Festschrift weckt Erinnerungen bis ins Jahr 1927

An historischer Stelle, vor der Goßfeldener Gerichtslinde und direkt neben der Sandsteinbank wo sich schon die Brüder Grimm zu ihren Märchen haben inspirieren lassen, überreicht Karl-Heinz Görmar (r.) dem Vereinsvorsitzenden des Grenzgangvereins Goßfelden, Rolf Bickhard (l.), die neue Festschrift zum Grenzgangfest 2016. Die weiteren Ausschussmitglieder sind: v.l. Heike Schmidt, Gisela Görmar, Johannes Katzer und der Ausschussvorsitzende Heiko Schmidt. Auf dem Foto fehlt: Dr. Joachim Hengstel.
Grenzgang Goßfelden: Der Festschriftausschuss stellt seine neue, bebilderte und 175 Seiten starke Festschrift zum Grenzgangfest 2016 vor.

Goßfelden. Goßfelden zählt zu den wenigen Orten im Landkreis Marburg-Biedenkopf, in denen die Tradition des Grenzgangs aufrechterhalten und gepflegt wird. So freut sich der Vorsitzende des Vereins, Rolf Bickhard, dass dieser Brauch nun schon seit über 500 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
Da Goßfelden zum Deutschen Orden gehörte, war es in der früheren Zeit wegen vorzubeugender Grenzstreitigkeiten mit den hessischen Nachbargemeinden notwendig, allen Einwohnern regelmäßig den Grenzverlauf aufzuzeigen. Später ist daraus ein alle sieben Jahre wiederkehrendes historisches Heimatfest geworden.
In der Festschrift zum diesjährigen Grenzgangfest wird auf 175 Seiten ein Rückblick auf alle Feste seit 1953 gebracht, außerdem zwei persönliche Erinnerungen an das Grenzgangfest 1927.
Die hierfür aufwendigen Recherchen wurden vom Festschriftausschuss mit großem Engagement verfolgt.
Dazu war es nötig, dass in der Universitätsbibliothek Marburg die Tageszeitungen der Oberhessischen Presse der Grenzgangjahre 1953, 1960 und 1967 in den entsprechenden Monaten durchgesehen wurden, weil es in diesen Jahren noch keinen Verein gab, der die Unterlagen archivierte. Die Mitglieder des Festschriftausschusses sind den Beschäftigten der Universitätsbibliothek für die Unterstützung sehr dankbar, insbesondere beim Kopieren der Artikel. Vor dem Grenzgangfest 1974 zeichnete sich schon ab, dass wegen der Gebietsreform, bei der Goßfelden zum 1. Januar 1971 mit Sarnau gemeinsam die Großgemeinde Lahnfels bildete, und dann ab dem 1. Juli 1974 zu Lahntal gehörte, ein Verein gegründet werden musste, der dieses ehemals von der selbständigen Gemeinde Goßfelden gemeindlich organisierte Traditionsfest künftig ausrichtet. Und so wurden seit dieser Zeit auch die Zeitungsartikel archiviert, worauf der Ausschuss zugreifen konnte.
Insbesondere aus diesen Unterlagen, die zum Teil ergänzt und zusammengefasst wurden, ist diese Festschrift quasi ein Zeitungsrückblick zu den einzelnen Grenzgangfesten, umfasst aber auch Rückblicke zu dem Dorfgeschehen aus den Festschriften der vorangegangenen Feste und zu weiteren Veranstaltungen des Vereins, Gedichte, die einen Bezug zu Goßfelden und dem Grenzgang haben und sogar ein „Grenzgangsgeplauder“ in Goßfelder Platt. So ist diese Festschrift weit gefächert und bietet den Interessierten neben Informationen auch kurzweilige Unterhaltung.
Dankbar ist der dann 1976 gegründete Grenzgangverein Goßfelden e.V. auch dafür, dass es von den Grenzgangfesten 1953, 1960 und 1967 eine größere Anzahl Fotos gibt, die meisten wurden von dem damaligen Goßfeldener Lehrer Konrad Tönges gemacht, der auch die folgenden Grenzgangfeste noch im Bild festgehalten hat. Die abgedruckten Aufnahmen der Grenzgangfeste 1974, 1981 und 1988 stammen aber größtenteils von Karl Heinz Görmar, die aktuellen Bilder größtenteils von dem Pressewart des Vereins Heiko Friedrich. Alle diese Fotos lassen nicht nur Erinnerungen an die alten Ortsansichten Goßfeldens aufkommen, sie zeigen auch auf, mit welchen zum Teil recht einfachen Mitteln gerade in der schweren Zeit zu Beginn der 1950er Jahre die Festveranstaltungen – zum Teil sogar mit Schauspielaufführungen - durchgeführt wurden. So ist diese Festschrift durch die über 280 enthaltenen Fotos auch eine Erinnerung an die Menschen, die mitgewirkt und sich beteiligt haben.
Auch werden die Grenzläufer und die Ausschüsse des aktuellen Grenzgangfestes vorgestellt, soweit die Artikel schon in der Oberhessischen Presse abgedruckt wurden.
Des weiteren enthält die Festschrift – damit diese Schrift bezahlbar bleibt – Anzeigen von Geschäften und Unternehmen der Region. Der Verein freut sich über dieses Zeichen der Unterstützung und dankt herzlich dafür.
So wünscht sich der Grenzgangverein, dass diese Festschrift die eine oder andere schöne Erinnerung an vergangene Feste wecken und eine bleibende Erinnerung an das Fest von 2016 sein wird.
Die Festschrift mit dem Titel "Von Grenzgang zu Grenzgang" ist zum Preis von 8,- Euro neben dem Vorverkauf, auch bei der Lahnfels-Apotheke, EDEKA Noé und an den Abendkassen erhältlich.

Bericht: Karl-Heinz Görmar
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