Flucht aus der Armut – Vorurteile sind so schön einfach

Das Weltbild ist so schön einfach. Rumänen sind böse. Sie kommen nach Deutschland und nutzen unseren Sozialstaat gnadenlos aus. Außerdem sind sie latent kriminell und nie geduscht. Sie leben in heruntergewirtschafteten Häusern und werfen ihren Dreck in den Hinterhof. Als die Debatte um die Armutsflüchtlinge ihren traurigen Höhepunkt erreicht hatte, waren alle Schotten offen. Was das mit Vorurteilen getränkte Herz begehrte, wurde befriedet. An der Spitze der Bewegung: die AfD, und noch hat sie die Führung nicht hergegeben.
Das Boot sei voll, predigen die Rechtspopulisten, die trotzdem so nicht genannt werden wollen. Jetzt seien mal die anderen Länder dran, und überhaupt sollten uns Deutschen die Deutschen am wichtigsten sein. Wenn überhaupt Einwanderer, dann bitteschön höher Qualifizierte. Geht’s noch?
Ja, es gibt Menschen, die nach Deutschland kommen, um uns gnadenlos auszunutzen. Die meisten tun das aber, weil sie in ihrem Heimatland nicht genug zu essen haben. Wir sind eine reiche Nation. Wir haben genug, um geben zu können. Daraus resultiert eine Verantwortung, die man nicht leugnen kann.
Natürlich gelten dann in Deutschland deutsche Gesetze, wer die nicht einhält, wird bestraft. Das gilt für Deutsche wie für Flüchtlinge. Aber die These, dass Einwanderer dieses deutsche Recht massenhaft brechen, ist eben falsch. Rumänen, um noch mal das Beispiel zu nutzen, sind viel besser als ihr Ruf. Alle Statistiken beweisen es. Natürlich suchen sie ihr Heil in Deutschland, dem für sie gelobten Land. Aber sie kommen eben nicht, um zu stehlen und zu lügen. Ein Lügner ist, wer das behauptet. Sie leben lieber auf der Straße, als dem Deutschen Staat allzu sehr zur Last zu fallen. Nur die allerwenigsten beziehen Hartz-IV-Leistungen.
„Wer betrügt, fliegt“, hat die CSU getönt. Das war im Wahlkampf – inzwischen kommen gemäßigte Töne aus Bayern. Nicht aber von der AfD. Nach wie vor bedienen Lucke & Co. den rechten Rand, und schämen sich nicht, trotzdem zu behaupten, nicht rechts zu sein.
Ja, es gibt Deutsche, die darauf anspringen. Leider. Aber es gibt auch solche, die ein anderes Bild prägen. Da sorgen sich Braunschweiger Kleingärtner um Flüchtlingskinder und legen mit ihnen Beete an. Pensionierte Lehrerinnen bieten in Dinklage Flüchtlingen Sprachkurse mit Kinderbetreuung an. Ehrenamtliche in der Wesermarsch statten Flüchtlinge aus aller Welt mit gebrauchten Möbeln aus, um für sie ein gemütliches neues Zuhause zu schaffen. Der Unterstützerkreis für Flüchtlingsunterkünfte in Hannover bemüht sich, Vorurteile zu zerstreuen und Begegnungen zwischen Anwohnern und Flüchtlingen zu ermöglichen.
Die zahlreichen Konflikte überall in der Welt locken wieder mehr Menschen in Not nach Deutschland. Wir müssen uns um sie kümmern. Städte und Gemeinden tragen einen großen Teil der Verantwortung, und sie können damit umgehen.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 01.10.2014 | 16:58  
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Matthias Büschking aus Laatzen | 01.10.2014 | 17:10  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 02.10.2014 | 00:42  
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Fred Schmidt aus Laatzen | 02.10.2014 | 22:05  
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k-h wulf aus Garbsen | 09.10.2014 | 17:32  
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Fred Schmidt aus Laatzen | 11.10.2014 | 18:49  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 11.10.2014 | 20:12  
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k-h wulf aus Garbsen | 11.10.2014 | 20:13  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.10.2014 | 17:19  
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k-h wulf aus Garbsen | 13.10.2014 | 14:09  
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