Das Leben geht eigenartige Wege
Das ist die Geschichte eines Laatzeners, dessen Leben gezeigt hat, dass man nie wissen kann, was auf einen wartet und dass man letztlich zufrieden sein kann mit dem, was man hat.
Die Folgen des Zweiten Weltkriegs, der Kalte Krieg, die damalige Politik und der Traum, dem zu entkommen, waren für den Laatzener Heinfried Heller ein Grund, die Chance zu ergreifen – und den Sprung über den großen Ozean zu wagen.
Eine 14-tägige Schiffsreise bringt den jungen Heinfried Heller 1956 nach New York.
Obwohl er in Deutschland eine Lehre zum Drogeristen absolviert hatte, bekam er in New York nicht die Chance, in diesem Beruf zu arbeiten. Also begann er damit, in einer kleinen französischen Firma Elektromotoren zusammenzuschrauben. Seine erste Hochzeit folgt kurz darauf: Die Jugendliebe folgt ihm in die USA.
Kurze Zeit später wird Heller von der Armee eingezogen, da er sich offiziell als Einwanderer melden und registrieren musste. Er wird in Süddeutschland stationiert. Kurios: Als noch-deutscher Staatsbürger, aber in amerikanischer Uniform in Süddeutschland. Seine Frau geht für diese Zeit zurück in ihre Heimatstadt Hannover.
Nach zwei Jahren abgeleistetem Dienst in der Armee kauft das Paar ein Haus in den USA, nahe New York. Mittlerweile hat die erste Tochter Hellers das Licht der Welt erblickt. Sie lebt noch heute in der Nähe New Yorks. Eine zweite Tochter folgt einige Zeit später. Auch sie lebt heute in den USA, in Arizona. Beide haben mittlerweile Mann und Kinder.
Die erste Ehe scheitert schließlich und führt Heinfried Heller erneut auf verworrene Wege: Ein Besuch in Deutschland lässt ihn eine Jugendbekanntschaft Bärbel wieder treffen. Nach einigen Besuchen von ihr in den USA heiratet Heller ein zweites Mal. Die Liebe führt das junge Paar 1976 zurück nach Hannover, einige Zeit später dann ins schöne Laatzen.
In der Zeit zwischen den Manövern hat der Soldat Heller Erfahrungen im Bereich der Zahntechnik gewinnen können - er bekam die Möglichkeit, einem Zahnarzt über die Schulter zu schauen. Nach seiner Zeit in der Armee hat er in einer Abendschule eine Ausbildung in genau diesem Gebiet gemacht, die ihn nun in Deutschland einen guten Job finden lässt.
20 Jahre arbeitet er als Zahntechniker in Hannover und geht dann in Rente. Das war vor zehn Jahren. Der Weg hat ihn während dieser Arbeitszeit letztlich nach Laatzen geführt: Eine eigene kleine Wohnung ist es geworden und auch wenn das nicht das angestrebte Ziel war, ist Heller doch hier hängen geblieben.
Noch heute besucht Heller seine Töchter in unregelmäßigen Abständen. Und obwohl oft die Frage auftaucht, ob man alles richtig gemacht hat oder ob man nicht doch besser andere Wege hätte beschreiten sollen, ist Heller sich sicher, dass er glücklich sein kann mit dem, was er erreicht hat.


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