Ein Interview mit dem Oboisten Christoph Hartmann

Das Ensemble Berlin
 
Christoph Hartmann

Christoph Hartmann hat, wie auch Gerhard Johannes, am 17. Februar 2008 die Dominikus Zimmermann Rocaille in Gold von der Stadt Landsberg am Lech verliehen bekommen. Ein guter Grund ihn einmal auf "myheimat" im Porträt vorzustellen!

Christoph Hartmann ist Oboist bei den Berliner Philharmonikern und stammt ursprünglich aus Landsberg am Lech. Er studierte zunächst als Gaststudent am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg und wechselte dann an die Musikhochschule nach München. Gleich nach seinem Studium bekam er einen Lehrauftrag an dieser Schule. 1991 wurde er Solo-Oboist bei den Stuttgarter Philharmonikern. Ein Jahr später wurde er bei den Berliner Philharmonikern tätig und erhielt auch einen Lehrauftrag an der Berliner Orchesterakademie. Gemeinsam mit seinen Orchesterkollegen gründete er 1999 die „Landsberger Sommermusiken“, woraus dann das Berliner Ensemble hervorging.
Privat ist er sportlich wie musikalisch. Er ist passionierter Marathonläufer und hat sogar eine eigene Fahrradmarke namens „Pasculli“ entwickelt. Interessanterweise rührt dieser Name von seinem Lieblingskomponisten Antonio Pasculli her.

Am 17. Februar haben Sie die Dominikus Zimmermann Rocaille in Gold von der Stadt Landsberg am Lech verliehen bekommen. Sie selbst sind gebürtiger Landsberger. Hat diese Ehrung daher für Sie eine besondere Bedeutung? Berichten Sie uns von ihren Eindrücken!

- Für mich als Landsberger war es natürlich eine große Ehre und Anerkennung. Mein Eindruck ist, dass alle unheimlich nett und freundlich waren. Auch die Rede, die vom Oberbürgermeister Ingo Lehmann gehalten wurde, hat mir sehr gut gefallen.

Außer Ihnen wurde auch noch Gerhard Johannes geehrt. Wie stehen Sie mit diesem in Verbindung?

- Es handelt sich bei ihm um meinen ehemaligen Musiklehrer, der mich schon früh in meiner Kindheit beeindruckt hat. Er hat immer alles vorgespielt, egal um welches Stück es ging, und sich nicht nur auf die Theorie konzentriert. Er hat seine Schüler so geradezu spielerisch zur praktischen Musik gebracht, was man heute von den meisten Musiklehrern nicht mehr behaupten kann.

Sind Sie zum Oboespielen gekommen, weil Sie schon so früh und so gut praktisch gefördert wurden?

- Das erste Mal bin ich mit zehn Jahren damit in Berührung gekommen, wobei die Idee dazu gar nicht von mir selber gekommen ist! Vielmehr bin ich zufällig dazu gebracht worden. Man sagte zu mir „Probier´s doch mal!“ und dann hat es mir aber auch sofort Spaß gemacht. Meine Eltern, die selbst gar keine Musiker sind, haben mich dabei immer unterstützt.

Welche Preise haben Sie eigentlich schon anderweitig bekommen? Vielleicht können Sie uns eine Auswahl verraten…

Den Kulturförderpreis der Stadt Landsberg, ein Preis des Rotary Clubs der Stadt Landsberg, den Kulturpreis der Stadt München, einen Preis bei „Jugend musiziert“, wie verschiedene Preise in Tokio, Toulon und Genf. Dies sind wohl die Wichtigsten...

Sie engagieren sich - neben ihrem Lehrauftrag an der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker - sehr für Ihre Heimatstadt Landsberg. 1999 haben Sie zusammen mit Ihren Orchesterkollegen das Kammermusikfestival "Landsberger Sommermusiken" ins Leben gerufen. Was hat sie dazu motiviert? Haben Sie außerdem schon Pläne für diesen Sommer, was dieses Festival angeht?

Da Landsberg nicht nur meine Geburtsstadt ist, sondern auch die Heimat meiner Eltern, nehme ich mir auch öfters die Zeit, sie zu besuchen. Ich wollte schon immer etwas selber in die Hand nehmen und da waren die „Sommermusiken“ ein guter Anlass dazu. Diese werden diesen Sommer schon das 10. Mal stattfinden, und zwar vom 11. bis zum 13. Juli.
Am 11. Juli wird um 20 Uhr ein Kammerkonzert in der Aula der Staatlichen Berufsschule Landsberg am Lech stattfinden, wobei sich die zwölf Musiker des Ensembles, begleitet von Ihren Kollegen, solistisch u. a. mit Werken von Vivaldi, Mozart und Bottesini vorstellen. So etwas ist ungewöhnlich, aber wir sind froh, so ein vielseitiges Programm in Landsberg vorstellen zu dürfen.
Am 12. Juli gibt es dann ein Konzert in der Aula der Berufsschule, Beginn ist 19 Uhr. Es werden dabei neapolitanische Komponisten wie Scarlatti, Cimarosa, Bellini und Donizetti im Mittelpunkt stehen. Das Ensemble wird zu diesem Anlass auch seine neue CD "Bella Napoli" präsentieren.
Am letzten Tag, den 13. Juli findet zunächst um 10 Uhr ein Festgottesdienst anlässlich der 10. Landsberger Sommermusiken in der Hl. Kreuz Kirche statt. Um 19 Uhr wird dann wiederum das traditionelle Kammerkonzert im Rathausfestsaal zu hören sein.

Was hören Sie eigentlich privat? Sind Sie auch für eine andere Art von Musik offen oder ist die Klassik ihre einzige Leidenschaft?

Privat höre ich unter anderem ganz gerne Jazz. Einige meiner Kollegen spielen diese Musikrichtung selber, wovon ich mich gelegentlich auch selbst überzeuge. Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich ja schon beruflich genug mit Musik zu tun habe! Daher ist es mir auch nicht unrecht, auch ab und zu mal darauf zu verzichten…

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