"Gänsekonferenz" - in der Laatzen / Grasdorfer Leineaue
„Gänsekonferenz“ – im Naturschutz- und FFH –Gebiet „ALTE LEINE“
Verehrte Naturfreundinnen und Naturfreunde,
In der letzten Woche wurde es in der Laatzen / Grasdorfer Leinemasch von Tag zu Tag lebendiger. Jetzt zum Wochenende, wo das Wetter viele Sonnenhungrige Bürgerinnen und Bürger wieder mit Sonnenschein in das Naturschutzgebiet „ALTE LEINE“ lockte, gab es eine große Überraschung. Tausende von Wildgänsen ließen sich in diesem Gebiet nieder. Es war eine wahre Freude dieser aufgeregten Tiergesellschaft zuzuschauen. Interessant waren hierbei auch die Beobachtungen der Laatzener Ornithologen, Herrn Wendt und Herrn Bräuning. Hinzu kam der Naturschützer des NABU – Laatzen, Peter Saemann. Die Zählungen ergaben zum strahlendem Wochenende nun folgendes: Gezählt wurden mit einem Schätzwert, dass sich teilweise bis zu 4000 Gänse dort eingefunden hatten. Darunter waren außer den vielen Graugänsen teilweise bis zu 2000 Blässgänse und ein paar hundert Saatgänse dabei. Einige Streifengänse und ein Schneeganspärchen sind ebenfalls beobachtet worden. Des Weiteren wurden einige Kanada- und Nonnengänse gesichtet. Auch die seit einigen Jahren bei uns vermehrt vorkommenden sehr streitbaren Nilgänse zählten mit zu dieser Versammlung. Hin und wieder gab es auch einige sogenannte „Hybriden“ zu sehen. Das sind Nachkommen von Gänsen, die sich wie zum Beispiel durch die Paarung einer Graugans mit einer Saat- oder Streifengans ergeben. Das Gebiet der „Südlichen Leineaue“ ist eines der wichtigsten Rückzugsgebiete nach dem Steinhuder Meer für viele Vogelarten. Hier können sie sich auf ihrem Zug ausruhen und Nahrung aufnehmen, die für einen langen Weiterflug ausreichen muss. Es gibt neuerdings auch Arten, bei denen sich einzelne Exemplare bei mildem Winter unsere Leinemasch als Überwinterungsgebiet aussuchen. Man weiß das zum Beispiel durch die Sichtung einiger weniger Weißstörche in der Alfelder Gegend der Leineaue. Hinzu kommt, dass der Monat Januar 2012 extrem mild ausfällt. Das begünstigt die problemlose Nahrungsaufnahme, denn Schnee und Eis sind eben nun einmal für Tiere ein großes Hindernis bei der Suche nach Nahrung. - Nun ergibt sich aber aus dieser Gänseansammlung folgendes unangenehme Problem, dass es immer wieder einige Passanten nicht lassen können, die Wege des Naturschutzgebietes zu verlassen. Sie betreten die geschützten Wiesen, um mit Ihrem Fotoapparat so nah wie möglich an die Gänse zu kommen. Dabei werden die scheuen Tiere gestört und fliegen in hastiger Flucht davon. Der NABU – Laatzen erinnert daran, das in diesen besonders geschützten Gebieten die Wege nicht verlassen werden dürfen. Es droht hierbei eine Anzeige und ein darauf folgendes Bußgeldverfahren. Auch die Halter von Hunden müssen Ihre geliebten Vierbeiner ganzjährig in diesem Areal an die Leine nehmen. Trotz freundlicher- und höflicher Hinweise, gibt es auch dabei einige Tierfreunde, die sehr rabiat und drohend dazu Stellung nehmen. Die Naturschützer bitten die Besucherinnen und Besucher der Leineaue, die Naturschutzbestimmungen einzuhalten. Außerdem nehmen sie den anderen Gästen der Leineaue die Möglichkeit, in Ruhe und Frieden, dieses wunderschöne Naturschauspiel von den Wegen aus zu beobachten. Fairness und Disziplin sind also angesagt.
Dem schließe ich mich vollkommen an.
Die Fotos sind von mir mit einem 420 mm Objektiv selbstverständlich sämtlichst vom Wege aus gemacht worden. Einige der beigefügten Fotos sollen die schneelose Leineaue im Januar 2012 verdeutlichen.
Bis zum nächsten Mal.
Ihr / Euer
Peter Saemann



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