Gleidinger Sänger des Männerchores „Orpheus“ auf Nordtour

Die Salzspeicher in Lübeck
 
Eine Gruppe auf Altstadttour
Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes: für die nächsten beiden Tage war Regen und kühle Witterung angesagt. Mit gemischten Gefühlen aber trotzdem froher Stimmung starteten fünfzig Sänger und ihre Partnerinnen und Gästen zu einer Reise in Deutschlands Norden. In Hamburg-Stellingen konnten sich die Reisenden gerade noch vor dem nächsten Regenschauer in das gebuchte Hotel retten, in dem ein zünftiges Frühstück eingenommen wurde. Weiter ging die Fahrt nach Lübeck, wo leichter Regen eine erste Herausforderung an wetterfeste Kleidung und Regenschirme stellte. Vor dem angekündigten Stadtrundgang hatten einige schon Bedenken und überlegten, in welchem Café sie die nächste Zeit wohl verbringen wollten. Als es dann soweit war, hellte sich der Himmel schon einmal auf und später ließ sich auch die Sonne blicken. So stand einem Rundgang durch die Altstadt der ehrwürdigen Hansestadt nichts mehr im Wege. Nach einem kleinen Einblick in die Stadtgeschichte erfuhren wir, dass Lübecks Altstadt mit ihren mächtigen Bürgerhäusern und dem prachtvollen Rathaus seit 1987 als Weltkulturerbe anerkannt ist. Die Stadt lebte seinerzeit überwiegend vom Handel. Als Zeugen sind noch die historischen Salzspeicher zu sehen. Das Holstentor, als bekanntestes Bauwerk, ist einst als Schutztor vor der Stadtmauer errichtet worden und heute Blickfang vor dem Zugang zur Altstadt. Nach vielen Informationen und interessanten Einblicken in manche Kuriosität der Altstadt, stand natürlich ein Besuch bei Niederegger‘s Marzipanhandel auf dem Plan. Im Marzipansalon waren in einer Ausstellung maßstabgetreue Abbilder berühmter Lübecker Persönlichkeiten, wie Thomas Mann, zu sehen. Natürlich haben fast alle die schmackhaften Marzipantorten genossen. Gegen Abend erreichten die Sänger mit ihren Begleiter/innen das Landhotel Seeblick in der Nähe von Bordesholm, wo schon ein hervorragendes Abendessen auf sie wartete. Rechtschaffen müde verzogen sich die meisten schon recht früh in ihre Zimmer, allerdings erst nach einigen Gesangskostproben des Chores.
Am nächsten Tag wurde nach kurzer Fahrt schon Kiel erreicht, wo zunächst die beiden großen Fährschiffe der Stenaline und der Colorline ins Blickfeld kamen. Viele der Reisenden erinnerten sich dabei noch an eine gemeinsame Reise nach Norwegen, die von hier aus losgegangen war. Im Hafen erwartete uns die „Freya“, ein historischer Raddampfer aus dem Jahre 1905. Nach einem bewegten Leben als Passagierschiff, Tankschiff und Tankstelle in Holland wurde das Schiff 1999 grundlegend restauriert und liegt seit 2000 in Kiel. Alle fanden ihre Plätze im Salon und von schlechtem Wetter war auch nichts mehr zu sehen. Die Sonne schien aus allen Knopflöchern – von einigen Wolken unterbrochen, so dass viele sich ihre Plätze auf dem Oberdeck suchten.
Auf dem Weg zur Holtenauer Schleuse kam das Schiff an der ehemaligen Howaldtswerft vorbei, die sich heute im internationalen Besitz befindet. Hier werden u.a. die hoch technisierten deutschen U-Boote gebaut, die weltweit großes Interesse finden. Nach einiger Wartezeit vor der Schleuse fuhren wir in den Nord-Ostsee-Kanal ein. Der Kanal hat eine Länge von rund 100 Kilometern und verbindet die Ostsee mit der Nordsee. Er erspart den Schiffen damit einen Umweg von 250 Seemeilen (rund 460 km). Schon kurz nach der Abfahrt wurde ein reichhaltiges Brunch-Buffet aufgebaut, das die Hungrigen unter uns gut beschäftigte. Der Kanal wird von zahlreichen Hochbrücken überquert, um den Schiffen eine ungehinderte Durchfahrt zu gewährleisten. Der Querverkehr wird sonst von Fähren bewältigt, die für die Benutzer kostenlos fahren. Wir kamen an der Lürssen-Werft vorbei, die sich auf den Bau von Edelyachten spezialisiert hat. Die hier gebauten Luxusschiffe kosten je Meter Länge etwa 1 Million Euro. Auf dem Trockendock lag gerade ein Yachtneubau von rd. 80 m Länge = 80 Mio. Euro Baukosten. Na ja, wer reichlich hat, kann sich das leisten. An der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke quert eine Schwebefähre den Kanal, die an langen Seilen unter der Brücke hängt. Hier gibt es auch eine Schiffsbegrüßungsanlage wo wir mit der Nationalhymne begrüßt wurden. Der Kapitän grüßte mit 3 Signaltönen der Dampfpfeife zurück. Zwischenzeitlich wurden die Reisenden mit einem leckeren Kuchenbuffet verwöhnt. Ins Gästebuch des Schiffes schrieben wir:
Der Orpheus macht‘, wie wunderbar,
‘nen Ausflug auch in diesem Jahr.
Nach Lübeck ging’s zu Niederegger,
da schmeckt das Marzipan sehr „legger“.
Schön war auch das Holstentor,
es kam nur etwas schief uns vor.
Mit der „Freya“ schippern wir von Kiel,
der Nord-Ostsee-Kanal, der bietet viel.
Es gab reichlich und gut zu essen,
auch das Trinken wurd‘ nicht vergessen.
Die Fahrt, die Aussicht waren sehr schön,
man konnte rechts und links was seh’n.

Gegen 18.30 Uhr erreichte das Schiff Brunsbüttel, wo uns der Bus schon erwartete
Nach störungsfreier Rückfahrt (ohne Stau) war die Gesellschaft gegen 23.00 Uhr wieder in Gleidingen. Ein Ausflug mit regnerischen Vorzeichen und dann sonnigen Erlebnissen lag hinter der munteren Schar der „Orpheusianer“ mit Anhang, der nach Wiederholung ruft.
Günter Bolten
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