11.03.2012: Kritik an der Nutzung des Ehrenmals Laatzen

Ehrenmal oder Mahnmal?

In Alt-Laatzen am Rande des Rathausparkes befindet sich ein u-förmiges Mauerbauwerk, an dessen Basiswand mittig ein 1.60 m hohes Bronzeschwert befestigt ist und dessen Parierstange die Inschrift trägt:

Treue um Treue.

Die linke Seitenwand trägt die Jahreszahlen 1914 – 1918,
die rechte die Jahreszahlen 1939 – 1945.

Dieses Bauwerk wird in Laatzen als Ehrenmal bezeichnet.

Wie ist es möglich, dass fast 67 Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges dieses 1934 errichtete Bauwerk mit der Schwertinschrift Treue um Treue noch immer ein Ort der kollektiven Leitkulturaussage für die Bürger von Laatzen sein soll?

Treue zu wem?
Treue zum Führer Adolf Hitler ist gemeint!

Diese Treue und der absolute Gehorsam führten zu einem umfassenden Eroberungs-, Ausbeutungs- und Versklavungskrieg, der zugleich ein gewollter Völkermordkrieg war.

Diese in der Wehrmacht vereinten Soldaten hatten sich mitnichten für „ihr Volk“eingesetzt. Ihr militärischer Einsatz hat Deportation und hunderttausendfachen Mord an deutschen Bürgern sowie den millionenfachen Mord an Personen anderer Nationen ermöglicht: sowohl innerhalb Deutschlands (sowjetische Kriegsgefangene, italienische Militärinternierte) als auch außerhalb durch die mordenden Einsatzgruppen und die Vernichtungslager Auschwitz, Sobibor, Treblinka.

Dass diese Soldaten sich z.T. im Irrtum befanden und wähnten in Nordafrika, am Nordkap, an den Pyrenäen und am Kaukasus die deutsche Heimat verteidigen zu müssen, entschuldbar oder nicht entschuldbar sei dahingestellt, kann ihre Tätereigenschaft nicht beseitigen. Dass sie ggf. als Fehlgeleitete zugleich auch Opfer gewesen waren, kann nicht dazu führen, ihren Tod kollektiv zu ehren.

Unberührt davon bleibt, dass jeder im Krieg getötete Soldat individuelle wie kollektive Trauer verdient. Die deutschen Soldatenfriedhöfe wie auch die der Alliierten in den verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern legen davon ein beredtes Zeugnis ab. Sie sind heute Orte der Mahnung für ein friedliches Miteinander in Europa und keine Verherrlichung des Dritten Reiches.

Den Rat der Stadt Laatzen bitte ich für die Stadt Laatzen als Verantwortliche des o.a. Bauwerks eine inhaltliche Neubestimmung vorzunehmen, die der heutigen Zeit angemessen ist.

11.03.2012


Gottschalk
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.12.2015 | 05:22  
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Thomas Jacobi aus Annaberg-Buchholz | 12.12.2015 | 10:14  
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Lutz Hesse aus Celle | 12.12.2015 | 14:33  
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