Bogenschießen im JuZe Landsberg - nicht nur für Mädchen!
Vize-Europameisterin Silvia Barckholt trainiert mit Mädchen im Jugendzentrum Landsberg.
Der Bogensport kennt ja drei „Glaubensrichtungen“, wie den Teilnehmerinnen dann auch erklärt wurde:
Recurve, der „normale“ Sportbogen der Olympiadisziplin, welcher abschraubbare Wurfarme und sonstiges praktisches Zubehör besitzt, dann eben Compound, das „Hightech-Gerät“ mit Umlenkrollen und erheblich präziserer Treffgenauigkeit und dann natürlich - der schon immer bei Kindern aller Generationen beliebte Holzbogen, auch Blankbogen genannt, weil keinerlei Technik das ursprüngliche Naturvergnügen „trübt“. Diesen gibt es dann noch, je nach Geschmack, z.B. als englischen Lang-, amerikanischen Jagd-, oder mongolischen Reiterbogen.
Für welche Richtung man sich auch entscheidet, erst empfiehlt es sich mit einem Leih- Übungsbogen des Vereines einzusteigen, denn wenn man anfängt zu trainieren, bekommt man schnell mehr Kraft und der Bogen wird zu „leicht“, wie die Teilnehmerinnen von Silvia erfahren.
„Wie bei jedem Sport muss der Körper zu Beginn aufgewärmt werden“, erklärt die Meisterin den schon ganz erwartungsvoll gespannten Mädchen, die bei den folgenden Dehnungs- und Kräftigungsübungen mit dem Gummiband sehr schnell die Existenz zuvor noch nicht erahnter Muskelgruppen zu spüren bekommen.
Anschließend wird mit dem gleichen Gummiband das Spannen und Loslassen der Bogensehne simuliert.
Erst nachdem das Band einmal „geschossen“ wurde dürfen alle einen echten Bogen zur Hand nehmen.
Nach dem Einüben der nötigen Handgriffe und der Einweisung in die Sicherheitsregeln fliegen die ersten Pfeile. Und - das ist kaum zu glauben:
sie stecken allesamt in der Zielscheibe! „Alles Naturtalente hier!“ freut sich „Robina Hood“ sichtlich.
Die Mädchen üben eifrig und konzentriert weiter: immer mal den Stand, die Arm- und Handhaltung korrigierend, steht die Trainerin dabei, ihr entgeht nichts, denn „gleich am Anfang müssen die Bewegungsabläufe richtig geübt werden, falsch antrainierte Haltungen bekommt man später nur schwer wieder weg - wie halt in jedem Sport,“ so die Trainerin, die nicht schon immer überzeugt war, dass das Bogenschießen ein richtiger Sport sein soll: „das hab ich früher auch nicht geglaubt“, räumt sie ein, aber das merkt man dann schnell – es ist sehr anstrengend auf die Dauer“, Silvia Barckholt lächelt, denn den Mädchen geht es jetzt auch so, sie müssen eine Pause einlegen und schauen im Mädchencafe derweil einige Filme über das Bogenschießen an, Zeitlupenaufnahmen von Pfeilen, die sich biegen wie gekochte Spaghetti.
Dann geht es weiter: Der erste Wettkampf steht schon an: wer hat als erste alle Pfeile im „Gold“?
Viel zu früh ist es 18 Uhr und die „Mädchenzeit“ ist vorbei. Aber die Teilnehmerinnen sind „infiziert“ - man sieht es ihnen an:
Das war zwar das erste, aber mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass Sie einen Bogen in der Hand hatten. Wie gut, dass es für “Wiederholungstäterinnen“ immer montags von 15 bis 17 Uhr die Möglichkeit zum Schnuppern beim Bogenschützen Landsberg e.V. gibt.
Aber im Jugendzentrum geht es weiter mit dem Bogentraining. Jetzt dürfen die schon draußen wartenden Jungs in die Halle, denn heute gibt es, endlich und von vielen Jungs schon lange angemahnt, auch eine extra für sie reservierte Zeit im Juze.
Gleich zwei Trainer stehen für sie bereit: Andreas Mayr und Gerd Mollekopf, und die legen auch gleich los: Aufwärmen, Gummibandspannen und –schießen und dann ran an die Recurvebogen. Die Begeisterung ist auch bei den Jungs nicht zu übersehen.
Die Trainerin und die Trainer vom Landsberger Bogenschützen e.V. freuen sich jedenfalls über Jungs und Mädchen gleichermaßen und im Verein gibt es selbstverständlich auch gemeinsame Trainingszeiten. Und auch jeden Montag um 15.00 Uhr freut man sich da natürlich nicht nur auf neue Mädels! Im Internet unter www.landsberger-bogenschuetzen.de sind noch mehr Infos zu finden.

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