Neulich klingelte es bei uns zu Hause an der Tür....Meine Tochter öffnete und vor ihr stand ein Mann, der offensichtlich für sich und seine partei Wahlkampf machen wollte. Den Namen der Partei werde ich hier aber nicht nennen , das spielt nicht zur Sache.
Er drückte meiner Tochter eine Wahlkampfzeitschrift in die Hand und sagte, er wäre früher auch mal ein Wutbürger gewesen, doch jetzt hätte er erkannt, das man mit dieser Partei doch seine Interessen und Vorstellungen von Politik verwirklichen könne....So weit, so gut...
Doch mir ist noch nicht so klar ,was denn einen ,,Wutbürger´´ charakterisiert.
Und wie und warum wird jemand zu einem Wutbürger ? Ich finde es ist eine merkwürdige Wortschöpfung. Im Rahmen von Stuttgart 21 hat man sie sicher schon einmal gehört...
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Sollte man das wörtlich nehmen - oder mehr als Synonym?
Wut ist schließlich eine meist ziemlich ungesteuerte Emotion..
Hier ist die Wut so groß geworden daß die Faust sich nicht mehr nur in der Tasche ballt wenn die Verarsche in einzelnen Punkten mal wieder zu groß war, und das hat (überraschenderweise) sogar zu Bewegung und Ergebnissen geführt.
Nur - Wut hält nicht lange vor. Sie verraucht - und dann sitzen die (meisten) Deutschen wieder brav auf der Couch oder schimpfen am Stammtisch.....
> der Wutbürger ist einer der mit den Tratitonen bricht und seine Wut heraus schreit.
Was ist daran verkehrt?
Wenn wir nur in Traditionen verharren würden, würden wir heute noch nur Schneckenpost verschicken und nicht bei MH posten.
Und Wut kontrolliert rauszulassen, ist doch auch zutiefst demokratisch.
> "Im Rahmen von Stuttgart 21 hat man sie sicher schon einmal gehört..."
...so nannten sich doch jene Gesellen, die S21 jahrelang verpennt haben und deshalb ihre Wut auf sich selbst an Mitmenschen und Polizisten "abgearbeitet" haben... ;)
Oliver Lepsius, Amtsnachfolger des Doktorvaters von zu Guttenberg, sagt in einem Interview mit dem Tagesspiegel:
"Der Stuttgarter Stadtrat entscheidet nicht über die Schnellbahn nach Ulm, der Bundestag beim Verkehrsetat nicht über die Stadtplanung in Stuttgart. Und beide wollen an die Zuschüsse aus Brüssel, die es nur gibt, wenn man den Bahnhof als Flaschenhals in transeuropäische Netze einbaut. Außerdem war die Bahn sehr geschickt, ihre Gewinn- und Wettbewerbsinteressen verschiedenen Gemeinwohlträgern schmackhaft zu machen, die über den Sinn des Ganzen aber nicht entscheiden. All das ahnen die Bürger, und es e m p ö r t sie."
(Hervorhebung durch mich)
Demo gegen die Schulschließung in Grasdorf -...
Nun haben sich die Bürger endlich aufgemacht um Protest zu üben. Endlich weg vom Fernseher und raus auf die Straße. Richtig so! Früh übt sich! Wer...
Wir machen alles besser!
Hurra, es ist soweit: Im Altenburger Land tobt der Wahlkampf, der nur noch durch die Vorfreude auf bisher fehlende Politiker-Konterfeis an...
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