Suchterkrankungen früh erkennen und verantwortlich handeln.

Referenmt Dr. med. Ulrich Diekmann
 
Blick in den Zuhörerraum
Laatzen: Meyer, Klaus-Dieter, SBR Laatzen | Seniorenbeirat Laatzen und Dr. med. Diekmann informieren über „Sucht im Alter!“

Der Seniorenbeirat der Stadt Laatzen setzte seine Veranstaltungsreihe zu gesundheitlichen Themen fort. Zum Thema „Sucht im Alter“ hatte der Senioren-beirat den bekannten Leitenden Facharzt für Gerontopsychiatrie im Klinikum Psychiatrie Wunstorf“, Dr. med. Ulrich Diekmann, ins Laatzener Stadthaus eingeladen.
Leider hatten sich am 15. Oktober lediglich 25 Interessierte eingefunden, unter ihnen auch BM Thomas Prinz, der zusammen mit dem Beiratsvorsitzenden, Klaus-Dieter Meyer, den Referenten und die Gäste begrüßte.
Dr. Diekmann berichtete mit seiner Power-Point-Präsentation sehr anschaulich über seine langjährigen Erfahrungen bei der Behandlung von Suchter-krankungen in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen, wobei er auch seine erlangten Erkenntnisse bei der gutachterlichen Tätigkeit im Rahmen von Gerichtsverhandlungen mit einbezog .
Schwerpunkt seiner Ausführungen lag in der Betrachtung von Alkohol- und Medikamentenabhängigkeiten. Seine Aussagen hinterlegte der Referent mit aktuellen und aussagekräftigen Statistiken. Eine aktuelle Untersuchung belege zum Beispiel, dass etwa 50 % der über 60-Jährigen jeden Tag Alkohol verzehren. Eine weitere Studie aus jüngster Zeit habe ergeben, dass der sog. „kalte Entzug“, bei dem es ad hoc zum absoluten Alkoholverzicht kommt, unter Umständen zu schwersten Depressionen führen kann!
Nach Aussagen Dr. Diekmanns sei signifikant, dass Alkohol- und Drogenkon-sumenten eine deutlich geringere Lebenserwartung haben!

Suchtverhalten im Alter werde u.a. deutlich bei folgenden Symptomen:
- Die betroffene Person ziehe sich zurück,
- es komme u.a. zu häufigen Arztbesuchen bei Schmerzen unter-
schiedlichster Art ,
- der Betroffene versuche, seine erkennbare Abhängigkeit zu verschleiern
oder zu verharmlosen.
Das Umfeld von Betroffenen könne einen wesentlichen Betrag leisten, indem man „hin- und nicht weggucke“!

Dr. Diekmann belegte ebenfalls anhand von Fakten, dass Ärzte viel zu häufig Opiate verschreiben. Bei Krebserkrankungen sei diese Indikation zumeist unumgänglich. Aber gerade der unkontrollierte Umgang mit Schmerzmitteln allgemein sei sehr problematisch. Nicht nur weil dadurch die Magenschleimhäute stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Sehr häufig würden diese Mittel prophylaktisch und, ohne ärztliche Verordnung quasi zur „eigenen Beruhigung“ genommen.

Begegnen könne man diesem „Phänomen Sucht“, indem man sich in „psychotherapeutische Behandlung“ begebe. Fast alle Krankenkassen, so Dr. Diekmann, hätten dieses Erfordernis auch schon erkannt. Bei abgelehnten Anträgen müsse man beharrlich und konsequent sein.
Sollte dem erkennbar Abhängigen dazu die Kraft fehlen, müsste entsprechende „Hilfestellungen von außen“ kommen, unter anderem durch Organisationen wie Sozialverband Deutschland, DRK, AWO, aber auch durch den Seniorenbeirat, die alle dieses Beratungsangebot kostenlos oder kostenneutral anbieten.

Am Ende des Vortrages nutzen die Zuhörerinnen und Zuhörer zur ausgiebigen Fragestellung. Der Vortragende ging intensiv auf alle Fragen ein, wodurch sich auch eine lebhafte Diskussion entwickelte.
Am Ende galt der Dank des Seniorenbeirats der Stadt Laatzen dem Referenten für seinen exzellenten und engagierten Vortrag.
Der Seniorenbeirat wird auch weiterhin Veranstaltungen zu unterschiedlichsten Gesundheitsthemen anbieten.

Klaus-Dieter Meyer / Seniorenbeirat der Stadt Laatzen
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