Amphibien auf Wanderschaft

Landsberg am Lech: Landratsamt |

Krötenzäune und nächtliche Straßensperren zum Schutz der Tiere

Kaum ist der Winter in weiten Teilen Bayerns verschwunden, wird auch die Tierwelt wieder aktiv. Nicht nur die Vögel hört man wieder überall zwitschern, auch die Amphi-bien erwachen bei frostfreiem Boden aus ihrer Winterruhe. Die Amphibien wandern meist nachts bei Bodentemperaturen ab etwa sechs Grad Celsius, vor allem in Kom-bination mit feuchter bzw. regnerischer Witterung. In den nächsten Wochen werden sich zahlreiche Frösche, Kröten und Molche auf den Weg zu den Gewässern machen, in denen sie als Jungtiere aufwuchsen.

Der Schutz wandernder Amphibien an Straßen ist bei der vorhandenen Dichte des Straßen-netzes eine wichtige Aufgabe. Wandernde Amphibien müssen vielerorts Straßen überqueren, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Auch die Verkehrszunahme auf ehemals gering befahrenen Straßen hat meist eine große Zahl überfahrener Amphibien zur Folge. Untersuchungen haben ergeben, dass schon bei einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde über 90 Prozent der wandernden Erdkröten überfahren werden. Um den Tieren ein möglichst sicheres Erreichen der Laichgewässer zu ermöglichen, müssen die Schutzzäune des Landkreises Landsberg am Lech und des Staatlichen Bauamtes Weilheim rechtzeitig vor Beginn der Massenwanderung errichtet werden. Ohne Schutzmaßnahmen würde es an Am-phibienwanderwegen, die stark befahrene Straßen kreuzen, zu einem regelrechten Kröten-gemetzel auf den Straßen kommen, weil Tausende Amphibien unter die Räder kämen. Auch Verkehrsteilnehmer hätten dadurch ein erhöhtes Unfallrisiko, da von den toten Tieren eine erhebliche Rutschgefahr auf der Fahrbahn ausgehen würde.

13 Amphibienwanderstrecken
Im Landkreis Landsberg am Lech werden in diesem Frühjahr 13 Amphibienwanderstrecken von engagierten Natur- und Tierschützern in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vo-gelschutz, Kreisgruppe Landsberg und der Naturschutzbehörde des Landratsamtes ehren-amtlich betreut. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen werden die Zäune morgens und abends überwacht und dabei etliche Tiere sicher über die Straße zu den Gewässern ge-bracht.

Neuregelung von Verkehrsbeschränkungen
Die Verkehrsbehörde des Landratsamtes hat die verkehrsrechtlichen Beschränkungen zum Schutz der auf den Straßen eingesetzten Amphibienbetreuer an die aktuelle Rechtslage an-gepasst. Künftig werden im Landkreis Landsberg am Lech grundsätzlich alle Amphibienwan-derstrecken mit dem Verkehrszeichen 101 „Gefahrstelle“ und dem Zusatzzeichen 1006-37 „Gefahr durch Amphibienwanderung“ beschildert. Zur Erhöhung der Sicherheit der ehren-amtlichen Helfer vor Ort wird zusätzlich am Gefahrzeichen eine Blinkleuchte angebracht.

Darüber hinaus werden ausnahmsweise Geschwindigkeitstrichter angeordnet, wenn die eh-renamtlichen Helfer beim Einsammeln der Amphibien besonders gefährdet sind. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Helfer sich aufgrund der örtlichen Geländeverhältnisse direkt auf oder unmittelbar neben der Fahrbahn aufhalten müssen, beispielsweise wegen einer steilen Böschung unmittelbar am Fahrbahnrand. Aus diesen Gründen wird auf der Kreisstraße LL 7 bei Geretshausen sowie auf den Staatsstraßen 2056 bei Hagenheim und 2055 bei Rott die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer in jeweils beiden Fahrt-richtungen während der Nachtstunden (19.00 – 07.00 Uhr) beschränkt. Das gleiche gilt für die Gemeindestraße Geltendorf-Türkenfeld. Auf der Ortsverbindungsstraße Eresing-Pflaumdorf wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit sogar auf 30 Stundenkilometer begrenzt.

„Bitte beachten Sie die Warnschilder und halten Sie die vorgeschriebene Geschwindigkeits-begrenzung unbedingt ein. Achten Sie auf Krötenzaunbetreuer am Straßenrand. Versuchen Sie nicht den Tieren auszuweichen oder diese durch eine Vollbremsung vor dem Überfahren zu retten. Sie gefährden sich und andere Verkehrsteilnehmer“, so der Appell der Unteren Naturschutzbehörde.

Zwei Straßensperren
Ab sofort werden die Ortsverbindungsstraßen Achselschwang-Steinebach und Issing-Dettenschwang zum Schutz der Amphibien während der Nachtstunden komplett gesperrt und der Verkehr umgeleitet.

Ansprechpartner bei Fragen
Wer Fragen zum Amphibienschutz hat kann sich gerne an Jürgen Wohlrab von der Natur-schutzbehörde des Landratsamtes Landsberg am Lech wenden (Tel. 08191/129-320, E-Mail: Juergen.Wohlrab@LRA-LL.Bayern.de).
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