TSV Ingeln-Oesselse / Wanderabteilung / Wanderfreizeit im Spessart

Gruppenfoto vor unserem Quartier in Hobbach
 
Salinenplatz - Bad Orb
 
Vor dem Gradierwerk
 
Altstadt von Bad Orb
 
Altstadt von Bad Orb

Wanderabteilung des TSV Ingeln-Oesselse wurde im Spessart von Räubern überfallen.

Unsere Wanderfahrt führte dieses Jahr nach Hobbach im Spessart. Hobbach? – ein Ortsteil von Eschau. Hobbach entstand im hohen Mittelalter, als hier an mehreren Höfen Flurstreifen mit Wiesen, Feld und Wald vergeben wurden. Die Johanneskirche wurde 1757/59 auf Initiative von Franz Lothar von Mairhofen – den residierenden Freiherren in Oberaulenbach – erbaut und 1964 über dem Bachbett der Elsava erweitert. „Wohlauf die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt muss rosten, den allerschönsten Sonnenschein lässt uns der Himmel kosten. Jetzt reicht mir Stadt und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zu guter Sommerzeit ins Land der Franken fahren …“ (1. Strophe des Frankenliedes).

Die Anfahrt erfolgte am 20.05. mit 20 Wanderfreundinnen und –freunden. Abfahrt war um 7.00 Uhr vom Sportplatz. In Bad Orb hielten wir für eine längere Pause und eine kleine Wanderung an. Wie immer hatte unser Wanderwart Horst eine Alternative für die nicht so guten Wanderer. Also machten sich Elke, Gerd, Karlheinz und Ingrid vom Parkplatz auf zum Kurpark. Es empfingen uns alte Bäume, ein Brunnen und eine Saline zum guten Durchatmen. Mit dem Spruch „Baden in Licht und Musik“ empfing uns die Toskana Therme (2010 neu erbaut) und wir nahmen unter einem großen Sonnenschirm Platz und genossen die Ruhe, unser Eis und unseren Kaffee. Auf die Schwimmer und die Liegeplätze konnten wir durch die Fenster einen Blick werfen. Frühzeitig schlenderten wir durch die Stadt wieder zum Parkplatz zurück. Unterwegs trafen wir auch einige Wanderer der sportlichen Gruppe beim Eisschlecken und Kuchenessen.
Die sportliche Gruppe ging den Kulturweg „Orber Dornstein. Der Weg führt durch die Altstadt, den Kurpark entlang des Orbbaches. An der Küppelsmühle /(heute Klinik) ging es zurück zum Aussichtspunkt Wartturm auf dem Molkenberg. Nach ca. 6,4 km waren alle wieder bei den Autos. Einige beklagten am nächsten Tag einen Muskelkater.
Im Gasthof Spessarter Hof erwartete uns die Familie Meßner. Wir fuhren mit dem Lift auf unsere Zimmer und danach gings zum Abendessen. Da Herr Meßner von Beruf Schlachter ist, waren die Portionen großzügig bemessen und es gab immer 2 Gerichte zur Auswahl mit Suppe und Nachtisch.

Am Mittwoch, 21.05. starteten wir unsere 2 Touren vom Spessarter Hof aus. Unsere sportlichen Wanderer zogen bald von dannen in Richtung Roßbach, um den Höllenberg durch den Forst Heimathen und umrundeten noch den Eichelsberg. Gemeinsam ging es entlang des Kirschengrabens nach Höllhammer und an der Elsava zurück nach Hobbach. Zum Glück war es nicht ganz so warm wie in Bad Orb und alle Wanderer kamen frohgelaunt am Zielort an.

Der Donnerstag, 22.05. begann mit einem Geburtstagsständchen für unseren Wanderfreund Werner. Danach fuhren wir mit den PKWs nach Miltenberg zu einer Schifffahrt mit der „MS Astoria“bis Freudenberg. Elke und Karl-Heinz waren nicht so gut zu Fuß und fuhren mit dem Zug zurück nach Miltenberg. Die sportliche Herausforderung war der Einstieg in die Bahn von den Gleisen aus. Die kurze Tour führte nun am Main entlang (immer in der Sonne) von Freudenberg zurück nach Miltenberg. Wir sahen Enten, Schwäne mit drei Küken, Fischreiher und hörten dem Gezwitscher der Vögel zu. Nur für die Radler mussten wir im manchmal im „Gänsemarsch“ gehen.
Unsere sportlichen Wanderer gingen vom Mainanleger über die Brücke und den Bahnhof über einen Teil des „Fränkischen Marienweges“, südlich bis zum Burgberg. Die Steigung war nicht so stark wie befürchtet und im Wald ließ sich die Luft und die Sonne genießen. Hannelore zu dieser Tour: „Heute trauen sich nur 6 Wanderer die Route zu. Um 12.oo Uhr Mittagspause auf einem alten Baumstamm, wo uns die Ameisen den Po massiert haben. Danach gab es eine extra Einlage durch die Wildnis kostenlos dazu. Nach 17,1 km erreichten wir nach einer sehr schönen Wanderung unser Endziel, die „Eisdiele“ in Miltenberg.“

Freitag, 23.05.: es regnet. Ingrid will ihrem Fuß einen Tag Ruhe gönnen und verabschiedet sich nach Bad König in die Therme. Die kleine Tour besucht den Hobbacher Kulturweg und erfährt, dass zwischen Hobbacher Kirche und Schloss Oberaulenbach Wölfe in einer Grube gefangen wurden.
Die lange Tour ging von Hobbach über Unteraulenbach zum Aussichtsturm „Ludwig-Keller-Turm“ auf der Geißhöhe. Dort wurde die Gaststätte aufgeschlossen damit die Wanderer im Trockenen sitzen konnten. Weiter ging es, jetzt ohne Regen, auf dem „Alten Schulweg“ – früher wurden die Kinder nicht in Busse gesetzt – bis Wintersbach.

Samstag, 24.05. Dieser Tag stand ganz unter dem Vorzeichen „Lass Dich überraschen“. Wir fuhren mit den Autos zu einem Parkplatz und liefen in 2 Gruppen durch Feld und Flur. Auf der Geißhöhe bestiegen wir einen Aussichtsturm und überbrückten eine kurze Wartezeit im Lokal bei Kaffee und Kuchen. Unser Wanderwart hat die Kinder der Familie Meßner, Johannes und Theresa, von ihren Eltern abgeholt und fuhr mit uns durch den Wald auf einen Parkplatz. Die Kinder wollten uns den ältesten Baum im Spessart zeigen, hauten aber nach einer kurzen Wegstrecke ab. Nun ging das Rätselraten los „gibt’s Kaffee und Kuchen?“ oder verkleiden sich die Kinder? Eine Weile später führte uns Horst wieder zu den Autos zurück und die Kinder kamen uns mit einem Grinsen im Gesicht entgegen. Kurz bevor wir in die Autos steigen wollten, knallte es ein paar Mal fürchterlich und Räuber kamen hinter den Büschen und Bäumen hervor. Der Schreck fuhr den meisten von uns in die Glieder, da wir völlig ahnungslos waren. Das Spektakel ging dann aber erst richtig los. Unser Gerd bekam einen Strick um den Hals und sollte am Baum aufgehängt werden. Es kam noch eine Gruppe hinzu, die den Weg mit einer Kutsche gemacht hatten. Eine Frau aus dieser Gruppe wurde dem armen Gerd zur Seite gestellt und sollte auch hängen. Die Räuber hatten auch Verstärkung durch gruselig gekleidete Weiber und verlangten nach Wegezoll. Wir lieferten unsere Armbanduhren ab. Es wurde „Gericht“ gehalten und Gerd musste seine Sünden bekennen, danach wurde er am Baum „hochgezogen“ bis ihm die Zunge aus dem Hals hing. Am Abend erzählte er aber, dass ihm die dralle Räuberbraut mit ihren roten Haaren gut gefallen hat. Nachdem wir gesungen und getrunken hatten, wurden die Armbanduhren gegen entsprechende „Auslöse“ wieder zurückgegeben. Die Mespelbrunner Spessarträuber sind eine Laienspielgruppe und haben für viel Gesprächsstoff beim Abendessen gesorgt.

Sonntag, 25.05.ein paar Zeilen von Erika:
„Das Leben ist geprägt von Hektik und von Hast, drum machten auch wir als Wanderer gern mal Rast. Ein Blick von oben – ein letztes Mal – der Fluss, die Elsava, fließt dort unten durch das Tal. Der Ort Hobbach liegt ihr zu Füßen und rundherum Spessartberge grüßen. Zum Schluss – was kommt einem in den Sinn – die Zeit sie rennt – sie eilt dahin. So haben wir genossen den Moment, es lohnt sich, dass man nicht vergisst, - dass Gott sei Dank -, die Welt hier oben noch in Ordnung ist.“
Die Wanderungen begannen am Parkplatz „Wanderheim“ in Mespelbrunn. Die kurze Tour startete mit einem kleinen Anstieg zum „Laubfirst“, bevor wir durch Heimbuchenthal zum Glöckenhofergrund kamen. Dann gingen wir den „Spessarträuberlandweg3“ weiter und erreichen das romantische Wasserschloss Mespelbrunn. Das Schloss ist heute noch im Privatbesitz der Familie von Ingelheim. Auf eine Besichtigung – auch des Gartens – haben wir verzichtet. Einig von uns kannten das Schloss noch von einer Wanderfreizeit vor 10 Jahren. Am Weg lag ein Hotel wo wir Kaffee, Eis und Kuchen genossen. Auch ein Wiedersehen – diesmal in „zivil“ – mit den Mespelbrunner Spessarträubern sorgte für viel „Hallo“.
Die lange Tour machte noch eine Schleife bis zur „Hohe Warte“ und ging auf dem „Spessartweg 2“ bis zum Heimbuchenthal.

Der Montag 26.05. überraschte uns mit heftigem Regen und die lange Tour ging eine halbe Stunde später von Hobbach aus los. Wir wanderten einen Teil des Hobbacher Kulturweges „Wo der Wolf am Kirchplatz heult“ bis nach Eschau und über die Burg Wildenstein zurück an der Hesselsmühle und Unteraulenbach nach Hobbach.
Die kurze Tour fuhr mit dem Bus eine Stunde später bis Eschau Marktplatz. Der Regen hatte aufgehört und wir konnten unsere Schirme wieder verstauen. Unser Weg führte uns zur Burg Wildenstein die von den Mainzer Kurfürsten mit den Grafen von Rieneck im 13. Jahrhundert entstand. Wir konnten allerdings nur die Verhüllung ansehen, da größere Reparaturarbeiten vorgenommen werden. Nach einer ausgiebigen Rast ging es an der Hesselsmühle und Unteraulenbach wieder zum Spessarter Hof.

Am Dienstag, 27.05. machten wir uns einen „faulen Tag“ Wir fuhren mit dem „Maintal Bummler“ auf dem Main von Lohr bis Marktheidenfeld. „Fahren Sie mit uns durch das schöne Maintal nach Marktheidenfeld, vorbei an Rodenbach, Neustadt, Rothenfels und Hafenlohr. In Marktheidenfeld angekommen, können Sie ca. 2,5 Stunden zur freien Verfügung nutzen, um sich Marktheidenfeld in Ruhe anzusehen. Gastlich ist es, das Städtchen an Main und Spessart. Und sehenswert mit seinen reizvollen Fachwerkhäusern, den romantischen Gässchen und der malerischen Mainfront. Zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten zählen die St.-Laurentius-Kirche und die stattliche alte Mainbrücke aus Buntsandstein.“ Das haben wir auch ausgiebig gemacht und auch das Franck-Haus – ein Bürgerhaus aus der Barockzeit – angesehen und uns in einem netten Eiscafé zum Plausch wieder getroffen.
Die sportlichen Wanderer gingen vom Anleger einen kleinen Rundweg, den Kreuzweg, um den Ort herum. Über die Gründelwiese kamen wir zum Kreuzberg, von wo wir einen schönen Blick auf den Ort hatten. Unsere Schirme mussten wir kurz vor dem Ziel doch noch benutzen.
In Lohr zurück, hatten wir noch eine Führung auf dem Bayersturm, einem alten Stadtturm. Oben angekommen, erfuhren wir, dass es eine kleine Türmer-Wohnung gab und auf dem Turm auch eine Ziege gehalten wurde. Ein kurzer Rundgang durch die Altstadt verschaffte uns einen ersten Eindruck. Besonders sehenswert war das Alte Rathaus aus dem 17. Jh.

Unser letzter Tag, Mittwoch, 28.05. startete vom Parkplatz „Musikpavillon“ in Heimbuchenthal. Die kurze Tour ging in Richtung Eichelsberg und weiter bis Völkersbrunn. Weiter ging es auf dem Räuberlandweg 3 bis Heimuchenthal zurück an der Elsava erreichten wir unseren Ausgangspunkt.
Die lange Tour führte uns vorbei am Sportplatz, dem Dürrenberg und der Eselshöhe zum Forsthaus Echterspfahl. Von hier wanderten wir über das Schloss Mespelbrunn durch Heimbuchenthal zurück zum Parkplatz.

Unsere Wanderführer Horst (lange Tour und Ausarbeitung) und Heinrich (kurze Tour) bekamen als Dankeschön ein kleines „Fresspaket“ mit Spezialitäten vom Spessart und Erika hat uns mit der nachfolgenden Zusammenfassung aus dem Herzen gesprochen:

„Ein Dank an unsere Wanderführer Horst und Heinrich!
Das Leben ist geprägt von Hektik und von Hast, dank unserer Wanderführer Horst und Heinrich luden sie uns ein zu manch schöner Rast. Durch den Spessart haben sie uns geführt, Berg auf und Berg ab, Sonne und Regen, gute Verpflegung, alles haben wir gehabt.
Gelungen ist ihnen auch in diesem Jahr wieder eine tolle Überraschung, die uns bleibt noch lange in Erinnerung; als uns die Räuber im Wald haben überfallen und wir mussten dafür zollen. An alles wurde gedacht, zur Entspannung auf dem Main eine Schifffahrt gemacht. So ist die Zeit viel zu schnell vergangen und wir verspüren schon jetzt das Verlangen, ach könnten wir auch nächstes Jahr mit euch wieder dabei sein, da sagt sicher keiner nein. Euch beiden nun ein kleines Dankeschön bis zum nächsten Wiedersehen. Bleibt weiter alle fit und stets „Gut Schritt“.

Zum Abschluss noch etwas Statistik von unserem Wanderführer Heinrich: In den 9 Tagen haben 20 Wanderer insgesamt 1.690 Kilometer erwandert; vier Wanderer erreichten den erste Platz mit je 116,5 km, ein Wanderer den 2. Platz mit 109,5 km und zwei Wanderer den 3. Platz mit je 106,5 Kilometer.

geschrieben von Ingrid Ruhmann
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Leine-Nachrichten | Erschienen am 17.06.2014
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