Der einsame Desperado

Dort steht er der einsame Desperado. (Foto: Karin Frühbrodt)
Vor Tagen noch gefahren worden, von vielen umlagert. Dann ins weite Land verteilt und von den Riesen aus seiner Heimat dem Kasten entführt. Getragen mit anderen durch die weiten Felder des sonnengelb blühenden Raps, vorbei an Wäldern grün und mächtig. Über Stock und Stein geschaukelt, singenden (wenn man das so nennen kann) Riesen ausgesetzt. Dann gut genug mit seinem Inhalt zu erfrischen und das Blut der Riesen anzureichern. Zu sehen, wie die Riesen nach seinem Genuss ihre Sprache verändern, ihren Gang von geradeaus in ein Schaukeln von rechts nach links legen. Das Gefühl geliebt zu werden, gemocht von den Riesen ob nun mit tiefer und brummiger Stimme, oder wunderschön mit wehenden Haaren und lieblich feiner Stimme. Doch dann, was geschieht jetzt. Bevor er sich versieht ist nur noch seine Hülle da. Sein schützender Hut ist schon lang weg. Nur noch bleich und durchsichtig, nicht mehr beachtet. Er findet sich wieder einsam allein mitten auf dem kalten Stein. In seinem Rücken der kalte Hauch des Metalls des Geländers. Vor sich nur Stein, ein großer Abgrund und dort bewegen sich rasend schnell die Gefährte der Riesen. Wo sind sie hin die Riesen, die ihn gerade eben noch geliebt. Er weiß nicht mehr ein noch aus. Es ist nachts kalt, wenn die Sonne weg ist. Keiner beachtet ihn mehr, er ist den Riesen egal. Wie gern wäre er jetzt wieder voll, damit man ihn wieder ansieht. Doch er wird hier warten, bis ihn ein Riese abholt und ihn wieder der Gewinnung von Rohstoffen zuführt.
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Werner Szramka aus Lehrte | 16.05.2015 | 18:31  
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