absichern. Anschließend klinkt er sich selbst im Sicherungsseil ein und durchtrennt, auf einem „Seilskateboard“ stehend, die rote Schleife zwischen den beiden Hauptmasten des Schiffes. Vorschläge für dessen Name werden durch ein Gewinnspiel gesammelt. Der Termin für die Taufe steht noch nicht fest.
Stefan Gerum



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