„Anton Reiser“ im Stadttheater Landsberg
Wer bin ich? Was will ich? Mit diesen Fragen beschäftigte sich „Anton Reiser“ am 27.03.2007 im Stadttheater Landsberg. Das gleichnamige Stück, nach dem Roman von Karl Philipp Moritz, wurde vom Staatstheater Stuttgart aufgeführt und obwohl der Roman bereits vor über 200 Jahren verfasst wurde, ist die Suche nach der eigenen Identität nach wie vor zeitgemäß und lässt sich ohne weiteres auch auf heutige Situationen übertragen.
Anton Reiser befindet sich in einem Zwiespalt zwischen kleinbürgerlicher Herkunft und seinem persönlichen Ehrgeiz und ist dabei ist auf der Suche nach der eigenen Identität. Um seine ehrgeizigen Pläne, wie das Studium, zu verwirklichen, ist Anton Reiser auf Unterstützung und die Gunst anderer angewiesen. Diese meinen genau zu wissen, was Anton zu brauchen und zu wollen hat. Doch immer öfter stellt sich ihm die Frage, inwieweit er sich mit den Erwartungen und Anforderungen, die seine Umwelt an ihn stellt, noch identifizieren kann.
Er beginnt, seine Träume in Büchern auszuleben und entflieht dabei in fremde Welten, um all diejenigen Leben führen zu können, die sich ihm darin bieten. Doch er will die unzähligen Lebensentwürfe, die ihm die Literatur aufzeigt, auch ausleben können und sucht nach einem Weg, um dies zu realisieren. Dabei entdeckt er das Theater für sich und versucht sich in den fremden Rollen selbst zu verwirklichen. Doch ganz zufrieden ist Anton Reiser nie mit sich.
Die Regisseurin Anja Gronau lässt Anton Reiser gleich von drei Schauspielern spielen, die in einem ständigen Dialog stehen und sämtliche Fassetten der vielschichtigen Persönlichkeit Reisers durchleuchten. Die Inszenierung ist sehr lebendig und schwungvoll gestaltet und lässt trotz der großen Zerrissenheit Reisers noch genügend Raum für Humor. Dieser hervorragende Leistung der Schauspieler dankte das Publikum am Ende mit tosendem Applaus.


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