Der etwas andere Stammtisch

Robin Hader, Gustl Fischer (rechts)
Fuchstal Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte zum Stammtisch ins Restaurant Cafe Lechblick eingeladen. Nicht die Unterhaltung der „Stammtischbrüder“ stand im Vordergrund, sondern viel Information und ein Film über das „Wilde Russland“ umfasste die Tagesordnungspunkte.

Gustl Fischer, der Vorsitzende von Verdi Landsberg-Schongau informierte die Kolleginnen und Kollegen über Entgelte, die künftig von der Postbank erhoben werden. Fast alle Anwesenden waren Beschäftigte der ehemaligen Deutschen Bundespost und sind traditionsgemäß mit ihrem Gehaltskonto Kunde bei der Postbank. Schnell war aus der Runde Kritik zu hören: Die Bank stelle Konten von Gutverdienern mit einem regelmäßigen Geldeingang von 3.000,- Euro weitgehend entgeltfrei und berechnet vom „Kleinen Mann“ jede einzelne Buchung. Bedauerlicherweise waren Verhandlungen zwischen Verdi und der Bank bisher erfolglos. Alternativ gibt es noch einige Banken, darunter die frühere Selbsthilfeeinrichtung des Postpersonals, die heutige PSD Bank, die kein Entgelt berechnen, so Gustl Fischer.

Robin Haber, der Gewerkschaftssekretär aus Augsburg, hatte drei Themen auf seinem Spickzettel, die die Gewerkschaft im Auge behalten wird: Kritisch zu sehen ist, dass große Teile der Bundesbürger ihre Ablehnung zu CETA zum Ausdruck brachten. Trotzdem wird die Bundesregierung dem Vertrag zustimmen. Im Weiteren sieht Haber in der zunehmenden Digitalisierung einen Wegfall von 60% der Arbeitsplätze in den nächsten zehn Jahren, insbesondere im Dienst-leistungsbereich. Als Beispiel nannte er ein Pilotprojekt von Hermes mit Zustellrobotern, die bis zu sieben Tage an der Haustüre ausharren und die Post zur Entnahme bereithalten. Kein Verständnis hatte Haber für den nach seiner Meinung übermäßig harten Einsatz der Polizei bei der Demonstration in München gegen das Integrationsgesetz der Bayerischen Staatsregierung. Die Frage an das Publikum: was ist mit der im Gesetz angesprochenen „Bayerischen Leitkultur“ gemeint, löste eine heftige Diskussion aus. Ist Bayerische Leitkultur Glockengeläut, Böllerschüsse, Leberkässemmel oder Kreuz im Klassenzimmer? Eine eindeutige Definition des Begriffs fand weder das Publikum - in dem fast ausschließlich Bayern saßen - noch der Referent.

Nach dem Mittagessen wurde es unterhaltsam. Mit seinem Film „Wildes Russland“ konnte Sebastian Oswald viel Beifall abrufen. Gustl Fischer bedankte sich für den zahlreichen Besuch und bedauerte, dass der Lechblick wetterbedingt heute etwas vernebelt war.
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