„Der Besuch der alten Dame“ im Stadttheater Landsberg
Von einem unmoralischen Angebot handelt das Stück „ Der Besuch der alten Dame“ vom Friedrich Dürrenmatt, welches vom 25. bis 27.04. von der Münchener Schauburg im Stadttheater Landsberg aufgeführt wurde.
Nach langer Zeit zieht es die damals in Schimpf und Schande vertriebene Claire Zachanassian zurück in ihren Heimatort Güllen, in dem sie ihre Jugendzeit verbracht hat. Das damals mittellose Mädchen ist heute eine reiche Frau. Das alte Kaff mit seinen Mitbewohnern ist hingegen völlig verarmt und total heruntergekommen. So erhoffen sich die Einwohner vom Besuch der alten Dame finanzielle Zuwendung und versuchen durch Schmeicheleien und Anbiederungen einen möglichst dicken Geldstrom zum Fließen zu bringen. Doch die alte Dame verfolgt andere Ziele. Sie will Gerechtigkeit für das, was ihr damals angetan wurde, als sie von ihrer Jugendliebe Alfred geschwängert und daraufhin aus dem Dorf vertrieben wurde.
Somit unterbreitet die alte Dame den Dorfbewohnern ihr unmoralisches Angebot und bietet eine Milliarde für den Kopf Alfreds. Ein Mord für eine Milliarde? Diese Versuchung bringt die ach so ehrenwerten Dorfbewohner in helle Aufregung.
Die meisten der Zuschauer werden das Stück sicher noch aus ihrer Schulzeit kennen und sich an die wilden Diskussionen über Moral und Unmoral, über Schuld und Unschuld und über die Verführung des Geldes erinnern. Doch anstatt als trockener Moralapostel aufzutreten, wird die Inszenierung von Gil Mehmert mit beißender Satire belebt, bei der keine menschliche Schwäche ausgelassen wird. Mit einem ausgezeichneten Schaupielensemble gelang es Mehmert somit, die fesselnde Spannung während der gesamten Aufführung bis zum Schluss aufrecht zuhalten.


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