Dem Biber auf der Spur - NAJU mit dem Kanu auf der Leine unterwegs

Bibertour der NAJU Langenhagen auf der Leine (Foto: Katja Woidtke)
 
"Hallo zusammen!" (Foto: Katja Woidtke)
Laatzen: alte Feuerwache |

Zu einem besonderen Höhepunkt in ihrem Programm traf sich die Naturschutzjugend (NAJU) Langenhagen in Grasdorf, als es hieß: "Ran an die Paddel!" Geführt durch den NABU Laatzen ging es zu einer Kanutour auf die Leine, bei der die Jugendlichen dem Biber auf der Spur waren. Seit einigen Jahren ist der scheue Nager auch wieder in der Südlichen Leineaue heimisch. Während der rund dreistündigen Tour auf der Leine zum Maschsee entdeckten die Teilnehmer neben Nagespuren auch eine Biberrutsche.

Doch bevor die Kanus zu Wasser gelassen wurden, gab es erst einmal spannende Informationen zum Biber in der Alten Feuerwache. Wussten Sie, dass Biber mit Murmeltieren verwandt sind? Die Vegetarier fressen gerne Zuckerrüben und Mais, Wasserpflanzen und Äpfel. Um an die Knospen zu kommen, die weiter oben an einem Baum sind, werden auch Bäume gefällt. Die Zähne der Biber wachsen ständig nach und müssen abgenutzt werden, damit sie nicht in den Kiefer der Tiere wachsen. Einlagerung von Eisen, das den Zahn härter macht, färbt die sich selbst schärfenden Zähne dunkel. Gibt es nur wenig Nahrungsangebot, schälen Biber auch die Rinde von Weiden und Pappeln.

Auch aus dem Familienleben der monogam lebenden und streng geschützten Säugetiere wurde berichtet. Ein Elternpaar lebt mit seinen Jungtieren gemeinsam in einer Biberburg. Der Eingang zu dieser Erdhöhle liegt unter Wasser. Je nach Höhe des Grundwasserstandes wird die Höhe der Höhle angelegt. Nur wenn der Wasserstand nicht hoch genug ist, bauen Biber einen Damm und stauen das Wasser auf, damit der Eingang zur Höhle unter Wasser liegt. Die Reviere der Biber liegen mehrere Kilometer auseinander und werden mit dem Bibergeil markiert. Da dieses Sekret aus der Schwanzdrüse der Tiere früher als Potenzmittel und für Salben genutzt wurde, war der Biber lange fast vollständig ausgerottet.

Nach so viel Informationen waren die Jugendlichen gespannt, ob sie am Ufer der Leine Spuren des Bibers entdecken würden. Fix wurden Rettungswesten angezogen und die Kanus zur Ablegestelle getragen. Dort gab es vom Kanuverleih am Allerhorn praktische Tipps zum richtigen Paddeln: "Ihr müsst gegen die Strömung ablegen, damit ihr nicht gleich unter dem ersten Baum landet." Zuerst nahm der Steuermann im Kanu Platz, dann wurden der vordere Platz und anschließend die mittleren Plätze belegt, um nicht gleich beim Einstieg zu kentern. Damit auch während der Tour niemand ins Wasser plumpste, gab es noch folgenden Tipp mit auf den Weg: "Lehnt euch nicht alle gleichzeitig auf eine Seite, wenn es hinter euch etwas Spannendes zu entdecken gibt!" Gut gelaunt paddelten die Jugendlichen mit ihren Betreuern los und ließen sich auch durch den ersten Regenschauer nicht den Spaß an der Tour in der Natur nehmen.

Unterwegs entdeckte die NAJU Nagespuren an Bäumen und eine Biberrutsche, die auf das Vorkommen der Biber in der Südlichen Leineaue hinwiesen. Bei der Biberrutsche handelt es sich allerdings nicht um einen Spielplatz der Nager, sondern um die Stelle, an der der Biber schnell von der Uferböschung ins Wasser einsteigen kann. An verschiedenen Stellen konnte die NAJU außerdem Eisvögel auf ihrer Sitzwarte und im rasanten Flug über die Wasseroberfläche beobachten. "Bei einem Eisvogel handelte es sich sogar, um einen diesjährigen Jungvogel, der gut an seinem blässeren Gefieder zu erkennen war", erklärte der 1. Vorsitzende des NABU Langenhagen Ricky Stankewitz, der wie die Jugendlichen trotz des Regenwetters von der Tour begeistert war. Die Mädchen und Jungen waren mit ihren Betreuern vor dem reinen Erwachsenen-Team mit Christine Pracht, Horst Wiechers und Ricky Stankewitz am Ziel angekommen. "Das lag aber daran, dass wir nicht langsamer waren, sondern deutlich mehr gesehen haben", bemerkte Stankewitz abschließend augenzwinkernd.

Auch wenn es das Wetter mit der NAJU nicht besonders gut gemeint hatte, waren sich die Teilnehmer der Bibertour einig, dass die Kanufahrt viel Spaß gemacht hat und dass es unterwegs viel in der Natur zu entdecken gab.

Weitere Informationen zur Bibertour erhalten Sie unter http://nabu-laatzen.de/cms/biberschutz/Paddeltour/... auf der Homepage des NABU Laatzen.
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14 Kommentare
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 22.07.2015 | 19:45  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 22.07.2015 | 20:32  
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 23.07.2015 | 00:10  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 23.07.2015 | 08:01  
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Helmut Metzner aus Wunstorf | 23.07.2015 | 09:47  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 23.07.2015 | 10:12  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 23.07.2015 | 14:53  
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Axel Haack aus Freilassing | 24.07.2015 | 03:15  
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Gaby Floer aus Garbsen | 24.07.2015 | 09:17  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 25.07.2015 | 23:16  
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Rosemarie Müller aus Langenhagen | 29.07.2015 | 13:10  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 29.07.2015 | 20:14  
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Rosemarie Müller aus Langenhagen | 11.08.2015 | 18:07  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 12.08.2015 | 09:26  
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